Donnerstag, 31. Juli 2014

Stille vor dir ebl

Losung: Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt. (Habakuk 2, 20)

Lehrtext: Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. (Lukas 10, 39)

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 14. August 2001 sind wir ins Pfarrhaus in Sommersdorf eingezogen. Kaum waren wir hier und der schöne Trubel der ersten Begrüßung war vorüber, fiel mir eines auf: die absolute Stille im Haus. Bis auf das Summen des Kühlschranks war nichts zu hören. Kein Lärm von Mietern über oder neben oder unter uns (das war in München die übliche Begleitmusik), kein Straßenbahngeklingel und kein Motorenlärm vor der Haustüre oder den Fenstern. Was für eine Wohltat war schon diese 'zweckfreie' Stille für mich - ich genieße sie heute noch.
Stille ist auch die Voraussetzung dafür, dass Gott zu Wort kommen kann. Zu Recht bitten uns immer wieder ehrliche Gottesdienstbesucher um noch mehr Augenblicke der Stille, in denen sie zur Ruhe kommen und in sich hinein hören können. 'Stille Zeit' nehmen sich Christen wie Bill Hybels, der Leiter der Willow-Creek-Gemeinde, jeden Tag. Egal, wo sie sich gerade auf der Welt aufhalten. Sie werden 'süchtig' nach ihrer Zeit mit Gott und lernen hier, auf ihn zu hören. Wie Maria.

Gebet: Vater, Stille ist kostbar. Du nutzt sie, um mit uns zu reden. Wir brauchen sie, um dich hören zu können. Stille ist selten geworden, wir müssen sie suchen. Schenk uns die Erfahrung, dass sich regelmäßige Zeit mit dir für uns lohnt. Zeig uns, wie wir uns solche Augenblicke in unserem Leben schaffen können. Amen.

Liebe Grüße und erholsame stille Momente,


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 30. Juli 2014

Wie nah bin ich Gott? ebl

Losung: Ihr dürft das Recht nicht beugen. Ihr dürft im Gerichtsverfahren niemand begünstigen. Ihr dürft von den Prozessierenden keine Geschenke annehmen; denn das trübt das Urteilsvermögen auch der klügsten Leute und verführt die ehrenwertesten Männer dazu, Recht und Unrecht zu verwechseln. (1. Mose 16, 19)

Lehrtext  (Jesus sagt folgende Sätze im Streitgespräch mit einigen prominenten Juden): Wie könntet ihr denn auch zum Glauben an mich kommen? Ihr legt ja nur Wert darauf, einer vom andern bestätigt zu werden. Aber die Anerkennung bei Gott, dem Einen,  zu dem ihr euch bekennt, die sucht ihr nicht. (Joh. 5, 44)

Liebe Losungsgemeinschaft,

ganz selten einmal ist es mir in der Vergangenheit schon passiert, dass mir jemand nach einem schönen Traugottesdienst einen Briefumschlag zugesteckt hat mit dem leisen Kommentar: "Das ist für Sie. Nehmen Sie es für sich und gönnen Sie sich etwas Schönes." Das hat mich in eine echte Zwickmühle gebracht. Auf der einen Seite habe ich mich über diese Geste der Dankbarkeit sehr gefreut -und hätte mir auch gerne dafür etwas Schönes gegönnt. Auf der anderen Seite wusste ich sofort: Dieses persönliche Geldgeschenk darf ich nicht annehmen, um innerlich unabhängig zu bleiben.
Es gab dann durchaus enttäuschte Gesichter, wenn ich diese Regelung genannt habe und damit das Geschenk ablehnen musste.
Doch der Sinn ist schnell einsichtig: Ich darf nicht 'bestechlich' werden. Ich soll und muss für alle Leute in unserer Pfarrei in gleicher Weise da sein können. 'Gleicher' darf keiner sein. Es soll in unserer Gemeinschaft auch immer weniger um Äußerlichkeiten und Anerkennung durch andere gehen. Von innen nach außen, aus dem Zentrum unserer persönlichen Beziehung zu Gott sollen und dürfen wir unseren Glauben mit anderen leben. Wie was nach außen wirkt oder wie nah ich am Pfarrer oder der Pfarrerin oder anderen Würdenträgern 'dran' bin, spielt letztlich keine Rolle. Wie nah ich Gott bin - das ist die Frage, auf die es ankommt.

Gebet: Vater, danke für diesen klaren Hinweis für unser Alltagsleben. Du möchtest, dass wir unbestechlich, geradlinig und aufrichtig sind. Äußerlichkeiten als eitler Selbstzweck sind dir zuwider. Hilf uns, dass uns die Nähe zu dir das erste Anliegen ist. Alles andere fügt sich dann von selbst. Amen.

Herzliche Grüße aus dem ferienglücklichen Sommersorfer Pfarrhaus!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 29. Juli 2014

Aus freien Stücken Gutes tun ebl

Losung: Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen! (Sacharia 7, 10)

Lehrtext: Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde. (Jakobus 4, 17)

Liebe Freundinnen und Freunde,

nach altem Recht sollten in Israel diejenigen nicht vergessen werden, die sowieso auf der Schattenseite des Lebens stehen: die Frauen, die früh ihre Männer verloren hatten, Kinder ohne Eltern, Ausländer und sozial Schwache. Für sie, so hat es das Recht vorgesehen, sollten alle in gemeinschaftlicher Anstrengung sorgen.
Das ist heute so aktuell wie ehedem und ich muss nicht viel erklären: Es geht schlicht und ergreifend ums 'Machen'. Selber auf das eine oder andere verzichten, um zum Beispiel eine Patenschaft für ein Kind in einem Entwicklungsland zu übernehmen, ist eine Möglichkeit. Sich offen gegenüber Asylsuchenden zeigen, die der Krieg oder der Hunger nach Deutschland treibt, eine zweite. Es gibt unzählig viele. Unser Gewissen pocht immer wieder leise an und sagt: "Mach was."

Gebet: Vater, du legst uns, denen es gut geht, die Schwachen ans Herz. Du willst, dass wir großzügig sind und teilen. Dazu brauchen wir die innere Bereitschaft, damit wir wirklich aus freien Stücken handeln können. Schenk uns die entsprechende Haltung, die uns das Offen-Sein und Geben leicht macht. Amen.

Liebe Grüße aus Sommersdorf!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 28. Juli 2014

Klarer Takt tut gut ebl

Losung: Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken. (1. Mose 2, 3)

Lehrtext: Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. (Heb. 4, 9 - 10)

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie war Ihr / dein gestriger Tag? War er so entspannt, dass du dich heute erholt fühlst und gut in die neue Woche starten kannst? Hast du dir etwas Gutes getan? War vielleicht auch Zeit für dich und Gott?
Der Rhythmus von Arbeit und Ausruhen ist ein Segen, den Gott in seiner Weisheit über mein Leben legen will. Nur wenn ich in einigermaßen regelmäßigen Abständen zur Ruhe komme, 'verdaue' ich , was ich erlebt habe. Es kann nur dann in mir 'nachklingen', sich nur dann 'setzen' und sortieren, wenn auch einmal 'nichts' ist. In der Hängematte liegen und durch die Apfelbaumzweige in den Himmel blinzeln oder auf der Decke im Garten im Halbschatten am Sonntag Nachmittag vor mich hindämmern - ich brauche das, damit meine Seele zur Ruhe kommt. Dem stehen eineinhalb Seiten an Veranstaltungshinweisen in der Freitagsausgabe der Fränkischen Landeszeitung für das Wochenende entgegen. Da ist von mir die hohe Kunst des Auswählens gefordert: Wofür entscheide ich mich? Fahre ich bzw. fahren wir weg oder bleiben wir da? Wo bin ich angenehm abgelenkt vom Alltäglichen und kann auch deshalb gut regenerieren?
Die Losung und der Lehrtext von heute sind die Einladung an uns, unsere Lebensgewohnheiten zu überdenken. Wir sind keine Getriebenen, die Angst haben müssten, irgend etwas zu verpassen, sondern freie Kinder Gottes, die selber entscheiden und wissen: Gott legt uns als seinen Geschöpfen einen klaren Takt von Aktion und Ruhezeiten ans Herz. Er sucht unsere Nähe, gerade in der Stille.

Gebet: Gott, wir lassen uns das heute von dir daran erinnern, dass wir regelmäßig Pausen brauchen. Begegne du uns in diesen Auszeiten, nähre unsere Seele und mach uns stark für unseren Alltag. Danke für deine Gnade und Fürsorge, Vater. Amen.

Hoffentlich können Sie / kannst du gut in diese neue Woche starten.


Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Sonntag, 27. Juli 2014

Zurück zu Recht und Anstand hl

Losung: Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vom Tode. Sprüche 10,2

Lehrtext: Zachäus trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Lukas 19,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Unrecht Gut“ – das ist für mich, wenn einer einen anderen ausnützt, um sich zu bereichern. Da geht es nicht nur um Geld, ums Abzocken, sondern auch um (Lebens-)Zeit und Arbeitskraft. Geld kann man unter Umständen noch zurückzahlen, wie der Zöllner Zachäus. Aber Lebenszeit, um die einer betrogen worden ist, kann man ihm nicht mehr zurück gegeben. Vielleicht ist das der Punkt, an dem die heutige Losung für Sie / dich wichtig wird. Ich meine, es ist schon eine berechtigte Frage, wann ich einem anderen Menschen Zeit stehle und wann ich ihm Zeit schenke.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch darüber froh werden kann, was er einem anderen angetan und weggenommen hat. Schadenfreude? Vielleicht. Herzensfreude? Nein! Und ich kann und will mir auch nicht vorstellen, dass unrechtes Verhalten gut tut. Weder dem der ungerecht behandelt wird noch dem, der unrecht handelt. Aber ich kann mir vorstellen, dass jemand, auf den Weg des Anstands zurück kehrt, ein neues, unbeschwertes Leben erlebt, so wie Zachäus nach der Begegnung mit Jesus.
Ungerechtigkeit in jeder Form macht einen Menschen gewissenlos und zynisch. Aber die Umkehr zu Recht und Anstand macht wieder frei und froh.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass du, so wie dem Zachäus, jedem eine Chance gibst, den Weg des Unrechts zu verlassen und zu einem neuen Leben zurückzufinden. Schärfe mein Gewissen, dass ich im Kleinen aufrichtig bin, damit ich es auch im Großen sein kann. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag!


