Samstag, 31. Mai 2014

Große Geschenke hl

Losung: David betete: Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan. 2.Samuel 7,21

Lehrtext: Viele, die Jesus zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen? Markus 6,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht denken Sie / denkst Du jetzt, wenn du die Losung liest: „Naja, David hatte gut reden und beten. Schließlich war er ein mächtiger und berühmter König. Aber ich? Wer bin ich schon?“ Du bist ein Kind Gottes wie er. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei deiner Taufe hat Gott dir versprochen, dich zu segnen, dich am Leben zu erhalten und durch gute und schlechte Zeiten hindurch zu begleiten. Und er hat sein Versprechen gehalten, sonst würdest du jetzt diese Zeilen nicht lesen können. Sind das nicht „große Dinge“, dass du auf dieser Welt in dieser Zeit leben darfst? Und wenn es dir zurzeit nicht so gut geht, ist es dir nicht früher schon besser gegangen? Und wird Gott dir nicht helfen, dass es dir auch wieder besser gehen wird? Doch, er wird das tun, weil er es versprochen hat und weil er es will. Wer genau auf sein Leben schaut, erkennt darin »alle diese großen Dinge« (Losung), die Gott getan hat. Vielleicht müssen wir nur manchmal die richtige „Brille“ aufsetzen, um scharf zu sehen.
Und den „Wundermann“ Jesus (Lehrtext), von dem wir so viel Tröstliches und Mutmachendes in der Bibel lesen können, den hat Gott ebenfalls für dich auf diese Erde geschickt, damit du weißt, dass Gott dich liebt, damit du in deinem Leben einen hast, auf den du dich unbedingt verlassen kannst, damit du eine Hoffnung hast, die weit über das hinausreicht, was du sehen und verstehen kannst. Doch, du und ich, wir sind von ihm reich beschenkt, auch wenn wir keine Könige sind wie David. Manchmal bekommt man ja ein Geschenk und weiß gar nicht, wie wertvoll es ist. Dann lässt man es entweder links liegen oder schmeißt es weg. Nein, das wollen wir nicht tun. Wir wollen auf unser Leben Acht geben, uns um unseren Glauben kümmern und Gott mit unserem Dank ehren. Ich meine, wir haben allen Grund dazu.

Gebet: Herr, bei allem, was sich im Augenblick vermisse und wo ich mir eine Änderung zum Guten wünsche, will ich dir zu allererst danken für das, was du bisher schon Gutes in meinem Leben getan hast und dafür, dass ich auch jetzt so viel Gutes erfahre. Lass mich all das, was mir zum Leben hilft, nicht selbstverständlich nehmen, sondern den Wert erkennen, den es für mich hat. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 30. Mai 2014

In Gottes Namen hl

Losung: Mit Gott wollen wir Taten tun. Psalm 60,14

Lehrtext: Jesus sprach: Geht hin und lernt, was das heißt: »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Matthäus 9,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

meine Mutter erzählte mir, dass meine Großeltern väterlicherseits am Acker ein Gebet gesprochen haben, bevor sie das Korn mit der Sense mähten. Sie hatten nur ein bescheidenes Auskommen. Aber sie kamen aus mit dem Wenigen, das sie besaßen, und strahlten damals auf mich als Kind Zufriedenheit aus.
Heute kommt zum Ernten der Maschinenring mit gigantischen Mähdreschern und räumt die Felder leer. Ob die jungen Kerle, die oft diese Maschinen bedienen, zuvor beten? Ob sie sich vornehmen, was im Psalm 60 steht: »Mit Gott wollen wir Taten tun.«? Und diejenigen, denen die Felder gehören? Zweifellos haben sie heutzutage ein recht ordentliches Aus- und Einkommen. Ob sie zufriedener sind als meine Großeltern? Oder werden sie innerlich angetrieben von dem Motto, nach dem unsere Gesellschaft lebt: „Mehr, mehr, immer mehr.“?
Ich will mich selbstkritisch fragen: Will ich all das, was ich den Tag über so tue, mit Gott und in seinem Namen tun? Und was ist es, das mich antreibt?
In einem alten Morgenlied heißt ein Vers:
Gebet:
Gott will ich lassen raten (= mich beraten),
denn er all Ding vermag.
Er segne meine Taten,
mein Vornehmen (= das, was ich mir vornehme) und Sach.
Ihm hab ich heimgestellt (= anheimgestellt / anvertraut)
mein Leib, mein Seel, mein Leben
und was er sonst gegeben;
er mach´s, wie´s ihm gefällt (= wie er es will)
Der Sinn dieses Verses heißt: Ich lebe mein Leben mit Gott. Was ich tue, will ich in seinem Namen tun.
Jesus sagt dazu sinngemäß im Lehrtext: Denke in Glaubensdingen nicht nur an dich. Denke nicht nur daran, welche Gebete du für dich sprechen willst, welche Spende (= Opfer) du Gott geben willst, damit er dir wohlgesinnt sei. Bedenke vielmehr, wem gegenüber du barmherzig sein willst und sollst. Barmherzig? Also, für wen du ein Herz hast, wem du etwas Gutes tun kannst über deine Angehörigen hinaus. Das muss nicht immer eine Geldspende, das kann auch mal eine Zeitspende sein.

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 29. Mai 2014

Hinter der feurigen Mauer hl

Losung: Ich will, spricht der HERR, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein. Sacharja 2,9

Lehrtext: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

war es in einem Abenteuerroman von Jack London? Ich weiß nicht mehr, wo ich das als Jugendlicher gelesen habe. Jedenfalls musste da ein Mann in der Wildnis übernachten, wo es von Wölfen nur so wimmelte. Tagsüber hielt er sie mit seinem Gewehr in Schach. Aber was sollte er tun, wenn es dunkel würde, wenn er einschliefe? Er machte aus Feuerholz einen Kreis, zündete ihn an und legte sich in der Mitte schlafen. Die feurige Mauer hielt die wilden Tiere ab und der Mann war hinter ihr in Sicherheit. Warum ich mir das gemerkt habe? Nun vielleicht, weil ich es damals nützlich fand, eine solche Überlebensstrategie zu kennen, wenn ich als Abenteurer demnächst „allein in die weite Welt hinein“ ginge.
Die Abenteuer, die ich seitdem erlebt habe, waren dann doch etwas anderer Natur. Aber die Geschichte fiel mir wieder ein, als ich die heutige Tageslosung las. Die von Menschenhand errichtete Mauer Jerusalems ist im Lauf der blutigen Geschichte der Stadt zu oft zerstört worden, als dass man sich dahinter besonders sicher hätte fühlen können. Aber wenn Gott selbst eine feurige Mauer rings um die Stadt wäre… ?
Die Stadtmauern in aller Welt sind verschwunden, weil sie durch die Erfindung der Artillerie keinen Schutz mehr bieten konnten. Wo sie noch stehen, sind sie touristische Attraktionen, Fotomotive wie in Rothenburg ob der Tauber. Das Sicherheitsbedürfnis von uns Menschen ist geblieben. Aber was auch immer wir erfinden, nichts kann uns eine solche Geborgenheit schenken wie Gott. Er schützt und behütet mich vor Krankheiten, Unfällen und anderen Schicksalsschlägen. Aber nicht immer. Doch er bewahrt mich in ihnen, dass ich in allem, was mir Böses widerfährt, nicht untergehe und verzweifle. Er ist die feurige Mauer um meine Seele, hinter der ich zur Ruhe kommen und aufatmen kann wie sehr auch die „Wölfe“ ringsum heulen. Im heutigen Lehrtext verspricht Jesus, eine solche Mauer zu sein, die mich jeden Tag umgibt für immer: eine Mauer aus dem Feuer von Gottes Liebe.

