Freitag, 17. Februar 2017

Unzufrieden mit dem Leben? hl

LosungWarum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«? Jesaja 40,27

LehrtextWerft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Hebräer 10,35 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinst du, haben wir einen Anspruch, dass es uns gut geht? Hat irgendjemand dir oder mir einen „Rosengarten“ auf dieser Erde versprochen? Paradiesische Zustände in unserer Zeit? Ein Leben voll ungetrübten Glücks? Gott bestimmt nicht. 
     Wer so etwas will, soll sich seinen Glücksgott suchen. Ob er fündig wird? Der lebendige Gott aber hat uns dieses Leben gegeben wie es ist: Mit Licht und Schatten, Glück und Leid, Liebe und Enttäuschung, Wohlbefinden und Schmerz, Zweisamkeit und Einsamkeit, Versöhnung und Streit, mit guten und schlechten Zeiten, mit Geburt und Tod. Ein anderes gibt es nicht. Ein anderes kenne ich nicht. 
     Und jetzt muss sich jeder selbst fragen: War es gut, dass ich geboren wurde? Möchte ich trotz aller Schattenseiten noch einige Zeit unter  der Sonne weiterleben? Kann ich mich freuen an denen, die mir nahe stehen, an Blumen und Tieren, an Natur, an Kunst, insbesondere an Musik?  Wiegt also das Gute in meinem Leben das Böse auf? 
     Ich habe das große Glück, besser, die große Gnade, dass ich in dieser Zeit in diesem Land leben kann. Deswegen ist bei mir längst nicht alles gut. Aber ich habe Möglichkeiten, meine Situation zu ändern, um es besser zu machen. 
     Nein, ich möchte zu keiner anderen Zeit leben und in keinem anderen Land. Und ich wünsche mir, dass alle, die unzufrieden sind, mal darüber nachdenken, wo sie denn sonst leben wollen: in Somalia oder Libyen, im Gazastreifen oder in Pakistan oder jetzt gar in der Türkei, um vom Irak und von Syrien gar nicht erst zu reden? Vielleicht würde dann manche Wut verrauchen.
     Aber Unzufriedenheit und Jammern sind seit biblischen Zeiten hervorstechende menschliche Eigenschaften. Dass da Gott gerade bei seinem Volk immer wieder mal „der Gaul durchgegangen ist“, weil er das Misstrauen und die Undankbarkeit einfach satt hatte, wundert nicht. Und so heißt die heutige Losung im Zusammenhang:
     "Wer hält einem Vergleich mit mir stand?", fragt der heilige Gott. Blickt nach oben! Schaut den Himmel an: Wer hat die unzähligen Sterne geschaffen? Er ist es! Er ruft sie, und sie kommen hervor; jeden nennt er mit seinem Namen. Kein einziger fehlt, wenn der starke und mächtige Gott sie ruft. Ihr Nachkommen Jakobs, ihr Israeliten, warum behauptet ihr: "Der Herr weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen."? Begreift ihr denn nicht? Oder habt ihr es nie gehört? Der Herr ist der ewige Gott. Er ist der Schöpfer der Erde. Alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und werden nicht matt. (Jesaja 40,25-31)
     Stimmt schon, Gott bewahrt uns nicht vor negativen Erfahrungen. Die meisten davon haben wir Menschen uns selbst eingebrockt nicht zuletzt deshalb, weil wir zu oft meinen, ohne ihn zurechtzukommen. Doch er überlässt uns nicht unserem Schicksal sondern hilft dem, der darauf vertraut, dass Gott ihn auf neue Wege führen kann und bereit ist, mit ihm zu gehen.

Gebet: Wenn Herr, wenn ich mein Vertrauen wegwerfen würde, was bliebe mir noch? Dann wäre die Krippe verwaist und kein Stern stünde über Bethlehem. Dann wäre das Kreuz bloß ein Galgen und kein Zeichen des Heils. Dann wäre der Himmel leer und die Erde die Hölle. Wer würde mir dann mein Versagen vergeben? Wer mich lieben, wenn ich nicht liebenswert bin? Wer mich behüten? Wer mich segnen? Solange ich noch einen Tropfen Glauben und einen Funken Hoffnung habe, will ich auf dich vertrauen. Du wirst mich nicht enttäuschen. Amen

Viele Grüße

Hans Löhr

Kommentare:

  1. Unzufrieden ist der, der nicht genug bekommen kann aber trotzdem alles hat, was er zum Leben braucht.

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