Hans Löhr 

Samstag, 26. Juli 2014

An Gott denken und sich an ihn wenden hl

Losung: Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich. Psalm 42,7

Lehrtext: Jesus sprach: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Johannes 6,37

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht, wie es Ihnen / dir gerade geht, der du diese Zeilen liest. Vielleicht bist du guter Dinge. Vielleicht aber gilt für dich, was die heutige Losung sagt: »Mein Gott, mir geht es gar nicht gut, darum denke ich an dich.« - An wen sollte man denn sonst denken?
Etwa vor einem Jahr habe ich eine ältere Dame im Krankenhaus besucht. Sie war gestürzt und hatte sich das Hüftgelenk gebrochen. Nun wartete sie auf die Operation. Sie hatte nicht nur Schmerzen. Sie war vor allem seelisch am Boden. Wie würde das alles werden? Die Operation - würde es gut gehen? Und wie lange würde es wohl dauern, bis sie wieder gehen kann? Oder würde sie künftig nur noch im Rollstuhl sitzen können? Ich habe dann ihre Ängste in einem Gebet aufgenommen und Gott um seine Hilfe gebeten. Und danach war die Situation genau so, wie in dem einen Vers vor unserer heutigen Tageslosung: »Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer? Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiß: Ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen!« (Psalm 42,6)
Und Gott stand ihr bei. Ihre Hoffnung war nicht umsonst. Neulich habe ich sie zum Geburtstag besucht. Da haben wir ihm gedankt, dass er ihr durch die Kunst der Ärzte und der Medizin geholfen hat. Acht Wochen nach der Operation konnte sie erstmals wieder gehen.
Es sind solche Erfahrungen, die uns im Glauben, im Gottvertrauen stärken. Schließlich haben wir die Zusage von Jesus, dass jeder zu ihm kommen kann mit dem, was sein Herz beschwert, jeder. Und er wird niemand abweisen. Auch dich nicht.

Gebet: Herr, wie gut, dass ich mich an dich halten kann, wenn es mir nicht gut geht. Du bist meine Hoffnung und Zuversicht. Du hast mir früher schon geholfen. Du wirst das auch in Zukunft tun. Wie schön ist es, wenn es mir wieder gut geht und ich dir danken kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Freitag, 25. Juli 2014

Wer wissen will, kann wissen hl

Losung: Befreie, die zum Tod geschleppt werden, und rette, die zur Hinrichtung wanken! Wenn du sagst: Sieh, wir haben das nicht gewusst! - wird er, der die Herzen prüft, es nicht durchschauen? Sprüche 24,11-12

Lehrtext: Jesus sprach: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Matthäus 25,45

Liebe Leserin, lieber Leser,

ehrlich gesagt, mich macht das heutige Losungswort etwas hilflos. Wie soll ich denn diejenigen befreien, die in den Todeszellen in Nordkorea und in den USA, in Saudi-Arabien oder Ägypten, in China oder Somalia auf ihre Hinrichtung warten? Das einzige, was ich tun kann, ist, für Menschen zu beten, die mir namentlich bekannt sind und eine Petition von (klick) Amnesty International zu unterschreiben.
Bringt das was? In vielen Fällen nicht. In Einzelfällen schon.
Gestern meldete (klick) tagesschau.de, dass in Arizona (USA) der wegen Doppelmordes hingerichtete Joseph Wood fast zwei Stunden einen qualvollen Todeskampf hatte, bevor er an der Giftspritze gestorben ist.
Ebenfalls gestern meldete die Deutsche Presse, dass die im Sudan einer Todesstrafe entgangene Christin Mariam Jahia Ibrahim mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern nach Italien ausreisen konnte und vom Papst empfangen wurde. Sie sollte wegen ihres Glaubens hingerichtet werden und hat noch im Gefängnis eine Tochter zur Welt gebracht. Internationales Aufsehen und Entrüstung sorgten schließlich dafür, dass sie von einem Berufungsgericht freigesprochen wurde. Zehntausende haben über die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International und auf Twitter oder Facebook ihre Freilassung gefordert. Das konnten die Machthaber im Sudan offenbar nicht ignorieren. Gott und den Fürsprechern von Mariam Jahia sei Dank!
Nein, ich werde die vielen Todesurteile nicht verhindern können. Aber wenn meine Gebete und meine Unterschrift mit dazu beitragen, dass ab und an ein Menschenleben gerettet wird, war der Einsatz nicht umsonst.
Wenn ich etwas aus dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte gelernt habe, das vor gerade mal 69 Jahren zu Ende gegangen ist, dann dies, dass ich nicht wegschauen darf, wenn himmelschreiendes Unrecht geschieht. Und es geht auch nicht, einerseits Lobpreislieder zu singen und andererseits zu sagen: »Wir haben das nicht gewusst!« (Losung) Wer wissen will, kann wissen. Das galt damals und gilt heute. Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der selbst in der Todeszelle saß und schließlich von den Nazi-Henkern in Flossenbürg umgebracht wurde, schrieb in jener finsteren Zeit: »Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen.« (‚Gregorianisch‘ heißt der lateinische Lobpreis aus dem Mittelalter).
Der Lehrtext heute macht mir bewusst, dass mir Jesus auch – und vor allem – in den Elenden, Misshandelten, Gefangenen und Flüchtlingen meiner Zeit begegnet. Wenn mich ihr Schicksal kalt lässt, wenn ich mich dafür nicht interessiere, dann interessiert sich Jesus auch für mich nicht, und meine Lobpreislieder und Gebete gehen ins Leere. So lese ich es im Evangelium des Matthäus im Kapitel 25.

Gebet: Herr, bewahre mich davor, dass mein Glaube zur Sünde wird, wenn es mir nur um meine persönliche Beziehung zu dir geht und ich darüber das Leid meiner Mitmenschen übersehe. Gib mir ein waches Gewissen, ein mitfühlende Herz und den Mut, zu reden und zu handeln, wo es nötig ist. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Donnerstag, 24. Juli 2014

Der Häuptlingssohn hl

Losung: Seid nicht halsstarrig, sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum. 2.Chronik 30,8

Lehrtext: Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es! Johannes 1,45-46

Liebe Leserin, lieber Leser,

letzte Woche hat mir ein Kollege erzählt, dass seine Tochter nun einen Mann gefunden hat und bald heiraten wird, einen Pana. Ich hatte bis dahin noch nie etwas von Panas gehört. Das soll ein Volksstamm auf einer Südseeinsel sein. Und der Pana, der die deutsche Pfarrerstochter bald heiraten wird, ist ein Häuptlingssohn, wenn auch ein ‚studierter‘, was immer das heißt. Als ihre Mutter davon erfuhr, war sie nicht begeistert: „Warum um alles in der Welt einen Südseeinsulaner?!“ Nun aber hatten sie und ihr Mann schon einige Zeit lang dafür gebetet, dass die Tochter einen Mann findet, mit dem sie glücklich wird und den sie heiraten will. Deshalb sagte mein Kollege auch zu seiner Frau: „Gott hat unsere Gebete erhört, wenn auch anders als wir uns das vorgestellt haben. Aber nun wollen wir es auch so annehmen, wie es gekommen ist.“
Die Mutter dachte sich vielleicht: „Was kann aus der Südsee schon Gutes kommen!“ Und ich würde vielleicht ähnlich denken, wenn eine meiner drei Töchter einen Pana heiraten wollte und ihr Schwiegervater dann ein Südsee-Häuptling wäre. Und warum würde ich so denken? Weil ich keine Ahnung von der Südsee und von Panas habe. Das alles ist weit weg und fremd. Da ist mir das, was ich kenne und was mir vertraut ist, schon lieber.
Ob ich dann die Größe meines Kollegen hätte und ebenfalls sagen würde: Das nehme ich jetzt an, schließlich habe ich darum gebetet.?
Seit Jahrtausenden beten Juden darum, dass endlich der Messias, der König der Endzeit, zu ihnen käme. Wie Nathanael damals, so stellen sie ihn sich heute noch anders vor als wie diesen Jesus aus dem Kaff Nazareth und der Provinz Galiläa. Und auch für viele Christen hat dieser im Stall geborene und am Kreuzgalgen gestorbene Jesus keine Anziehungskraft mehr. Manche glauben vielleicht noch an Gott. Aber an seinen Sohn Jesus Christus? Vorurteile sind manchmal noch schwerer zu überwinden als Mauern.
Mit Worten ist da wenig getan. Das wusste auch Philippus als er zu Nathanael sagte: »Komm und sieh!«. (Lehrtext)
Wer sich ein zutreffendes Urteil über Südseeinsulaner bilden will, muss sie kennenlernen und gegebenenfalls auch hinfahren. Wer erfahren will, ob Jesus für ihn wichtig ist, muss sich mit ihm befassen, mit dem was er von Gott gesagt hat und damit, was er für Menschen getan hat. Ohne einen persönlichen Eindruck bleibst du nur in deinen Vorurteilen stecken. Und darum lade ich dich ein, mit mir zusammen im Sinn des heutigen Losungswortes zu beten:

Gebet: Gott, ich gebe dir meine Hand. Bring mich zu Jesus, deinem Sohn, dass ich erfahre, was du durch ihn für mich tust. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s.: Wünschen wir der Pfarrerstochter Gottes Segen zu Ihrer bevorstehenden Hochzeit mit dem Häuptlingssohn.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Nicht perfekt hl

Losung: Unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. Psalm 90,8

Lehrtext: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt. 1.Johannes 1,8-9

Liebe Leserin, lieber Leser,

„perfekt“ - das ist ein Lieblingswort unserer Zeit. Am besten sollte alles perfekt sein: Die Frau, der Mann, die Kinder, das Haus, die Karriere, die Figur, die schulischen Leistungen, … Ich kenne eine ziemlich erfolgreiche Frau, bei der war alles immer perfekt: Die Hochzeit, die Familie, das Kindermädchen, der Champagner, der Beruf… Viele haben sie beneidet. Viele fühlten sich in Ihrer Nähe unterlegen, weil sie selbst eben nicht so perfekt waren. Ein paar Jahre nach ihrer Hochzeit, die natürlich in einer perfekten Umgebung in einem südlichen Land stattfand bei perfekten Temperaturen und einem perfekten Essen, ein paar Jahre danach war sie geschieden.
Wer selbst immerzu perfekt sein will, bei wem alles perfekt sein muss, der setzt sich und andere unter einen gewaltigen Druck. Der vergisst, dass niemand perfekt sein kann. Der „betrügt sich selbst“ (Lehrtext).
Ich glaube, Gott will keine perfekten Menschen. Er weiß, dass wir unvollkommen sind, Fehler machen, schuldig werden und sündigen. Er möchte aber auch nicht, dass mir alles egal ist und ich mich mit meiner Unvollkommenheit auf alles hinaus rede. Im Licht vor seinem Angesicht (Losung) bleibt nichts von dem, was ich verkehrt mache, verborgen. Nicht einmal meine geheimsten Gedanken und Gefühle.
Hätte der amerikanische Geheimdienst NSA darauf Zugriff, hätte er ein Druckmittel gegen mich in der Hand, um mich gegebenenfalls zu erpressen oder mir irgendwelche Schwierigkeiten zu machen. Gott erpresst mich nicht. Er macht mir auch keine Schwierigkeiten. Er will nur, dass ich mich nicht selbst belüge und ihm und anderen und auch mir selbst etwas vormache, was der Wahrheit nicht entspricht. Er will mich aber von aller Unwahrhaftigkeit befreien und wird mir vergeben, was ich zugebe. Das tut einfach nur gut. Nein, ich bin nicht perfekt, aber Gott.

Gebet: Herr, du machst mir keinen Druck, sondern willst ihn mir nehmen. Wenn mich mein Versagen drückt, meine Schuld, dann nimmst du sie mir ab, nimmst sie auf dich, damit ich wieder aufatmen und unbeschwert leben kann. Darum bringe ich dir alle meine Lasten und bekenne dir alle meine Schuld. Denn du bist treu und gerecht, geduldig, barmherzig und von großer Güte. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Dienstag, 22. Juli 2014

Staub und Windlicht hl

Losung: Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. Psalm 103,14

Lehrtext: Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 2.Korinther 4,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Staub zum Staube« - ist das alles, was beim Begräbnis von einem Menschen gesagt werden kann?
Zunächst: Nein! Jeder von uns will doch etwas sein, etwas gelten und anerkannt werden. Und bedeuten uns die, die wir lieben nicht viel? Sind wir uns nicht selber wichtig und wertvoll, dass wir auf uns achten? Auf das, was wir anziehen? Auf unsere Gesundheit? Darauf, dass wir bei anderen einen guten Eindruck machen? Und haben wir nicht doch insgeheim den Wunsch, dass von uns etwas bleiben möge, auch über den Tod hinaus? Also können wir doch nicht Staub sein!
Und doch ist es so. Wir sind tatsächlich Staub. Genau genommen Sternenstaub. Wie alle anderen Dinge und Lebewesen auch, bestehen wir aus winzigen „Bausteinen“, aus Atomen, die vor Jahrmilliarden beim „Todeskampf“ riesiger Sonnen erbrütet worden sind, aus denen auch unser Planet Erde entstanden ist. Und wenn wir gestorben und begraben sein werden, werden sich diese Atome mit den anderen atomaren Bestandteilen der Erde, in der wir liegen, vermischen.
Und trotzdem sind wir mehr als Staub. Solange wir leben, haben wir einen Geist, eine Persönlichkeit. Die Bibel sagt, solange wir leben sind wir Seele. In unserer Alltagssprache sagen wir zutreffend: dieser oder jener Mensch „ist eine gute Seele“ und nicht ‚hat‘ eine gute Seele.
Auch unsere Seele hat mit den Atomen unseres Körpers zu tun, auch wenn niemand sagen kann, wie das zu verstehen ist. Nur soviel ist klar: Ohne unseren Körper gibt es auch keine Seele. Und deshalb ist die Vorstellung, dass sich bei unserem Tod die Seele vom Körper trennt und wo auch immer ein Eigenleben führt, irreführend. Auch die Seele ist nicht unsterblich. Sie wird erst von Gott mit ihrem Leib zum ewigen Leben auferweckt. Wie das zugeht, weiß Gott allein. Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele aber hat nach evangelischem Verständnis mit der Bibel und dem christlichen Glauben nichts zu tun. Mit dieser Aussage werden manche von euch Leserinnen und Lesern ihre Schwierigkeit haben. Vielleicht hilft der Glaube, dass man alles, was nach dem Tod ist, getrost Gott überlassen kann. Er kennt das Ziel und weiß, wie er es für uns auf’s Beste machen wird.
Reden wir also von diesem Leben. Uns sterblichen, hinfälligen und zerbrechlichen Menschen traut Gott zu, dass andere an unserem Leben etwas von seiner  Herrlichkeit erkennen, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist (Lehrtext). Und da geht es meiner Meinung nach nicht darum, dass wir besonders klug von Gott reden, sondern dass wir die Liebe Jesu leben, seine Barmherzigkeit, seine Güte. Das kann jeder, der sich ihm im Glauben öffnet.

Gebet: Herr, es ist unbegreiflich, dass ich winziger Mensch dir so wichtig bin. Aber es ist auch schön zu wissen, dass du, der allmächtige Gott, dich mir zuwendest, um bei mir zu sein in diesem Leben und in jenem. Lass mich dein Windlicht sein, durch das die Liebe deines Sohnes Jesus scheint. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Montag, 21. Juli 2014

Eine Geste des Glaubens hl

Losung: In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab. Psalm 77,3

Lehrtext: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Matthäus 5,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

genau so musst du es machen in der Zeit deiner Not, wenn du vor Sorgen nicht mehr schlafen kannst, wenn du dich von einer Seite auf die andere wälzst. Dann mache es wie der Mensch, von dem der Psalm 77 stammt: Strecke deine Hand nach Gott aus in der Dunkelheit. Halte sie ihm hin und bitte ihn, sie zu halten. Zeige Gott mit deiner Geste, dass du glaubst, dass du ihn brauchst. Und lass davon nicht ab. Gibt nicht gleich auf. Strecke ihm deine Hand immer wieder und wieder entgegen, bis du seine Hilfe spürst. Denn Christus hat dir versprochen, dass du in deinem Leid getröstet werden sollst (Lehrtext). Wann und wie das sein wird, musst du ihm überlassen. Aber ihm deine Hand hinhalten und seiner Zusage vertrauen, das ist deine Sache.

 Gebet: Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir: Herr höre meine Stimme. Ich flehe dich an, bitte höre mir zu! Ich setze meine ganze Hoffnung auf dich; voller Sehnsucht warte ich darauf, dass du zu mir sprichst. Ja, ich warte auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen!  Amen (aus Psalm 130)