Gebet: Herr, wo sonst kann ich geborgen sein als in dir? Was auch kommt, du bist schon da an jedem Tag in dieser Welt. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Mittwoch, 28. Mai 2014

Kämpfe mit Gottes Hilfe hl

Losung: Kaleb sprach zu Josua: Meine Brüder machten dem Volk das Herz verzagt, ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich. Josua 14,8

Lehrtext: Werde wach und stärke das andre, das sterben will. Offenbarung 3,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

was ist geschehen? Mose hat das Volk der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten geführt bis an den Jordan, die Grenze des ihnen von Gott verheißenen Landes. Jetzt beauftragt er Josua, Kaleb und noch ein paar andere Israeliten, das Land der Kanaäer auszukundschaften, ob und wie man es am besten erobern könne. Als die Spione zurückkommen, sagen sie, dass dies unmöglich sei, weil die Kananäer groß wie Riesen seien. So machen sie dem Volk der Israeliten »das Herz verzagt« (Losung), obwohl Kaleb und Josua widersprechen und sagen, dass sie das Land durchaus in Besitz nehmen könnten, wenn sie denn bereit wären, mit Gottes Hilfe darum zu kämpfen.
Gott hatte seinem Volk dieses Land versprochen. Und nun wollte es vor lauter Angst diese Gabe nicht annehmen. Es traute seiner Hilfe ein weiteres Mal nicht. Daraufhin war Gott so enttäuscht und erzürnt, dass alle, die aus Ägypten ausgezogen waren, noch 40 Jahre in der Wüste herum wandern mussten, bis sie dort gestorben waren. Erst ihre Kinder sowie Josua und Kaleb durften das verheißene Land in Besitz nehmen. Bevor es so weit war, kam es zu dem Gespräch zwischen Kaleb und Josua (Losung). Kaleb verlangte nun für seine Familie seinen Anteil am Land. Er war inzwischen 85 Jahre alt. Doch er war nach wie vor bereit, für das Land, das Gott ihm versprochen hatte, zu kämpfen. Da segnete Josua den Kaleb und sprach ihm seinen Teil am Land Kanaan zu.
Und nun zu Ihnen / zu dir. Gott hat dir das Leben geschenkt, die Gesundheit, Menschen, mit denen du verbunden bist, auch den Glauben und vieles andere mehr. Bist du bereit, darum zu kämpfen, wenn du Gefahr läufst, das alles wieder zu verlieren? Bist du bereit um deine Gesundheit zu kämpfen, wenn du krank bist? Um deinen Glauben, wenn du unsicher wirst? Um einen dir lieben Menschen, wenn die Beziehung schwierig geworden ist? Um deine Gemeinde, wenn sie den Tod der Langeweile stirbt und lieber verschimmelt als sich zu verändern?
Alle Gaben Gottes für uns sind immer zugleich auch Aufgaben, dass wir daraus etwas machen, darauf acht geben, uns dafür einsetzen. Er prüft uns in Schwierigkeiten und Widerständen, ob wir ihm »treulich folgen« (Losung) und auf seine Hilfe vertrauen. Ob wir als Einzelperson wie auch als Christengemeinde »wach werden« (Lehrtext) oder gottvergessen vor uns hindämmern und geistlich sterben wollen. Er fordert uns heraus, zu den geistlichen Waffen zu greifen und den Kampf aufzunehmen (klick: Epheser 6,10-17). Natürlich gibt es für jeden von uns immer wieder Gründe zu verzagen, zu resignieren und aufzugeben. Aber das hat Gott seinen Menschen schon immer verboten, damals, zu Zeiten der Bibel, und heute. Egal wie alt sie sind. Denn wie will er einem helfen, der sich selbst aufgegeben hat? Darum lebe, kämpfe mit seiner Hilfe! Er wird dir die Kraft geben, die du brauchst.

Gebet: Ja, Herr, du bist gütig und gnädig. Aber du forderst mich auch heraus. Du hast mich nicht als halbtote Couchkartoffel geschaffen, sondern dass ich in jeder Hinsicht lebendig und beweglich bin, körperlich, geistig und geistlich. Du verheißt mir eine gute Zukunft, wenn ich bereit bin, dass Meine dazu zu tun. Du willst mir helfen, Schwierigkeiten zu bestehen und den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen. Ich verspreche dir heute aufs neue, mein Bestes zu geben, für dich und für mich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 27. Mai 2014

erquickt hl

Losung: Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. Jesaja 35,6

Lehrtext: Der Seher Johannes schreibt: Ein Engel zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens. Offenbarung 22,1-2

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein(e) Labsal (Wohltat), nach ein paar Stunden schweißtreibender Gartenarbeit ein kühles Kristallweizen zu trinken und unter der Dusche zu stehen! Nein, natürlich nicht gleichzeitig. Das erquickt innen und außen.
Und was für ein(e) Labsal, wenn mich Gott zum frischen Wasser führt und meine Seele erquickt! Du hast doch diese Zeile aus dem 23. Psalm schon oft gebetet. Hast du das auch so erlebt? Selbst die Natur atmet auf, wenn nach längerer Trockenzeit endlich wieder Regen fällt.
Gott sei Dank fällt bei uns genug Regen und haben wir keine Wüste. Doch stimmt das? Viele, zu viele Seelen in unserem Land sind ver-wüstet und dürsten nach dem lebendigen Wasser, das sie nicht finden. Sie finden es nicht in den materiellen Dingen. Was wir erwerben, erwirtschaften und kaufen, verliert nach kurzer Zeit seinen Reiz, wird unmodern, alt, verschleißt und vergeht. Davon wird die Seele nicht satt. Und so leiden nicht wenige mitten im Wohlstand unter einem sinnentleerten Leben, sind innerlich ausgebrannt und leer.
Die Losung heute sagt: Wo Gott in unsere Welt, wo er in das Leben eines Menschen kommt, wird die Seelenwüste zu einem blühenden Garten. Und der Lehrtext weist darauf hin, wo die Quelle lebendigen Wassers entspringt. Unaufhörlich fließt dieser göttliche Fluss aus der Ewigkeit vor uns in unsere Gegenwart. Sein Name ist „Ich stärke dich, ich helfe dir auch“ (Jesaja 41,10). Du findest dieses ‚Wasser des Lebens‘ zwischen zwei Buchdeckeln, wenn du dem Wort, das du da liest, Vertrauen schenkst. Das kühle Kristallweizen nach der Gartenarbeit erquickt innen. Das kristallklare Lebenswasser (Lehrtext) erquickt innerlich.

