Freitag, 13. April 2018

Gottes Wille und mein Auftrag hl

Losung: Siehe, hier bin ich. Der HERR mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt. 2.Samuel 15,26 

LehrtextSimon Petrus spricht zu Jesus: Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Johannes 21,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

gestern war im Zusammenhang mit dem Losungswort von den Folgen von Davids Sünde die Rede. Heute steht im Hintergrund der Losung eine dieser Folgen. Absalom hatte gegen König David, seinen Vater, rebelliert. Dabei hat er so viele Soldaten auf seine Seite gebracht, dass David aus Jerusalem fliehen musste. Nun war das Schicksal des Königs gänzlich ungewiss. Würde er gegenüber seinem abtrünnigen Sohn die Oberhand behalten oder würde er von ihm geschlagen und vielleicht sogar durch sein Schwert sterben müssen? In dieser Situation sagt David den Satz, der zugleich unser heutiges Losungswort ist: »Siehe, hier bin ich. Der Herr mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt.« 
     David hat sich seinem Sohn nicht  ergeben. Er hat gegen ihn gekämpft bis dieser von einem von Davids Soldaten erstochen wurde. Aber David hat sich Gott ergeben, sein Schicksal in seine Hand gelegt. Ihm war klar, Gott würde es sowieso so machen, wie es seinem Willen entspricht. Später hat Jesus im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung und seinem Tod ähnlich gebetet: »Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.« Und uns allen hat er im Vaterunser die Bitte gelehrt: »Dein Wille geschehe!« Das sagt und betet sich leicht. Aber wie schwer kann es sein, auch anzunehmen, was nicht nach meinem Willen geht.
     In Heinrich Bölls Roman „Billard um halb zehn“ ist der heutige Lehrtext ein zentrales Motiv. Der Architekt Dr. Robert Fähmel sprengt am Ende des Zweiten Weltkriegs die von seinem Vater gebaute Abtei Sankt Anton. Denn die Mönche hatten sich den Nazis angebiedert, den „Büffeln“ und, wie es in dem Roman heißt, von deren Sakrament gekostet statt von dem des Hirten Jesus Christus. Sie wie andere maßgebliche Kirchenleute hatten Jesu Auftrag „Weide meine Lämmer“ schmählich missachtet und die Lämmer den Wölfen überlassen. Lämmer? Damals waren es behinderte Kinder, Juden, solche, die sich den Nazis verweigert hatten und solche, die als 18,17 und 16-jährige in den letzten Kriegswochen noch verheizt worden sind. Vor sie hätte sich die Kirche stellen müssen, die katholische wie die evangelische. Doch beide haben versagt. Lag es vielleicht daran, dass sie Jesus nicht geliebt haben? (siehe Lehrtext)
     Und heute? Wer sind die Lämmer heute, vor die sich die Kirchen, und wenn sie es wieder nicht tun, die Gemeinden und einzelne Christen stellen sollen? Jesu Auftrag gilt nach wie vor. Er bedeutet, denen beizustehen, die heute unter die Räder des Staates, der Wirtschaft und der Gesellschaft geraten. Vielleicht fällt dir ja jemand ein, der deine Unterstützung braucht zum Beispiel ein muslimisches Kind auf der Flucht oder ein deutsches Hartz-IV-Kind in der Grundschule. Ich weiß von Einzelnen, die solche Lämmer weiden, Gläubige wie Ungläubige. Sie sind die Gesegneten des Herrn.

Gebet: Herr, mein Schicksal liegt in deiner Hand. Und auch wenn ich weiß, dass dein Wille geschehen wird, so bitte ich doch, dass du es weiterhin gut mit mir und meinen Angehörigen meinst. Du bist ja mein guter Hirte. Und falls sich etwas ändert, so erhalte mir mein Gottvertrauen und gib mir die Kraft, anzunehmen und zu tragen, was angenommen und getragen werden muss. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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