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Sonntag, 20. Juli 2014

Hochmut kommt vor dem Fall hl

Losung: Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall. Sprüche 16,18

Lehrtext: Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist. Hebräer 12,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

darf man denn gar nicht stolz sein? Nicht mal ein bisschen? Im Deutschlandtrend der ARD vom 18. Juli geben 87 % der Befragten an, dass Sie sehr stolz seien auf die Nationalmannschaft und ihren Weltmeistertitel. 10 % sagen, dass sie nicht stolz seien. Werden die 87 % jetzt alle zu Grunde gehen? Nein. Sie sind ja nicht auf sich selbst stolz, sondern auf die Leistung der Fußballspieler. Und das zurecht! Wenn man allerdings bei Menschen aus dem Ausland damit prahlt, wie gut doch die eigene Mannschaft und wie schlecht ihr Team bei der Weltmeisterschaft in Brasilien abgeschnitten habe, sieht es schon wieder anders aus.
Richtig schlimm mit dem Stolz wird es dann, wenn man sich an sich selbst, an eigenen Leistungen, an der eigenen Macht, am eigenen Status oder Besitz berauscht. Wie jeder Rausch, so vernebelt auch dieser die Sinne und führt dazu, falsche Entscheidungen zu treffen und falsch zu reagieren. „Mia san mia und uns ko koaner“ (für diejenigen unter uns, die des Bayerischen nicht mächtig sind: „Wir sind einmalig und uns kann keiner das Wasser reichen“) – das mag vielleicht das Motto des Fußballvereins FC Bayern München sein, und so lang das augenzwinkernd gesagt wird, mag das auch noch hingehen. Aber als Lebensmotto einzelner Menschen oder gar eines Volkes taugt das nicht.
Es sind ja gerade mal 69 Jahre her, dass unser ganzes Volk einen tiefen Fall getan hat, nachdem man zwölf Jahre lang dem Wahn anhing, einer arischen Herrenrasse anzugehören, die das Recht habe, andere Völker mit Krieg zu überziehen, auszurauben, zu versklaven und auszurotten. Die vielen Vernichtungslager der SS und die Massaker der Wehrmacht wie zum Beispiel bei Babij Jar (Ukraine) lassen grüßen! Leider waren es zu wenige, die heute vor 70 Jahren am aktiven, doch erfolglosen Widerstand gegen Hitler teilgenommen hatten. Pfarrer Dietrich Bonhoeffer war einer von ihnen.
Die Sünde des Hochmuts ist uns Deutschen vorerst ausgetrieben worden. Aber sie kann wieder zurückkommen. Jeder einzelne muss sich selbst kritisch prüfen, wo er Gefahr läuft, hochmütig abzuheben, um danach nur umso tiefer zu fallen. Die Selbstkritik ist ein Teil jenes „Kampfes, der uns allen bestimmt ist.“ (Lehrtext).

Gebet: Unser Vater im Himmel, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag!

Hans Löhr 

Samstag, 19. Juli 2014

Neuer Anlauf hl

Losung: Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen, spricht der HERR. Jeremia 2,29

Lehrtext: Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Galater 5,7

Ach, liebe Leserin, lieber Leser, mit der Disziplin und mit dem Durchhaltevermögen ist es ein Kreuz. Ich bin eine längere Zeit regelmäßig und fast täglich eine halbe bis eine Stunde gelaufen. Aber seit ein paar Wochen ist der Faden gerissen. Was hat mich aufgehalten? – Bequemlichkeit? Zeitmangel? Müdigkeit? Lustlosigkeit? Gedankenlosigkeit? Mangelnde Disziplin?… Vielleicht von allem ein bisschen was. Und jetzt muss ich versuchen, wieder in die Spur zu kommen. Gleich morgen will ich’s probieren. Aber vielleicht ist es dann zu heiß oder ich finde eine andere Ausrede.
Mit dem Glauben ist es nicht viel anders (Lehrtext). Eine Zeit lang läuft es recht gut. Aber dann wird der Glaube fadenscheinig. Du hast den Kopf mit anderen Dingen voll. Vor lauter Sorgen hat derjenige, der sie dir nehmen könnte, in deinem Herzen keinen Platz mehr. Oder es sind ziemlich genau die gleichen Gründe, die dazu geführt haben, dass bei mir der Faden fürs Laufen gerissen ist. Und wenn einem erstmal der Glauben abhanden kommt, kommt einem bald auch Gott abhanden, denn die beiden gehören zusammen. Nicht dass man was gegen Gott hätte und sich bewusst gegen ihn entscheiden würde. Der Abfall von Gott geschieht meist schleichend. Und plötzlich ist man Gott los geworden, anders gesagt: gottlos geworden.
Und jetzt? Jetzt machen wir von Neuem einen Anlauf: Der eine mit dem Sport, mit Gymnastik und Bewegung. Der andere mit dem Glauben. Und der dritte mit beidem. Also, her mit dem Papier und einem Stift. Und darauf schreiben wir, wofür wir uns wann Zeit nehmen. Und nicht vergessen: Zum Glauben gehört nicht nur das Beten oder Bibellesen, sondern auch die Liebe, also dass ich mir für andere Menschen Zeit nehme…

Gebet: Herr, du sagst »der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach«. Du kennst mich und weißt, wie es um mein Durchhaltevermögen bestellt ist. Wie soll ich auch durchhalten, wenn du mir nicht die Kraft dazu gibst? Und doch liegt es nicht an dir, wenn ich im Glauben nachlässig werde. Verzeih mir, wenn ich gedankenlos oder lustlos bin. Gott sei Dank denkst du an mich und lässt nicht nach, mich zu rufen. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 18. Juli 2014

Das A und O ebl

Losung: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. (Jes. 44, 6)

Lehrtext: Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist. (Joh. 1, 18)

Liebe Freundinnen und Freunde,

"eine gute Band ist das A und O von eurem Gottesdienst" - das hat vor acht Jahren die Frau unseres Dekans zu mir gesagt, als ich sie um eine kritische Rückmeldung zum 'Lichtblick' gebeten habe. Sie hatte recht. Zeitgemäße Melodien mit Glaubensbotschaften gut gespielt - das spricht viele Leute an und ist für sie eine schöne Art und Weise, ihren Glauben zu bekennen und darin zu wachsen.
Das 'A und O' nennen wir das, was unverzichtbar ist.
Gott sagt von sich selber, dass er in allem und grundlegend das 'A und O' ist. Er ist derjenige, auf den es in Allem ankommt. Er ist für uns unverzichtbar. Von ihm als unserem Schöpfer geht alles aus und in ihm wird schlussendlich einmal alles wieder zusammenlaufen. Wir können diesen Satz nur als Glaubensbekenntnis nachsprechen. Einen mathematischen Beweis zu seiner Richtigkeit gibt es nicht.
Aber wir haben, darauf weist Johannes in seinem Evangelium zu Recht hin, einen sehr guten Grund, an dem Glauben festzuhalten, dass Gott das 'A und O' ist. Denn keiner hat je in der Art, wie Gott es in  Jesus Christus vermocht hat, unsere Weltgeschichte bestimmt und tut dies bis auf den heutigen Tag. Auf allen Kontinenten unserer Erde ist Gott den Menschen ein Begriff - ob sie an ihn glauben oder nicht.
Ich möchte die Hoffnung nicht missen, die Gott mir macht, wenn er sagt: "Ich habe über allem meine Hand. Ich bin da für dich. Ich bin da für jeden, der mich sucht." Ich wäre ohne ihn verloren.

Gebet: Vater, du machst uns heute klar, dass du kein kleiner Nippes-Gott für das Wohnzimmer-Regal bist. Du bist mächtig, ja allmächtig. Und zugleich bist du so voller Liebe für jeden von uns, dass du jedem Einzelnen nachgehst und für uns sorgst. Du bist das A und O unseres Lebens - ohne dich geht es nicht. Amen.

Einen guten Start ins Sommerwochenende und liebe Grüße!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Ich erinnere hier gerne an unser 'Lichtblick-Wunschkonzert' im kommenden September anlässlich des zweihundertsten Gottesdienstes: Auf dem Wunschzettel ist noch Platz für Ihren / deinen Liedwunsch. Ich freue mich auf viele Mails mit Vorschlägen :-))

Donnerstag, 17. Juli 2014

Entscheidung für das Leben ebl

Losung: Gott sprach zu Noah: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren nachkommen und mit allem lebendigen Getier, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe. (1. Mose 9, 9 - 11)

Lehrtext: Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. (Römer 8, 34)

Liebe Losungsgemeinschaft,

das war ein faszinierender Gedanke, den Margot Käsmann 2009 auf dem ökumenischen Kirchentag in München entfaltet hat: Gott lernt dazu. Er erkennt, dass die Parole 'Alles auf Anfang' kein gangbarer Weg mit uns Menschen ist. Daher seine Zusage an Noah und alle Überlebenden, dass es eine vergleichbar vernichtende Flut nie  wieder geben soll.
Doch das reicht nicht. Gott erkennt, dass er nicht nur nicht zu hart strafen darf, sondern uns den Weg zu sich neu bahnen muss. Das tut er, indem er selber Mensch wird in Jesus Christus. In seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung öffnet sich für uns der Zugang zu unserem Vater auf eine einmalige und unzerstörbare Weise.

Gebet: Vater, danke dafür, dass du nichts unversucht lässt, um uns zu erreichen. Danke für den Weg zu dir, der sich in Jesus Christus für uns anbietet. Wirke du in uns, dass deine Liebe zu uns sich in unserem Wesen wiederspiegelt und uns verändert. Amen.

Ich grüße dich und Sie von Herzen!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr
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Wir bedanken uns bei Ihnen / Euch, liebe Leserinnen und Leser, für mittlerweile 100.000 Klicks.
Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie uns bitte an pfarramt(at)sommersdorf-thann.EU
Vielleicht mögen Sie uns auch mitteilen, an welchem Ort / in welchem Land Sie unser Blog lesen.