Gebet: Herr, du bist für mich das frische Wasser, das meine Seele braucht, damit es ihr gut geht – damit es mir gut geht. Ich bitte, dass viele dich, die Quelle des Lebens, finden und ihren Lebensdurst löschen können. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 26. Mai 2014

Seelenanker hl

Losung: Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Psalm 73,26

Lehrtext: Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele. Hebräer 6,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie wird es sein, wenn es einmal mit mir zu Ende geht? Ich weiß es nicht und das ist gut so. Aber da ist einer, der es weiß. Und das soll mir genügen. Ich weiß auch nicht, ob ich dann allein bin oder ob andere bei mir sein werden. Aber ich verlasse mich darauf, dass auch dann – und vor allen Dingen dann – Gott bei mir sein und mich halten wird. Er wird mir bleiben, wenn mir auch sonst nichts mehr bleibt. Er ist alles, was ich habe - gerade dann, wenn ich alles hergeben muss, auch mein Leben. Nackt bin ich auf die Erde gekommen und nackt werde ich wieder dahinfahren - so heißt es in der Bibel. Und so ist es wahr. Aber ich bin nicht aus dem Nirgendwo gekommen, sondern von Gott. Und ich werde nicht in ein Irgendwo dahinfahren, sondern zu ihm. Diese Hoffnung ist mein Seelenanker (Lehrtext). Sie gibt mir Halt beim Gedanken an mein Ende. Sie wird nicht sterben, auch nicht zuletzt. Diese Hoffnung wird sich erfüllen. Denn das hängt nicht von mir ab, sondern von ihm.

Gebet:
Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, 
Ich bitt', woll'st sein von mir nicht fern
Mit deiner Güt' und Gnaden.
Die ganze Welt erfreut mich nicht,
Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht,
Wenn ich dich nur kann haben;
Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht,
So bist doch du mein' Zuversicht,
Mein Teil und meines Herzens Trost,
Der mich durch sein Blut hat erlöst.
Herr Jesu Christ,
Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr,
In Schanden lass mich nimmermehr! 
Amen
(Gesangbuch Nr. 397. Martin Schalling, 1569)

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Sonntag, 25. Mai 2014

Erlöst! hl

Losung: Der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Jesaja 52,9

Lehrtext: Christus Jesus hat sich selbst gegeben für alle zur Erlösung. 1.Timotheus 2,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit Frank Markus Barwasser alias Erwin Pelzig habe ich den gleichen Albtraum gemeinsam, der alle paar Jahre wiederkehrt: Ich träume, ich müsste noch einmal das Mathe-Abitur schreiben, bin aber total unvorbereitet. Die Situation macht mich völlig fertig. Dann wache ich auf und merke, das war nur ein Traum, ein Albtraum. Ich bin erlöst! Und wie! Andere sind erlöst, wenn sie auf das Ergebnis einer Laboruntersuchung warten und dann die Antwort heißt: ‚gutartig‘. Endlich hat die Angst ein Ende! Und wieder andere sind erlöst, wenn sie nach der 27. Bewerbung eine Zusage für eine neue Arbeitsstelle bekommen. ‚Endlich habe ich einen Job. Endlich werde ich wieder gebraucht!‘ Aber wer oder was hat sie alle erlöst?
Jerusalem, oder besser die Einwohner Jerusalems, waren erlöst, als die Verbannung in Babylon nach 40 Jahren zu Ende ging und sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren konnten. Endlich frei! Endlich wieder daheim! (Losung) Und Sie und du und ich, wir sind davon erlöst, dass unser Leben sinnlos ist und unser Sterben hoffnungslos und unser Gott gnadenlos. Ich weiß nicht, ob Ihnen / ob dir das wichtig ist. Vielleicht hast du das schon zu oft gehört. Vielleicht ist das für dich auch einfach zu abstrakt, nur ein Gedanke, ein Satz, aber keine erfahrbare und spürbare Wirklichkeit. Aber der, der dich in diesem Leben immer wieder aus verschiedenen Ängsten und Nöten erlöst hat, warum sollte der dich nicht auch von deiner Schuld und einmal auch vom Tod erlösen?
Es soll Menschen geben, die glauben, dass sie nicht erlöst werden. Aber im heutigen Lehrtext heißt es ausdrücklich »für alle«. Also auch für dich. Du und ich, wir könnten jetzt schon erlöster sein, also zuversichtlicher, weniger gestresst, liebevoller und großzügiger, wenn wir nur Jesus Christus, unserem Erlöser glaubten. Doch was er für uns getan hat, wird erst wirksam durch den Glauben.
Schade, wenn die Leute erst nach meinem Tod sagten: ‚Jetzt ist er erlöst.‘ Ich bin es doch jetzt schon. Und du auch. Ob man uns das anmerkt?

Gebet: Ach Herr, ich weiß, dass ich mich vor nichts und niemandem fürchten müsste, wenn ich nur an dich glaubte und dir vertraute. Und du weißt, dass mein Glaube hin und her schwankt und ich mich dann so unerlöst fühle, wenn ich dir fern bin. Darum will ich jetzt nicht auf mich schauen, auf meine Befindlichkeit, auf mein Glaubensniveau. Ich schaue auf dich. Erlöse mich von dem Bösen, damit ich aufatmen und unbeschwert leben kann. Amen

Herzliche Grüße und einen guten Sonntag!