Hans Löhr
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Mittwoch, 16. Juli 2014

Was ist ein 'Kairós'? ebl

Losung: Ich denke an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine früheren Wunder und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach. (Psalm 77, 12 - 13)

Lehrtext: Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. (Eph. 1, 18)

Liebe Leserin, lieber Leser,

während des Konficamps ging es in den Predigten und Andachten für die Teens immer wieder um das Thema des 'Kairos'. Der 'Kairos' ist der besondere Augenblick. Der Moment, in dem etwas Außergewöhnliches passiert. Etwas, das unser Alltags-Einerlei plötzlich durchbricht und unserem Leben eine neue Richtung gibt. In der Bibel ist dann vom 'Kairos' die Rede, wenn Gott in das Leben von Menschen hinein spricht oder 'hineinwirkt'.
Mich hat dort im Camp länger die Frage beschäftigt, welche Momente dieser Art es in meinem Leben schon gegeben hat. Und mir sind nach und nach einige Szenen eingefallen, an die ich mich bis zum heutigen Tag genau erinnere. Meine 'Berufung' zum Theologiestudium zum Beispiel. Die hat auf unserer Haustreppe in Poppenreuth stattgefunden. Da saß ich eines Nachmittags, als ein Freund meiner Eltern zu Besuch war, den ich auch ziemlich nett fand. Er hat mich auf meinen Berufswunsch angesprochen und mir dann geradewegs auf den Kopf zugesagt: "Ich kann mir vorstellen, dass aus dir mal eine gute Pfarrerin werden könnte. Studier doch Theologie." Mehr ist nicht passiert. Und doch war es für mich ein 'Kairos', in dem Gott in mein Leben hinein gesprochen hat. Lange haben mich die Zweifel noch begleitet, ob ich dafür tatsächlich die Richtige bin. Heute sage ich: Einen schöneren Beruf kann ich mir für mich nicht vorstellen. Mitzubauen am Reich Gottes gemeinsam mit Ihnen und euch, denen der Glaube am Herzen liegt - was kann es Besseres geben?

Gebet: Vater, du willst unser Leben mit uns nach deinem guten Willen prägen und gestalten. Danke für dieses Angebot. Du bewahrst uns damit vor Sinnlosigkeit und Leere. Mach uns fähig, mit 'erleuchteten Augen des Herzens', mit deinem liebevollen Blick auf unser Leben zu schauen. Wir erkennen dann, wo du schon deine Spuren hinterlassen hast und wo du jetzt in uns etwas bewirken willst. Amen.

Sommerliche Grüße aus dem Pfarrhaus!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr 


PS: Die Gelegenheit zum Baden in unseren wunderbaren Seen ringsum in den nächsten hochsommerlichen Tagen ist auch ein 'Kairos', oder?

Dienstag, 15. Juli 2014

Weise wählen ebl

Losung. Gott sprach zu(m König) Salomo: Weil du weder um langes Leben bittest noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, zu hören und recht zu richten, siehe, so tue ich nach deinen Worten. (1. Kö. 3, 11 - 12)

Lehrtext. Jesus ermutigt uns: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen." (Mat. 6, 33)

Liebe Leserinnen und Leser,

bitte nicht gleich weglegen oder wegklicken, wenn ich heute noch einmal auf meine Erfahrungen vom letzten Wochenende zurückkomme - vieles 'rumort' da noch in mir und beschäftigt mich. Alle diese Teens - über vierhundert, Jungen und Mädchen bunt gemischt - alle haben sie auf dem 'Konficamp' ihren Platz gesucht. Ihren Platz in der Clique, ihren Platz in den Schlafzelten, ihren Platz in der Konfigruppe - und alle irgendwie auch ihren Platz im Leben.
Natürlich war es vielen ganz wichtig, gut auszusehen. Beim ersten Sonnenstrahlen waren Hotpants und lässige Shorts auszumachen, abends waren Glitzertops am Lagerfeuer zu sehen und das Smartphone-Modell war auch nicht egal ...
Wie wichtig war es da, dass noch andere Werte Thema waren und den Jugendlichen leidenschaftlich ans Herz gelegt worden sind. Ich nenne als Beispiele nur die Aufmerksamkeit für Gott und für andere Menschen, die Wachsamkeit und Bereitschaft, sich zum Vertrauen auf Gott einladen zu lassen und die Ermutigung zur Freundlichkeit gegenüber Schwächeren. Das alles gehört für mich zum 'Reich Gottes' und ist ein Zeichen dafür, dass er da ist. Jetzt schon, in unserer zerrissenen Welt.
 Ich hoffe und bete, dass viele der Konfirmanden, die das letzte Wochenende erlebt haben, weise wählen im Blick auf die Dinge, die ihr Leben ausmachen. 

Gebet: Vater: Nicht nur als Teenager, sondern unser ganzes Leben lang müssen wir immer wieder wählen, welche Wege wir einschlagen. Wir müssen uns immer wieder dafür entscheiden, dass das Evangelium unser Kompass sein soll, ob das gerade in ist oder out. Hilf uns dabei. Amen.

Herzlich grüßt Sie und euch
eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Übrigens ist mir wieder einmal deutlich geworden, dass wir großartige Jungen und Mädchen in unseren Gemeinden haben. Unsere Fürbitte tut ihnen gut.

Montag, 14. Juli 2014

Überzeugend. ebl

Losung: Wer als Verleumder umhergeht, gibt Vertrauliches preis, wer aber verlässlich ist, behält Geheimnisse für sich. (Sprüche 11, 13)

Lehrtext: Richtet eure Gedanken auf das, was schon bei euren Mitmenschen als rechtschaffen, ehrbar und gerecht gilt, was rein, liebenswert und ansprechend ist, auf alles, was Tugend heißt und Lob verdient. (Phil.4, 8)

Liebe Losungsgemeinschaft,

die Reisetaschen in unserer Diele sind gerade erst ausgepackt, die erste Waschmaschine läuft. Vor wenigen Stunden erst sind wir, die 27 Konfirmandinnen und Konfirmanden dieses Jahres und fünf Betreuer/innen von einem großartigen Wochenende zurückgekommen: dem 'Konficamp' in Sulz am Eck im Schwarzwald. 420 Konfis und ungefähr 90 Mitarbeitende haben dort über vier Tage den Segen Gottes hautnah erlebt. Vieles hat uns alle begeistert - tolle christliche Bandmusik von jungen Männern, ein sehr herausfordernder Tag mit Mutsprung, Klettergarten, Kajaktour und Teamspielen, packende Andachten und allabendliche Lagerfeuer oder Fußball-Turniere unter Flutlicht. Aber die wertvollste Erfahrung für uns alle war der Kontakt mit den Ehrenamtlichen, die dieses Camp aufbauen und für unsere Kinder möglich machen. Das sind fünfzig bis sechzig junge Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren. Sie leben das, was heute in Losung und Lehrtext als positiv herausgestellt wird, in absolut überzeugender Weise: Sie sind verlässlich, halten sich an alle getroffenen Vereinbarungen und geben dabei ihr Bestes. Auch auf ihre Verschwiegenheit ist absolut Verlass. Sie bemühen sich um Wahrhaftigkeit, richten ihr Leben jeden Tag neu nach dem Willen Gottes aus. Sie sind fröhlich und geben unseren Konfis und uns Betreuern das Gefühl, dass sie jeden Einzelnen so mögen, wie er ist. Sie ermutigen unsere Teens und leben ihnen vor, wie das geht, wenn man ein Leben in den Spuren von Jesus führen will.
Ich bin dankbar und berührt von soviel Hingabe und danke denjenigen unter uns, die in diesen Tagen für uns gebetet haben. Wir sind bewahrt und reich beschenkt vom 'Konficamp' zurückgekehrt.

Gebet: Vater, ich danke dir für diese jungen Leute, die uns am 'Konficamp' so großartig betreut haben und uns deine Liebe haben spüren lassen. Bitte halte diese Erfahrungen in unseren Konfirmanden wach und hilf ihnen, wenn sie sich an dir orientieren wollen, dass sie immer wieder solche 'Tankstellen' finden und dir treu bleiben können. Amen.

Herzliche Grüße zum Wochenbeginn

Deine / Ihre


Elfriede Bezold-Löhr 

Freitag, 11. Juli 2014

Die Macht der Liebe hl

Losung: Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles. Psalm 103,19

Lehrtext: Christus wird das Reich Gott, dem Vater, übergeben, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 1.Korinther 15,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer hat Macht über dich? Der, dem du diese Macht einräumst. Diktatoren wie Kim Jong-un in Nordkorea haben Macht, Andersdenkende willkürlich einzusperren oder gar zu töten. Sind sie deshalb allmächtig? Ich denke, der hat wirklich Macht über einen anderen Menschen, der auch seine Seele beherrscht, sein Denken, seine Gefühle. Hitlers Handlanger konnten Dietrich Bonhoeffer, den Dichter von „Von guten Mächten“ ermorden. Doch Macht über seine Seele hatten sie nicht. Er hat einem anderen darüber Macht eingeräumt, dem König mit der Dornenkrone, der ohn-mächtig am Kreuz gestorben ist. Den hat Gott auferweckt und ihm alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. So sagt es die Bibel. Er ist der Herr, dem Dietrich Bonhoeffer und zahllose andere Christen nachgefolgt sind. Und darum waren sie innerlich mitten im Gefängnis, ja sogar in der Todeszelle frei.
Da sind aber noch andere Mächte, die Macht ausüben, z.B. die Angst. Sie kann dein Denken und Deine Gefühle beherrschen und dein Leben überschatten: Die Angst vor dem Verlust der Gesundheit, des Arbeitsplatzes, des Lebenspartners oder vor der Meinung anderer: „Was wohl die Leute über mich denken?“
Da ist aber auch die andere Macht, die dich aus dieser Abhängigkeit befreit und all die negativen Mächte zunichte macht. Es ist die Macht der Liebe Gottes, die sich in Jesus gezeigt hat und die der erfährt, der sich ihr öffnet wie ein Kind.
Wer hat Macht über dich, deine Seele, dein Leben? Das wäre doch toll, wenn du sagen könntest: „Die Liebe Gottes. Sie ist es, die mich beherrscht und befreit.“