Hans Löhr 

Samstag, 24. Mai 2014

Trost, Hilfe und Halt hl

Losung: Herr, wessen soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Psalm 39,8

Lehrtext: Jesus sprach zu der Frau, die an Blutungen litt: Sei getrost, Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Matthäus 9,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Jeder Mensch ist nur ein Hauch, der vergeht«. So sagt es König David in seinem Psalm und fügt unser heutiges Losungswort hinzu: »Herr, wessen soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.«
All die Jahre, die ich jetzt auf der Welt bin, sind vom Wind der Zeit verweht. Wie schnell sind sie vergangen! Und wie schnell vergehe ich! Ich habe nur diesen Tag heute, um zu leben. Was war, ist vorbei. Was sein wird, weiß ich nicht. Werde ich den heutigen Tag nutzen? Werde ich am Ende des Tages sagen können: Es war gut so, wie es heute gewesen ist.? Und werden die Menschen, denen ich heute begegne, am Abend von mir sagen können: Es hat mir gut getan, dem Hans Löhr heute begegnet zu sein.? Solche Fragen stelle ich mir. Und ich stelle sie dir. Was werden wir heute Abend antworten?
In allem Vergehen ist einer, der bleibt. Gott war gestern da. Er ist heute da. Und er wird auch morgen da sein. Das ist meine Hoffnung und auch mein Trost. Er ist der „Anker in der Zeit“.
Für eine unbekannte Frau aus der Bibel war der Saum von Jesu Gewand die letzte Rettung und ihr letzter Halt. Und das ist ihre Geschichte, aus der der heutige Lehrtext stammt: Während Jesus mit seinen Jüngern zum Haus des Mannes ging, berührte eine Frau, die seit zwölf Jahren an schweren Blutungen litt, von hinten heimlich den Saum seines Gewandes. Denn sie dachte: "Wenn ich wenigstens seine Kleider berühren kann, werde ich bestimmt gesund." Jesus drehte sich um, sah sie an und sagte: "Sei unbesorgt, meine Tochter! Dein Glaube hat dir geholfen." Im selben Augenblick war die Frau gesund. (Matthäus 9,19-22)
Brauchst auch du heute Hilfe und Kraft? Berühre diesen Jesus mit deiner Gebetshand. Strecke sie nach ihm aus. Wenn dir einer helfen kann, dann er.

Gebet:

(klick:) Nur den Saum deines Gewandes
einen Augenblick berühr'n,
und die Kraft, die von dir ausgeht,
tief in meinem Innern spür'n.
Nur ein Blick aus deinen Augen,
nur ein Wort aus deinem Mund,
und die Heilungsströme fließen,
meine Seele wird gesund.

Jesus, berühre mich.
Hole mich ab, öffne die Tür für mich.
Nimm mich an deiner Hand,
entführe mich in deine Gegenwart.
Jesus, ich spüre dich,
strecke mich aus nach dir, berühre dich.
Und mein Herz brennt von neuem
nur für dich, in deiner Gegenwart.
Amen
(Text und Melodie: Albert Frey, 2000)

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 23. Mai 2014

Gut geht's mir – danke! ebl

Losung: Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt. Hiob 10,12

Lehrtext: Johannes schreibt an Gajus: Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht. 3.Johannes 1,2

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist als Losung ein einzelner Satz aus dem Buch Hiob herausgepflückt, den ich nicht einfach so stehen lasse, wie es im Losungsbuch der Fall ist. Hiob ist in seinem Dauerleid nämlich sarkastisch und bitter geworden, als er betet:  "Das Leben gabst du mir und deine Liebe, dein Schutz bewahrte meinen Lebensgeist." (Hiob 10, 12) Wir könnten meinen, dass Hiob dankbar ist. Aber er wird gleich darauf richtig grantig und wirft Gott wütend vor: "Ich weiß, dass du bei alledem ganz im Geheimen etwas andere plantest: Du wolltest sehen, ob ich schuldig würde, um  mir dann jeden Fehler vorzuhalten." (Hiob 10, 13. 14)
Es ist gut, das einmal in der Bibel zu lesen, dass jemand hadert und streitet mit Gott - und in einer anderen Lebensphase Gott wieder seine Dankbarkeit zeigen kann, wie wir es am Ende im Buch Hiob nachlesen können.
Der Lehrtext nimmt die scheinbar positive Stimmung aus der Losung auf und findet sie in dem wieder, was Johannes in einem Brief an Gajus schreibt: "Mein Lieber! Ich wünsche dir, dass es dir in jeder Hinsicht gut geht und du gesund bist, so wie ich das von deinem inneren Leben weiß." (3. Petrusbrief, Vers 2) Wer von uns wünscht es sich  nicht? Jeder - und doch können wir Gott nur darum bitten, ohne eine Glücksgarantie zu bekommen.

Gebet: Vater, das hätte jeder von uns gern: dass es ihm gut geht, seelisch und körperlich. Wir ahnen, dass unsere Gesundheit etwas Kostbares ist, wenn uns einmal etwas weh tut oder wir seelisch längere Zeit 'down' sind. Bewahre uns vor Lasten, die uns zu schwer sind, Vater. Amen.

Herzliche Grüße und einen guten Start in ein hoffentlich sonniges Wochenende!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Sehen wir uns auf dem Töpfermarkt in Sommersdorf und vielleicht auch auf dem Flohmarkt im Sommersdorfer Schloss? Was dort umgesetzt wird, kommt unseren Waisenkindern in Kalali in Tansania zugute. Wir können ihnen damit helfen, wenn wir im August mit einer kleinen Delegation unserer Gemeinde nach Afrika fliegen und sie besuchen. 

Donnerstag, 22. Mai 2014

Den Ausgleich suchen ebl

Losung: "Herr, unser Gott, sei freundlich zu uns! Lass unsere Arbeit nicht vergeblich sein! Ja, Herr, lass gelingen, was wir tun! (Psalm 90, 17 nach der 'Guten Nachricht für dich')

Lehrtext: In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabita. Die tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen. (Apg. 9, 36)

Liebe Losungsgemeinschaft,

wie gut es tut, eine Arbeit getan zu haben, die 'sichtbar' ist, wissen vor allem die 'SchreibtischtäterInnen' unter uns. Nicht umsonst hat darum heute Vormittag mein Mann  mit größter Zufriedenheit seinen Blick über unseren Garten schweifen lassen, weil er in frisch gemähter Schönheit vor ihm lag. Ob es eine Tat war, die auch anderen Leuten gut getan hat? Vielleicht ja - denn gestern Abend saß ein neuer Hauskreis auf der Terrasse und hat den schönen Anblick genossen, heute früh hat das Vorbereitungsteam des nächsten Weihnachtsmusicals zumindest bei geöffneter Terrassentür getagt und heute Nachmittag kam dann das Vorbereitungsteam des Teenkreises in den Genuss von viel schönem Grün. So wird unser Garten zu einer Oase für viele. Und uns verschafft er ein gutes Gefühl beim Anblick auf sprießendes Gemüse, blühende Rabatten - und eben den gepflegten Rasen..... 

Gebet: Vater, es tut mir gut, meine Handarbeit zu sehen. Säen und ernten und pflegen sind ein guter Ausgleich zu dem, was ich sonst tue. Du stellst uns allen segensreiche Lebensmöglichkeiten zur Verfügung - hab Dank dafür. Gib uns Weisheit, damit wir entdecken, was jeder von uns neben der Arbeit für den Broterwerb im sinnvollen Ausgleich tun kann. Amen.

Einen behüteten Tag mit gesegneten Aktivitäten wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 21. Mai 2014

Erst hören, dann tun ebl

Losung: Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. (5. Mose 30, 14)

Lehrtext: Jesus hat gesagt: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der auf Fels baute. (Mat. 7, 24)

Liebe Losungsgemeinschaft,

die Israeliten waren anscheinend im ersten Moment gar nicht begeistert von der Vorstellung, den Willen Gottes zu erfahren. "Er ist bestimmt zu schwer für uns einzuhalten!" war die Sorge von manchen. Andere meinten: "Den bekommen wir doch nicht so einfach mit! Wir müssten um die ganze Welt reisen und noch weiter, um zu erfahren, was Gott von uns will."
Mose aber wischt alle diese Bedenken beiseite und sagt nur: "Gottes gebietendes Wort ist euch ganz nahe. Es ist auf euren Lippen und in euren Herzen. Ihr müsst es nur befolgen." 
Jesus ermutigt uns dazu heute im Lehrtext ebenso. Er untermalt seine Ermutigung noch mit einem Bild, denn unser Lehrtext geht folgendermaßen weiter: "Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein, weil es auf Fels gebaut war."

Gebet: Vater, wir möchten ein felsenfestes Vertrauen in dich haben. Dann sind wir auch bereit, deinen Willen umzusetzen.
Ich bitte dich, dass ich in unserer bunten und manchmal auch sehr oberflächlichen Welt ein gelassener Mensch bleiben kann, der weiß, was er an dir und seinem Glauben an dich hat. Amen.

Herzliche Grüße!


Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 20. Mai 2014

mit Gutem beschenkt ebl

Losung: HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote. Psalm 119,64

Lehrtext: Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. 1.Petrus 4,10


Liebe Leserin, lieber Leser,

'Güte' kommt von 'gut'. All das Gute - so lese ich die Losung für heute -, das ich um mich herum entdecke, trägt die Handschrift Gottes. Wenn ich das glauben kann, bin ich auch bereit, bei Gott als unserem Schöpfer 'in die Schule zu gehen', also seine Gebote kennen zu lernen, sie mir einzuprägen und sie zu befolgen. Dazu gehört dann auch, dass ich mich selber von ganzem Herzen annehmen kann - im Doppelgebot der Liebe sind wir ganz klar dazu aufgerufen. Ich darf mich über meine Stärken und Begabungen freuen, über das, was mich auszeichnet. Auch das hat Gott mir geschenkt - und ich lebe meine Gaben und Begabungen aus und bringe sie in unser Zusammenleben ein. Nichts anderes heißt für mich 'guter Haushalter / gute Haushalterin' von Gottes Gnadengaben sein.

Gebet: Vater, wir loben dich für die wunderbaren Gaben deiner Schöpfung. Für alles, was um uns ist an Schönheit, und auch für alles, was wir in uns tragen an Gnadengaben von dir. Hilf uns, dass wir uns gern gegenseitig helfen und uns unterstützen. Damit werden wir durchscheinend für deine Liebe. Amen.

Einen behüteten Tag wünscht dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 19. Mai 2014

Gott als Kraftquelle ebl

Losung: Lobet ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. Psalm 66,8-9

Lehrtext: Ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein - wir alle, die wir durch Christus von Hoffnung erfüllt sind! Epheser 1,12

Liebe Leserinnen und Leser,

das haben wir gestern gemacht - Gott gelobt! Wir waren zwar kein ganzes Volk, aber immerhin eine fröhliche, große Gemeinschaft im 'Lichtblick'. Nach einem der Gottesdienste kam ein Mann zu mir und hat gesagt: "Es hat mir gut getan, heute da zu sein, ich hab eine harte Woche hinter mir. Jetzt geht's mir besser. Danke." Er hat sich Kraft geholt und sich stärken lassen für seinen Alltag, der auch auf absehbare Zeit schwer bleiben wird. Es hat mich sehr bewegt, wie ehrlich dieser Mann mit wenigen Sätzen seine gegenwärtige Lage beschrieben hat. Und ich war dankbar dafür, dass er in den Gottesdienst gekommen ist und dort auftanken konnte. Er hat sich Hoffnung und neue Kraft schenken lassen von Gott und verherrlicht so unseren Vater im Himmel.

Gebet: "Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst,
der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist.
Deine Macht hat kein Ende, wir vertrauen darauf,
Bist ein herrlicher Herrscher und dein Reich hört nie auf.
Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen,
Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten. Amen.

Kraft für diese neue Woche und gute Gedanken wünscht dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Sonntag, 18. Mai 2014

Er hört dir zu. hl

Losung: Herr, vor dir liegt all mein Sehnen, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Lehrtext: Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Jakobus 5,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Ihnen / dir mal so richtig zum Jammern zu Mute ist, dann brauchst du schon einen sehr guten Freund, der bereit ist, dir zuzuhören ohne dabei insgeheim die Augen zu verdrehen und zu denken: Wann hört er denn endlich wieder auf. Wenn dir mal so richtig zum Jammern zu Mute ist, dann jammere am besten Gott die Ohren voll so wie David im Psalm 38, aus dem unsere heutige Losung kommt.
Und David hat alles aufgezählt, was ihm gerade zu schaffen machte, und das war eine ganze Menge. Ein Mensch schaltet dabei seine Ohren wohl auf Durchzug. Gott nicht. Ihm kannst du alles sagen. Wirklich alles! Und allein das ist bereits eine große Hilfe. Du musst nicht mehr alles mit dir allein ausmachen. Du musst nicht mehr alles runterschlucken. Du kannst dich vor Gott richtig ‚auskotzen‘, dir einfach mal alles, was dir weh tut und was dir nicht passt von der Seele reden, ihm dein Herz ausschütten. Und wenn du ihm das gesagt hast, dann geht es dir gleich wieder etwas besser. Dann hast du das alles erstmal los und hast es bei der richtigen Adresse abgegeben: Deine Enttäuschungen, deine Angst, deine Wut, deine Schmerzen, deine Sorgen, deine Schuld, deine Trauer, deine Einsamkeit… Er kennt dein Sehnen, er hört dein Seufzen (Losung) und weiß die Antwort. Und vielleicht beendet ist du dann dein Jammern mit dem Satz, mit dem auch David seinen Psalm enden lässt: [Gebet:] »Herr, Verlass mich nicht! Mein Gott, bleibt nicht fern von mir! Komm und hilf mir schnell! Du bist doch mein Herr und mein Retter!«
Auch der Lehrtext ermuntert dich, mit Gott zu reden, wenn du leidest. Aber er gibt dir auch den Rat, ihm ein Dank- und Loblied zu singen, wenn du wieder guten Mutes bist. Trau dich einfach!