Gebet: Herr, in dieser Welt herrschen viele böse Mächte und machen Menschen das Leben zur Hölle. Aber sie haben nicht die Macht, mich von deiner Liebe zu trennen. Lass sie stark werden in meinem Leben, damit sie allein mich beherrscht und spürbar wird in dem, was ich denke und fühle, sage und tue. Amen

Herzliche Grüße, Hans Löhr 

Donnerstag, 10. Juli 2014

Unbeirrt glauben hl

Losung: Der HERR sah ihre Not an, als er ihre Klage hörte, und gedachte an seinen Bund mit ihnen. Psalm 106,44-45

Lehrtext: Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt. 1.Korinther 10,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

da lag er nun unter dem Kirschbaum des Nachbarn mit gebrochenem Bein und in der Hand immer noch die Kirschen, die er gestohlen hatte. Der Vater hatte es ihm zwar verboten, aber Günter hatte sich nicht daran gehalten. Nun kam sein Vater mit einer Schubkarre und fuhr ihn nachhause. Dort zog er dem Günter den Hosenboden stramm. Dann brachte er ihn ins Krankenhaus. So war das früher manchmal. Da saß die Hand der Väter locker. Und doch blieb der Sohn der Sohn und bekam die Hilfe, die er brauchte.
Manchmal rennt ein ganzes Volk ins selbstverschuldete Elend. Manchmal muss man selbst die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat und die Konsequenzen seiner Fehler tragen. Aber niemals lässt dich dein himmlischer Vater im Stich. Damals, bei den Israeliten nicht und heute auch nicht. Denn Gott ist treu. „Als er ihre selbstverschuldete, verzweifelte Lage sah und ihre Hilfeschreie hörte, da dachte er an seinen Bund mit ihnen. Ja, seine Liebe zu ihnen war stark, darum taten sie ihm leid.“ So sagt es unser heutiges Losungswort in einer neueren Übersetzung.
Gott ist treu.  Was deinem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht deine Kraft. Gott steht zu dir. Er lässt nicht zu, dass die Versuchung größer ist, als du es ertragen kannst. Wenn dein Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen. – Das sage nicht ich, das sagt dir die Bibel (Lehrtext).

Gebet: Herr, ich verlasse mich ganz und gar auf deine Treue. Du hast mir versprochen, auch im finsteren Tal bei mir zu sein, durch dick und dünn mit mir zu gehen. Du trägst mir meine Fehler nicht nach und gibst mir wieder eine neue Chance. Das war bisher so. Das wird auch künftig so sein. In diesem Glauben lasse ich mich von nichts und niemanden beirren. Amen

Herzliche Grüße, Hans Löhr 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Vor Gottes Thron hl

Losung: Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. Psalm 48,11

Lehrtext: Danach hörte ich etwas wie eine große Stimme einer großen Schar im Himmel, die sprach: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Kraft sind unseres Gottes! Offenbarung 19,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie kann man etwas rühmen und preisen, das man nicht sieht? So fragen sich schon immer Menschen, die mit dem Glauben nichts anzufangen wissen. Vielleicht gibt uns der Wind darauf eine Antwort. Jeder weiß, was das ist und doch sieht man den Wind nicht, sondern nur seine Wirkung: Die Wellen auf dem Ozean, die sich biegenden Baumkronen, die an der Leine flatternde Wäsche. So ist es auch mit Gott. Noch niemand hat ihn von Angesicht zu Angesicht gesehen. Aber zahllose Menschen spüren sein Wirken. Und dafür rühmen und preisen wir ihn, für das, was er Großes im Leben eines jeden von uns getan hat und noch immer tut: Für die Geburt unserer Kinder und Enkelkinder, für den Frieden und Wohlstand in unserem Land, für die Genesung nach einer schweren Krankheit, für die Versöhnung nach einem Streit…
Johannes, der seine Visionen im Buch der Offenbarung niedergeschrieben hat, hörte die Stimme einer großen Menschenmenge, die sich bereits bei Gott in der Ewigkeit befindet. Und was er hörte, waren nicht zehntausende von Fußballfans, die gestern im Stadion von Belo Horizonte anfangs noch „Brasília, Brasília!“ gerufen haben und auch nicht die Stimmen von ein paar 1000 deutschen Schlachtenbummler mit ihren „Deutschland, Deutschland!“-Rufen als ein Tor nach dem anderen fiel. Johannes hörte die Stimmen der Erlösten, wie sie vor dem Thron Gottes stehen und ihn preisen.
In der traditionellen Abendmahlsliturgie heißt es dazu: »Mit ihnen lass auch unsere Stimme sich vereinen und bekennen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll, Hosianna in der Höhe!« So sind wir im Glauben und im Gotteslob mit denen verbunden, die uns vorausgegangen sind, bis auch wir einmal mit ihnen in der großen Schar vor Gottes Thron stehen und das „Halleluja“ singen.

Gebet:
Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne
und Gott dem Heil‘gen Geist im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreiein‘gen Gott,
wie es im Anfang war
und ist und bleiben wird
so jetzt und immerdar. (EG 321,3)

Herzliche Grüße, Hans Löhr 

Dienstag, 8. Juli 2014

Leuchttürme der Menschlichkeit – Dunkelkammern der Erbärmlichkeit hl

Losung: Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken. 3.Mose 19,13

Lehrtext: Jeder von uns lebe dem Nächsten zu gefallen, ihm zum Wohl, um ihn aufzubauen. Römer 15,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben heute das Bürgerliche Gesetzbuch, in dem steht, was Recht und Gesetz ist. Die Israeliten hatten ihre Bibel, das, was heute das „Alte Testament“ genannt wird. Darin steht eine Fülle von Gesetzen, Geboten und Verboten, nach denen sich fromme Juden noch heute richten. Unter anderem steht da auch das heutige Losungswort: »Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken.« (3. Mose 19,13 Teil 1) „Der Nächste“, das waren damals die Landarbeiter, die für einen geringen Tageslohn „ihre Haut zu Markte trugen“ und nur tageweise eingestellt wurden (3. Mose 19,13 Teil 2). Aber auch sie sind der Bibel zufolge Gottes Geschöpfe, mit gleicher Würde wie die reichen Großgrundbesitzer, für die sie arbeiten.
Die Würde der Armen, der Schwachen, der Flüchtlinge und Asylsuchenden (3. Mose 19,33+34) ist bis heute ein Thema geblieben, auch in unserem reichen Land. Was unser Staat und unsere Gesellschaft wert ist, zeigt sich daran, wie man bei uns mit den Hilfsbedürftigen umgeht, wie und wo man die Asylsuchenden unterbringt, erträgliche Lebens- und Arbeitsbedingungen für sie schafft, wie ungelernte Arbeitskräfte – meist Saisonarbeiter – bei uns bezahlt werden, wie Kranke gepflegt, Alte (3. Mose 19,32) umsorgt und Behinderte integriert (3. Mose 19,14) werden. Die Bilanz in Deutschland fällt gemischt aus. Da stehen Leuchttürme der Menschlichkeit neben Dunkelkammern der Erbärmlichkeit.
Jesus hat uns für das Zusammenleben ein einziges, umfassendes Gebot gegeben: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.« Er hat es nicht er-funden, sondern im Alten Testament ge-funden, wenige Verse nach unserem Losungswort: 3. Mose 19,18b. In diesem Gebot, auf das auch unser heutiger Lehrtext verweist, hat er die vielen Gebote des Alten Testaments zusammengefasst und noch ein anderes hinzugefügt: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.« Für ihn lebt die Liebe zum Nächsten aus der Liebe zu Gott. Doch auch die Liebe zu Gott ist nur echt, wenn ich zugleich meinen Mitmenschen liebe.

Gebet: Herr, bevor ich mit Fingern auf andere zeige, die deine Gebote missachten, will ich auf mich sehen und tun, was ich von ihnen erwarte. Und so bitte ich dich um ein Herz voll Liebe für dich und die, die mich brauchen. Amen

Herzliche Grüße, Hans Löhr

p.s. Im Umfeld des heutigen Losungswortes steht auch ein bemerkenswertes Wort gegen die menschliche Gier, die uns heute wohl mehr zu schaffen macht als je zuvor. Siehe 3. Mose 19,23-25)

Montag, 7. Juli 2014

„Ändert euch!“ hl

Losung: Höret, alle Völker! Merk auf, Land und alles, was darinnen ist! Denn Gott der HERR hat mit euch zu reden. Micha 1,2