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag!


Hans Löhr 

Samstag, 17. Mai 2014

Gebet für Nazi-Regierung hl

Losung: Samuel sprach: Ihr habt zwar all das Unrecht getan; es sei aber ferne von mir, dass ich davon abließe, für euch zu beten.
1.Samuel 12,20.23

Lehrtext: Jeder Hohepriester kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. Hebräer 5,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Theologiestudent und Vikar in Erlangen hatte ich einen väterlichen Freund, Pfarrer Karl Steinbauer, geboren 1906. Von ihm habe ich gelernt, die Bibel zu verstehen und auszulegen, mehr als von Professoren an der Universität. Im Nationalsozialismus gehörte er zu den wenigen Pfarrern, die sich den Mund nicht haben verbieten lassen und sich immer wieder öffentlich gegen das Unrecht der Nazis ausgesprochen haben. Dafür bekam er von seiner eigenen Kirche Predigtverbot. Dafür war er mehrmals im Konzentrationslager und wurde schließlich nur entlassen, weil er sich zum Kampfeinsatz in Russland bereit erklärte. Dort wurde er schwer verwundet. Wieder daheim, predigte er unverdrossen weiter. Das brachte ihn vor das Kriegsgericht, was normalerweise einem Todesurteil gleich kam. Wunderbarer Weise kam er mit dem Leben davon.
Nach Kriegsende war er Lagerpfarrer für die gefangenen Nazi-Funktionäre und politisch Verantwortlichen des Regimes. Denen, die sie darauf einließen, predigte er, las mit ihnen in der Bibel und schloss die Zusammenkünfte jedes Mal mit einem Gebet ab. Und dabei geschah etwas Einzigartiges und, wie viele meinen, Ungeheuerliches. Er betete für die Mitglieder der deutschen Regierung, die in Gefängnissen oder, wie in Nürnberg, in Todeszellen saßen. Hitler, Goebbels, Himmler und Bormann hatten sich da bereits umgebracht. Aber andere Minister, wie z.B. Graf Schwerin von Krosigk, Albert Speer oder Karl Dönitz, lebten noch. Es gab damals ja noch keine gewählte Nachfolgeregierung der Nazi-Diktatur.
Als Karl Steinbauer mir von seinen Gebeten für die Regierung erzählte, sah ich ihn mit großen Augen ungläubig an. Da wies er mich auf die heutige Tageslosung hin: Samuel sprach: Ihr habt zwar all das Unrecht getan; es sei aber ferne von mir, dass ich davon abließe, für euch zu beten. 1.Samuel 12,20.23. Möglicherweise war er der einzige in ganz Deutschland und auch in seiner Kirche, der das tat, der die Bibel auch in diesem Punkt ernst nahm und sich nicht darum scherte, was andere Menschen dazu dachten.
Den Lehrtext muss man in einem anderen Zusammenhang sehen. Die Nazi-Führer waren ja nicht Unwissende und Irrende. Sie haben das ganze Unheil bewusst geplant und durchgeführt, gnadenlos und bis zum letzten Blutstropfen. Aber jeder von uns, egal ob gläubig oder nicht, ist in mancherlei Hinsicht ein Unwissender und irrt. Wir sind darauf angewiesen, uns gegenseitig zu vergeben und müssen (!) das auch tun, denn keiner, der einen anderen wegen seines Unrechts anklagt, ist selbst frei von Unwissenheit, Irrtum und Schuld. Gerechtigkeit braucht auch Mitgefühl. Selbstgerechtigkeit braucht das nicht.

Gebet: Herr Jesus Christus, du hast Mitgefühl mit mir, weil du auch mein Innerstes kennst und damit auch meine Grenzen und Schwächen. Du verfolgst mich nicht wegen meine Fehler und Schuld. Du nimmst sie mir ab und gibst mir wieder eine neue Chance. Gib mir auch ein mitfühlendes Herz, damit ich bereit bin, für die zu beten, mit denen ich Probleme habe. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende

Hans Löhr 

Freitag, 16. Mai 2014

Seele mit Sprung hl

Losung: Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. Psalm 51,14

Lehrtext: Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe! Judas 1,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

‚Bist du noch ganz dicht?‘ – Also sowas. So fragt man doch nicht. Das ist doch eine Beleidigung als ob man sagte ‚Bist du noch bei Sinnen‘. Hm, vielleicht frage ich das doch besser mich selbst. Und da muss ich gestehen: ‚Nein, bin ich nicht.‘ Manchmal, wenn mir ein Name nicht gleich einfällt oder ich etwas vergessen habe, was ich nicht vergessen wollte, denke ich: ‚Du hast ein Gedächtnis wie ein Sieb.‘ Aber darum geht es jetzt nicht, sondern um den willigen Geist und die Freude an Gott (Losung), um Barmherzigkeit, Frieden und Liebe (Lehrtext). Das alles kann ich nicht halten. Es läuft immer wieder aus meiner Seele raus.
Wenn du ein volles Glas mit einem Sprung auf den Tisch stellst, dann ist da plötzlich ein nasser Fleck. Und wenn das Glas lange genug da steht, dann ist es irgendwann auch leer. Hat denn meine Seele einen Sprung? Offenbar, sonst müsste ich nicht immer wieder beten wie der Mann im Psalm 51, dass Gott mich mit seiner Hilfe wieder und wieder erfreuen und mit einem willigen Geist ausrüsten möge. Sonst reichte es, wenn er mich einmal mit seiner Barmherzigkeit, mit Frieden und Liebe füllte. Dann wäre ich davon erfüllt für immer. Aber so ist es leider nicht. Immer wieder verliere ich seinen Frieden. Immer wieder kommt mir Gottes Liebe abhanden. Immer wieder verdrängen Sorgen und Ärger meine Freude über ihn. Ich, oder besser gesagt, meine Seele ist eben nicht ganz dicht. Und ich denke, dass viele Menschenseelen einen Sprung haben, vielleicht sogar mehrere Sprünge, die im Lauf des Lebens durch Verletzungen aller Art entstanden sind.
Offensichtlich war das bei Menschen der Bibel nicht anders. Mit ihnen bin ich darauf angewiesen, dass Gott das Glaubenspflänzchen in meinem ‚Seelentopf mit Sprung‘ gießt, damit es nicht verdorrt, sondern wachsen kann. Ja, da gibt es auch Dürrezeiten in meinem Glaubensleben. Da fühle ich mich leer und ausgebrannt. Aber dann mache ich doch auch wieder die Erfahrung, wie Gott mich neu mit seiner Gegenwart erfüllt und belebt, wenn ich nicht nachlasse, ihn darum zu bitten.