Lehrtext: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Hebräer 1,1-2

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht es Sie an, geht es dich, geht es mich etwas an, was der Prophet Micha im Losungswort sagt, dass alle Völker und auch unser Land aufmerken sollen, weil Gott uns etwas zu sagen hat? Ach so, Gott redet gar nicht mit uns, sondern mit den Israeliten vor bald 3000 Jahren. Gott sei Dank! Denn was er damals diesen Leuten durch seinen Propheten zu sagen hatte, würde uns ganz und gar nicht gefallen. Gott kündigte seinem eigenen Volk ein schreckliches Gericht an, weil es von ihm abgefallen war und Götzen angebetet hat. Aber wie wäre es denn, wenn das heutige Losungswort uns tatsächlich etwas anginge, und Gott auch unserem deutschen Volk das Gericht ankündigte? Vielleicht würde der Prophet Micha dann sagen: „Ihr Deutschen seid noch schlimmere Götzenanbeter. Ihr betet den Mammon an, den Gott des Geldes, und habt den lebendigen Gott, den Vater Jesu Christi verlassen. Die Kirchtürme eures Götzen sind die Wolkenkratzer der Banken. Euer Gebetbuch ist der Aktienkurs. Euer Choral das Lied der Gierhälse.“ Und wir, was könnten wir ihm antworten? „Haben wir nicht die Pfarrerstochter Angela Merkel als Bundeskanzlerin, den Pfarrer Joachim Gauck als Bundespräsidenten und die Christdemokraten als Regierungsparteien?! Was soll also die Kritik? Uns geht's doch gut, besser als allen anderen in Europa. Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen sind verhältnismäßig niedrig, die politischen Verhältnisse sind stabil. Was soll uns da schon groß passieren?!“ Würde, ja wird uns das retten? Werden unsere Kinder und Enkelkinder deswegen von der großen Katastrophe, vor der immer mehr warnen, tatsächlich verschont werden?
Das sind keine aufbauenden und mutmachenden Gedanken zum Wochenbeginn. Warum muss auch das heutige Losungswort ausgerechnet aus dem Buch des Propheten Micha sein?! Und was sagt der Lehrtext?: „Gott hat in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.“ In diesen letzten Tagen! Haben wir den keine Zeit mehr? Und was hat er geredet durch den Sohn?: »Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen«. In unserer Sprache: „Ändert euren Sinn, eure Einstellungen, euer Verhalten! Ändert euch, denn Gott ist nahe. Den einen kommt er zum Gericht, den anderen zur Rettung.“

Gebet: Großer Gott, wirst du uns und unsere Kinder richten? Wirst du uns zur Rechenschaft ziehen dafür, wie wir in unserem Land wirtschaften und die eigene Zukunft aufs Spiel setzen? Wirst du uns die Gottlosigkeit gerade auch der Christen hierzulande durchgehen lassen? Ich bitte dich, hab Erbarmen mit uns. Richte uns, aber verdirb uns nicht. Lass uns aufwachen aus dem Schlaf der Gottvergessenheit, dass wir dich wieder suchen und mit unserem Leben ehren. Amen

Herzliche Grüße, Hans Löhr 

Sonntag, 6. Juli 2014

In Gottes Einflussbereich leben hl

Lichtblickpredigt am 6. Juli 2014 von Hans Löhr.

Liebe Freunde,

der Glaube an Gott ist eine Kraft, die heilt, die uns von dem Bösen erlöst, wie wir im Vaterunser beten, vor allem aber eine Kraft, die Menschenleben verändert.
Manche aber wollen nicht, dass sich in ihrem Leben etwas ändert, dass plötzlich ganz andere Dinge wichtig werden als bisher. Ich kann das verstehen, denn Veränderung macht immer auch Angst. Da fragst du dich: „was wird sein, wenn ich meine bisherigen Einstellungen loslasse und mich an neuen Werten orientiere?“
Andere aber wollen genau das und sehnen sich nach dem neuen Leben, von dem in der Bibel die Rede ist und das Gott durch den Glauben in ihnen bewirkt. So wie es Jesus mit seinen Gleichnissen vom Himmelreich, vom Einflussbereich Gottes, erzählt. Er sagt:
„Wenn Gott im Leben eines Menschen an Einfluss gewinnt, ist es wie mit einem Schmuckhändler, der auf der Suche nach wertvollen Perlen ist. Eines Tages entdeckt er die kostbarste und schönste Perle seines Lebens. Was soll er tun? Er verkauft alles, was er besitzt er lässt alles los, was ihm bisher wertvoll war, er gibt sein ganzes altes Leben für diese eine Perle dran. Sie zu besitzen, ist sein großes Ziel.“ (Matth. 13,45-46)
So also ist es, wenn ein Mensch Gott entdeckt und beschließt, ihn in sein Leben einzuladen und künftig in seiner Gegenwart, unter seinem Einfluss zu leben.
Dafür gibt es eindrückliche Beispiele zu allen Zeiten, so auch heute. Immer wieder gibt es ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige, Gewalttäter wie Kriminelle, die glaubwürdig davon berichten, wie sie zum Glauben an Gott gekommen sind und sich dadurch ihr bisheriges Leben komplett geändert hat. Auf welchen Wegen auch immer haben sie den alles entscheidenden Satz von Jesus gehört, mit dem sein öffentliches Wirken begonnen hat. »Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe!« (Matth. 4,17) Doch dieser Satz muss in unsere Sprache übersetzt werden, damit er auch heute noch verstanden wird. Dann heißt er: »Ändert eure Einstellungen, euer Denken, euer Verhalten, denn Gott ist zu euch gekommen, um euch ein neues, ein besseres Leben zu geben.«
Diese zentrale Botschaft Jesu gilt genauso dir hier und mir. Du und ich, wir beide müssen uns die Frage stellen: will ich so weiterleben wie bisher oder soll in meinem Leben noch einmal etwas neu werden? Sind die Maßstäbe nach denen viele andere in dieser Welt leben, das, was auch ich will oder sehne ich mich nach einem Leben, das sinnvoll ist, in dem ich inneren Frieden finde und ein großes Gottvertrauen spüre?
Ich will euch von einer Frau erzählen, die dieses Leben gefunden hat. Bei ihr ist das weniger spektakulär und dramatisch als bei den Drogensüchtigen und Kriminellen, die zu Gott gefunden haben. Aber vielleicht ist es gerade deshalb für dich interessant.
Ich kenne diese Frau persönlich. Über 40 Jahre lebte sie in ihrem Dorf so wie alle anderen auch. Sie wurde getauft, hat den Kindergottesdienst besucht, wurde konfirmiert, hatte Religionsunterricht in der Schule und ab und zu ging sie auch mal in die Kirche. Und trotzdem spielte Gott in ihrem Alltag keine Rolle. Er kam einfach nicht vor. Wozu sollte sie ihn auch brauchen?
Eine Freundin hat sie mehrmals zu einem Treffen christlicher Frauen eingeladen. Sie ging da hin und lernte die Herzlichkeit und die Gemeinschaft dort schätzen. Doch mehr tat sich bei ihr nicht. Dann fand vor ungefähr zehn Jahren wieder einmal die deutschlandweite Evangelisationsinitiative „ProChrist“ statt. Auch in unserer Region gab es an mehreren Tagen hintereinander eine Fernsehübertragung der zentralen Veranstaltung mit einem bekannten Prediger. Sie sah sich das mit ihren Bekannten aus der Frauengruppe an. Schon an den ersten Abenden spürte sie in sich den Wunsch, ein anderes Leben zu führen, ein Leben, in dem Gott eine größere Rolle spielen sollte, ja, die Hauptrolle. Aber sie traute sich noch nicht, sich für Gott zu öffnen. Am letzten Abend aber spürte sie in sich eine Kraft, die sie aufstehen ließ. Unbeirrt ging sie auf das große Kreuz in dem Saal zu. Und als sie davor stand, beschloss sie, ihr ganzes bisheriges Leben in Gottes Hand zu legen, ihm alles zu bringen und ihn zu bitten, ihr den Glauben und den Frieden zu schenken, wonach sie sich sehnte.
   Was ist geschehen? Ein Mensch wechselt die Seiten. Bisher hat er fast ausschließlich im Einflussbereich unserer Gesellschaft gelebt, hat sich in seinem Verhalten und in seinen Einstellungen an seinen Angehörigen, Nachbarn und Arbeitskollegen orientiert, an ihren materialistischen Wertvorstellungen. Bisher galt: Ich muss genug verdienen, um mit den anderen mithalten zu können. Ich muss möglichst viele Feste mitmachen und Einladungen annehmen, um dazu zu gehören.
Doch plötzlich gerät dieser Mensch, diese Frau in einen anderen Einflussbereich, wo Gott  regiert und Jesus zur wichtigsten Person wird, an der sie sich orientiert. Von nun an lebt sie nicht nur in dieser Welt, sondern zugleich auch im Himmelreich.
Himmelreich? Ich muss das erklären, weil es für viele missverständlich ist. Der Evangelist Matthäus wurde noch im jüdischen Glauben erzogen. Als er die Gleichnisse Jesu aufschrieb, vermied er deshalb das Wort „Gott“. Er wollte sich nicht am „Namen des Herrn“ versündigen wie es im zweiten Gebot heißt: »Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen.« Also ersetzt Matthäus das Wort Gott durch das Wort Himmel. Wenn man das weiß, weiß man auch, dass das Himmelreich kein Gebiet über den Wolken ist, sondern der Einflussbereich Gottes hier bei uns auf der Erde, in unserer Welt und vielleicht auch in deinem Leben.
Ein Mensch wechselt die Seiten, so wie auch der Schmuckhändler die Seiten gewechselt hat. Um die neue kostbare Perle zu bekommen, hat er seinen bisherigen Besitz, sein altes Leben dafür dran gegeben. So verhält es sich mit dem Einflussbereich Gottes, sagt Jesus und fährt fort:
„Mit dem Himmelreich verhält es sich wie mit einem Senfkorn. Es ist ein winziger Same. In der Erde verborgen beginnt er zu keimen, wird groß und eine mächtige Staude, die anderen Schutz bietet. So ist es auch, wenn ein Mensch Gott für sich neu entdeckt. (Matthäus 13,31-32) Es beginnt ganz unspektakulär tief in ihm. Doch dann ändert sich allmählich sein Leben, so dass es auch seine bisherige Umgebung merkt. Die einen reagieren ablehnend, weil sie spüren, dass dieser Mensch mit seinen Einstellungen und Werten nun nicht mehr zu ihnen gehört. Andere freuen sich darüber und heißen ihn in ihrer Gemeinschaft willkommen.
Und weiter sagt Jesus: „Mit dem Himmelreich, also mit dem Einfluss Gottes hier auf der Erde, verhält es sich wie mit Hefe, die eine Frau zum Backen nimmt. Sie stellt den gekneteten Teig zur Seite und die Hefe tut ihr Werk. Sie durchdringt den Teig und lässt ihn gehen bis der Kuchen seine Form gefunden hat. So tut auch Gott sein Werk in einem Menschen, der sich für ihn und sein Wort öffnet und ihn in sich wirken lässt. Immer mehr Bereiche seines Lebens werden so von Gott durchdrungen, bis das ganze Leben dieses Menschen von ihm bestimmt wird. (Matth 13,33)“
Jesus sagt mit seinen Gleichnissen vom Himmelreich etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber auch bei uns Christen hier nicht selbstverständlich ist. Nämlich, dass der Glaube und mit ihm das Gottvertrauen das Leben eines Menschen verändert und es also darauf ankommt, dass ich im Glauben nicht stehen bleiben, sondern ein Leben lang bereit bin zu wachsen und neue Erfahrungen mit Gott zu machen. Manchmal muss nur ein Knoten platzen. Manchmal aber ist auch ein Anstoß von außen nötig.
Doch dazu braucht es andere Menschen, die dir von ihren Erfahrungen mit Gott erzählen, die an dich weitergeben, was sie an Segen und Frieden von Gott bekommen haben und denen du abspüren kannst, dass sie sich nicht mehr um alles und jedes Sorgen machen müssen.
Der Glaube an Gott ist eine Kraft, die Menschenleben verändert. Wie ist das bei dir? Willst du dich von Gott ändern lassen? Willst du, dass er auf dich Einfluss nimmt und du ein neues Leben beginnst, in dem du gelassener sein kannst, weil nicht mehr du selbst dein Leben zurechtbiegen musst, sondern Gott in dir wirken lässt? Ihm gehört doch ohnehin alles, was ist. Alles hat er geschaffen und nichts, was ist, ist ohne ihn. Auch du. Vielleicht kannst du zum Schluss mit mir sagen und beten:
Gebet: Herr, ich bringe dir alles, mein ganzes Leben, es gehört dir ja sowieso.
Ich bringe dir meine Sorgen und Hoffnungen,
mein Scheitern und mein Gelingen,
mein Leid, meine Tränen und meine Freude.
Ich bringe dir meine Schwächen und meine Kraft,
meine Schuld, meinen Zweifel und meinen Glauben,
allen Druck den ich habe und den Stress.
Alles was ich bin und habe: meine Familie, mein Leben –
ich lege es in deine Hand.
Es gehört dir.
In dir will ich leben.
Lebe du auch in mir.
Wo du bist, will auch ich sein und wo ich bin, sei du bei mir. Amen