Gebet: Ja, mein himmlischer Vater, ich bin darauf angewiesen, dass du dich um mich kümmerst, dass du mich pflegst wie eine Blume auf der Fensterbank. Und du tust das ja auch, sonst hätte ich längst meinen Glauben verloren. Gieße du deinen heiligen Geist über mir aus jeden Morgen, dass du mich erfüllst mit deiner Gegenwart und ich die Liebe, die du mir schenkst, weitergeben kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 15. Mai 2014

‚Betteln verboten!“? hl

Losung: Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat. Sprüche 19,17

Lehrtext: Der Samariter zog zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Lukas 10,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

letzte Woche waren wieder mal zwei Frauen aus Rumänien an der Pfarrhaustür. Natürlich weiß ich sofort, was sie wollen, auch wenn sie noch gar nichts gesagt haben. Sie halten mir ihre Ausweise entgegen und Fotos von Kindern. Und dann bitten Sie mit einstudierten Gesten und in einem weinerlichen Tonfall um Geld. Manchmal knien sie dabei.
Ich habe dabei ein zwiespältiges Gefühl. Unwillkürlich tauchen Fragen auf wie diese: Gehören die beiden zu einer organisierten Bettler-Bande? Wo waren sie vor mir schon überall gewesen und wie viel Geld haben sie da zusammengebracht? Was geschieht wohl mit dem Geld, das ich ihnen gebe?
Vor vielleicht 14 Tagen habe ich auf Bayern 5 eine Reportage über solche Menschen gehört, die irgendwo in Niederbayern an einem See hausen. Dort ist die Meinung in der Bevölkerung über diese zeitweilig „Zugereisten“ geteilt. Der Bürgermeister des nächsten Ortes duldet sie. Ob man ihm dafür bei der nächsten Wahl einen Denkzettel verpassen wird? Eine Polizistin, die von der Reporterin des bayerischen Rundfunks interviewt wurde, sagte sinngemäß: ‚Nein, weitaus die meisten gehören nicht zu organisierten Banden. Das sind wirklich arme Leute, die daheim in Rumänien zum Teil auf den Müllkippen leben. Sie sehen im reichen Deutschland die Chance, sich das Los ihres erbärmlichen Lebens ein bisschen zu erleichtern. Reich wird von denen niemand.‘ An diese Reportage musste ich denken, als die beiden Rumäninnen vor unserer Haustür standen. Und dann gab ich ihnen ein paar Euro von den zweckbestimmten Spenden für Bedürftige.
Ob das richtig war? Ich weiß es nicht. Wie Losung und Lehrtext heute zeigen, legt mir die Bibel ans Herz, im Zweifel lieber auch einmal unnötigerweise etwas zu gegeben als überhaupt nicht. Denn das verbietet sich von selbst: an die Haustür ein Schild zu hängen auf dem steht ‚Betteln verboten!‘. An die Haustür nicht und vor‘s Herz auch nicht. Ich stelle mir vor, Gott würde das tun. Dann könnte ich einpacken.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich bei dir betteln darf. Du schickst mich nicht wieder leer fort. Darauf vertraue ich. Und ich danke dir, dass ich in dieser Zeit in diesem Land leben darf. Wo sonst auf dieser Erde würde es mir denn besser gehen?! Lass mich das zum Anlass nehmen, barmherziger und großzügiger zu sein zu denen, die auf der Schattenseite leben. Du bist auch ihr Schöpfer und Vater. Du liebst sie nicht weniger als mich. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Mittwoch, 14. Mai 2014

In wessen Namen? hl

Losung: Wehe den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen, ohne etwas gesehen zu haben! Hesekiel 13,3

Lehrtext: Jesus sprach: Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt. Matthäus 7,22-23

Liebe Leserin, lieber Leser,

woran erkennen Sie / kennst du falsche Propheten, also Leute, die zwar im Namen Gottes auftreten, von seiner Sache reden, aber nur ihrem eigenen Geist folgen (Losung), ihre eigenen Sachen im Blick haben – und das sind meistens ihre finanziellen Interessen, ihre Machtgier und ihr Ansehen vor den Menschen? Jesus sagt: »An ihren Früchten« (Matthäus 7,20). Also nicht an dem, was sie sagen oder welche Titel sie tragen, sondern daran, wie sie leben, was sie bewirken und tun. Und er warnt noch und sagt: Die falschen Propheten tarnen sich als sanfte Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe (Matthäus 7,15). „Der Wolf im Schafspelz“ ist so in unserer Sprache zu einem Sprichwort geworden.
Gott sei Dank haben viele Menschen ein Gespür dafür, ob man es mit ihnen ehrlich meint. Und doch fallen viele, allzu viele auf Blender herein, auf Typen, die den Anschein erwecken, als seien sie etwas Besonderes, als verfügten sie über ganz besondere geistliche Gaben oder hätten eine besondere Würde, nur weil sie in einer gehobenen Position sind. Sie lassen sich gern verehren und hofieren und lenken so die Aufmerksamkeit von Jesus ab und auf sich hin.
Aber, so heißt es in der Bibel, »Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt?« (Johannes 5,44)
Ich weiß, dass viele das Bedürfnis haben, andere Menschen anzuhimmeln: Stars, Chefs, Mächtige und Reiche, weltliche und geistliche Würdenträger wie Landräte, Minister, Präsidenten, Bischöfe und Päpste… Doch stattdessen sollen wir nur den Einen „anhimmeln“, den die Menschen verstoßen und ans Kreuz genagelt haben, und der doch unser Retter ist. Von ihm sagt Gott zu uns Menschen: »Den sollt ihr hören!« (Lukas 9,35). Diesen Jesus heben wir zurecht in den Himmel. Aber da will er gar nicht bleiben, sondern sein Leben mit Deinem teilen.
»An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!« - wenn also einer was Besonderes sein will, dann vergleiche ihn mit Jesus, der arm, bedürfnislos und machtlos war. Der nicht genommen, sondern gegeben hat. Der sich nicht zu schade war, zu den kleinen Leuten zu gehen, sich mit Versagern abzugeben, Schuld zu vergeben, seine Feinde zu lieben und für dich und für mich zu sterben. Nein, er ist kein Wolf im Schafspelz, sondern »Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt« (Johannes 1,29).