Freitag, 4. Juli 2014

Freundschaft im Glauben ebl

Losung: "Aus weiter Ferne werden Menschen kommen, um an meinem Tempel mitzubauen." (Sacharia 7, 15)

Lehrtext: "Weil ihr zu Jesus Christus gehört, seid auch ihr als Bausteine in diesen Tempel eingefügt, in dem Gott durch seinen Geist wohnt." (Eph. 2, 22)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Religionsunterricht in der 4.Klasse habe ich mit meinen Kindern gestern ein 'Haus der Ökumene' gemeinsam gebaut. Als Schutz ein breites rotes Dach, darunter, Mauerstein für Mauerstein, Gemeinsamkeiten von Katholiken und Protestanten. Da steht 'Gott' auf einem Stein und 'Sonntagskinder' auf dem nächsten, neben 'Jesus Christus' steht 'Querbeet' und 'Jungschar' und 'Gebet' und 'Schulgottesdienste'. Wir haben gemauert und gemauert - und festgestellt, dass der Tempel des Herrn viele und sehr verschiedene Steine hat. Er steht. Und er ist groß. Und - wir sind mit dem Mauern nicht fertig geworden. Hätten wir noch mehr Zeit gehabt, wäre unser Haus nochmals gewachsen.
Uns ist klar geworden, dass das Haus Gottes aus total verschiedenen Menschen besteht, die ganz unterschiedliche Formen brauchen, um ihren Glauben zu leben. Folglich ist das Haus Gottes keine starre Größe, sondern ein lebendiges Gebilde, das sich auch immer wieder ändert. Wie schön.

Gebet: "Danke, Vater, dass wir in unseren Gemeinden an deinem Haus tatkräftig bauen können. Wir freuen uns über jeden, der mitbauen will, sich einbringt mit seinen Begabungen und Stärken. Wir erleben deinen Segen in dem Bunten und Vielfältigen. Schenk du uns auch eine Zukunft als Gemeinde, in der du der Mittelpunkt bist. Amen.

Fröhliche Grüße aus Sommersdorf!


Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 3. Juli 2014

Gib uns nicht auf ebl

Losung: In deinem Land wird es keine Verbrechen mehr geben, keine Zerstörung und Verwüstung. Deine Mauern geben dir Schutz und deine Tore bringen dir Ruhm. (Jes. 60, 18)

Lehrtext: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen , und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei. (Offenbarung 21, 4)

Liebe Losungsgemeinschaft,

so wird es einmal sein laut den Zusagen in der Bibel. Das verspricht Gott den Leuten, die sich auf ihn verlassen: Eine Welt ohne Gewalt und Gier, ohne Angst und ohne Scham und Schande, ohne sinnloses Sterben und lähmenden Schmerz. Wer das glaubt unter uns angesichts von erstickten Menschen in Flüchtlingsbooten auf dem Weg ins rettende Europa, angesichts von hemmungsloser Gewalt im Nahen Osten, angesichts von Gier und Selbstbezogenheit in unserem Land - der muss einen Horizont haben, der weiter reicht als der der Journalisten und Kriegsberichterstatter.
Wir haben ihn, wenn wir glauben. Besser gesagt: Gott hat ihn. Darauf vertrauen wir und leben 'trotzig' Tag für Tag, so gut es uns jeweils gelingt. Es bringt uns nichts, wenn wir uns lähmen lassen von Weltuntergangspropheten. Wir leben aus einer Hoffnung, die sich nicht im Hier und Jetzt erschöpft. Lassen wir uns heute durch diesen Silberstreifen am Horizont unserer Welt von Gott ermutigen. Richten wir uns auf Gott und seine Zusage aus und halten damit einen lebensbejahenden Kurs.

Gebet: Vater, manchmal fällt es mir schwer, darauf zu vertrauen, dass wir Menschen noch zu retten sind. Wenn ich die Zeitung in die Hand nehme, lese ich zu viel von Katastrophen. ich bitte dich: Gib uns nicht auf. Mach deinen Einfluss in unserer Welt geltend. Und halte in uns die Hoffnung wach, dass es anders sein könnte, als es gegenwärtig ist. Und dass es ganz anders werden wird, wenn wir bei dir sind. Amen.

Liebe Grüße aus Sommersdorf ins Nachbardorf und ganz weit weg ...


Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 2. Juli 2014

Nur Männer? Nein danke! ebl

Losung: Gott schuf die Menschen als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen 'Mensch'. (1. Mose 5, 2)

Lehrtext: Jeder von uns weiß, es gibt keine Frau ohne einen Mann und keinen Mann ohne eine Frau. Denn so wie die Frau vom Mann abstammt, so stammt auch der Mann von der Frau ab. Beide aber kommen von Gott und sind in Christus eins. (1. Kor. 11, 11 - 12)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir werden heute mit der Losung daran erinnert, dass nur 'eine Sorte Mensch' Gott langweilig erschien. Vielleicht hat er sich gedacht: "Nur Männer? Nein danke!" Da musste noch etwas passieren, da musste Schwung rein. So hat der Schöpfer uns als Männer und Frauen, als Jungs und Mädchen gewollt und deshalb so geschaffen. In unserer Verschiedenheit liegt ein phantastischer Reichtum - angefangen bei den je eigenen Stärken von Frauen und Männern bis hin zum Geschenk der Sexualität und dem darin geborgenen Wunder, Kinder gemeinsam zeugen zu können, deren Geburt zu erleben und in ihnen wiederum die Chance auf Leben weiterzugeben.
Darin spiegelt sich etwas von dem wieder, wie Gott selbst ist. Er spricht von sich in der Mehrzahl von Vater, Sohn und Geist - und wir reflektieren etwas von ihm und seinem Wesen in unserer Vielfalt, die im Mann- oder Frausein ihren Anfang genommen hat. Wir sollten ein Sätzchen in der Bibel nicht überlesen, das da am Ende von Gottes Schöpfungsakt steht: "Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und sah: Es war alles sehr gut." (1. Mose 1, 31) Sehr gut für uns. Optimal. Bestmöglich.

Gebet: Vater, darin zeigt sich deine Liebe und Gnade für uns von Anfang an, dass du alles für uns bestmöglich eingerichtet hast. Danke für das Wunder der Verschiedenheit von Männern und Frauen, das so vieles in Bewegung hält. Zeige uns, wo es für uns segensreich ist, wenn wir uns an deine Schöpfungsordnung halten. Schenk uns die Weisheit, auf das zu verzichten, was für uns heute theoretisch möglich ist, uns aber möglicherweise nicht gut tut. Amen.

Herzlich grüßt dich und Sie
deine / Ihre


Elfriede Bezold-Löhr