Gebet: Herr, du sagst im zweiten Gebot, dass ich deinen Namen nicht für eigene Zwecke missbrauchen soll. Nein, das will ich nicht. Aber du weißt auch, dass jeder, der deinen Namen in den Mund nimmt, Gefahr läuft, das zu tun. Darum hilf mir, meine Zunge zu hüten. Denn ich will deine Ehre suchen und nicht die meine. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Dienstag, 13. Mai 2014

Gott macht keine Komplimente hl

Losung: Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder! Psalm 115,14

Lehrtext: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! 1.Johannes 3,1

Liebe Männer (die Frauen lassen den ersten Absatz der heutigen Losungsauslegung mal aus),

wir alle wissen, dass Frauen ein nettes Kompliment mögen, egal, wie alt sie sind. Und trotzdem sind wir damit so zurückhaltend um nicht zu sagen geizig. Klug ist das nicht. Erstens kostet uns ein Kompliment nichts, höchstens ein bisschen Überwindung und zweitens werden dann auch die Frauen liebenswürdiger und drittens tut ein Kompliment jedem gut, auch einem Mann. Da gibt es zum Beispiel ein Kompliment, dass geschlechterübergreifend wirkt: »Stimmt's, du hast abgenommen.« Na ja, eigentlich sollte auch ein Kompliment nicht ganz falsch sein. Aber ein bisschen übertreiben darf man schon damit. Denn wer will schon, dass man ihm die Wahrheit brutal ins Gesicht sagt.
So, und jetzt dürfen auch die Frauen wieder mitlesen.
Gott macht keine Komplimente. Er segnet. Die wörtliche Übersetzung von segnen aus dem Lateinischen heißt: Gutes sagen. Und das ist das Gegenteil von fluchen, wenn man also einem anderen nur Böses wünscht. Aber was gibt es besseres, als wenn der Schöpfer von Himmel und Erde, der König der Könige zu dir sagt: „Du bist meine Tochter / mein Sohn. Ich sage das nicht nur so, sondern du bist das wirklich.“ Ist dir eigentlich klar, was das bedeutet? Du bist ein Königskind! Nein, das ist kein Kompliment. Das ist zärtliche Wahrheit. Und das behaupte ja auch nicht ich, sondern das steht sinngemäß in der Bibel. Denn das Recht, leben zu dürfen, ist eines Königskindes würdig. Es ist eben nicht selbstverständlich, dass du überhaupt da bist und lebst. Es könnte dich genauso gut nicht geben. Doch dein himmlischer Vater hat dir das Lebensrecht geschenkt.
Wenn Gott segnet, dann macht er nicht nur schöne Worte, sondern dann bewirken seine Worte auch was er sagt. Wenn Gott sagt: »Es werde Licht!«, Dann wird es wirklich hell. Und wenn Gott einen Menschen ins Leben ruft, dann wird ein echtes Kind geboren. Dieser unser Gott sagt Gutes über dich und mich. Ein Mensch kann dich hassen. Gott nicht. Ein Mensch kann dir Böses mit Bösem vergelten. Gott nicht. Ein Mensch kann dir fluchen. Gott segnet dich mit seiner Liebe und mit seiner Kraft. Diesen Gott kennen wir durch Jesus Christus und nur durch ihn. Ihm kannst du trauen.

Gebet: »Herr, wir bitten: komm und segne uns. Lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.« Amen (EG 572)

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Montag, 12. Mai 2014

Mitreißender Kracher hl

Losung: HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht. Psalm 21,14

Lehrtext: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Epheser 5,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

5. Oktober 2013. Der Promiseland-Kongress in Siegen geht zu Ende. Zehn Mitarbeitende in den Angeboten für Kinder unserer beiden Gemeinden haben drei Tage lang Vorträge verfolgt, in denen es darum ging, wie wir die Kinder im Glauben stärken und die Angebote für sie verbessern können.  Dazwischen gab es immer wieder kleine Bühnenshows zu verschiedenen Themen und einen Block mit Liedern, die von einer richtig guten Band gespielt wurden. Viele davon waren uns bekannt und wir haben kräftig mitgesungen.
Jetzt sind es nur noch ein paar Minuten, bis wir die Halle verlassen und wieder heimfahren werden. Da stimmt die Band ein letztes Mal den „Kracher“ dieses Kongresses an „I can’t stop singing…“  („Ich kann nicht damit aufhören, von dir zu singen, Herr. Nichts kann mich dazu bringen, dass ich stumm bleibe, denn du hast mein Leben gerettet. “) 2000 überwiegend junge Kongress-Teilnehmer springen von ihren Sitzen auf, klatschen, singen und tanzen auf ihren Plätzen. Unglaublich, wie mitreißend „geistliche Lieder“ (Lehrtext) sein können, wie sie müde Menschen munter machen und das Feuer des Glaubens in ihren Herzen anfachen können.
Ja, wir haben allen Grund, Gottes Macht und Kraft zu loben und zu preisen (Losung). Durch sie hat er Himmel und Erde geschaffen und erhält uns am Leben bis zu diesem Augenblick. Und da macht es keinen Unterschied, ob wir einen christlichen Popsong singen wie in Siegen oder einen Choral wie in unseren Kirchen. Hauptsache das Lob Gottes kommt aus unseren Herzen und nicht nur aus dem Mund.

Gebet:
Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst. (Paul Gerhardt)
Amen

Eine neue Woche voll Lob und Dank und Segen wünscht


Hans Löhr 

Sonntag, 11. Mai 2014

Geh mit! hl

Losung: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121,1-2

Lehrtext: Thomas spricht zu Jesus: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Johannes 14,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

derjenige, der das heutige Losungswort zum ersten Mal gesprochen hat, hat mit bangem Herzen zu den Bergen links und rechts von seinem Weg hinauf geschaut. Sie waren ihm unheimlich. Lauerten dort doch Räuber und wilde Tiere. Wer würde ihm helfen?
Wer hilft dir, wenn du zu deinen Bergen hinaufschaust, zu deinen Problem- und Leidensbergen, zu deinen Angst- und Sorgenbergen? Der Montagmorgen steht vielleicht wie ein Berg vor dir, weil es dir vor der Woche auf der Arbeit graust. Vielleicht hast du Stress mit der Geschäftsleitung oder den Kollegen. Vielleicht fühlst du dich auch überfordert von den hohen Ansprüchen, die man an dich richtet. Oder der Arztbesuch steht bevor, bei dem du erfahren wirst, ob die Gewebeprobe gutartig oder bösartig ist. Oder der Scheidungstermin. Oder ein überaus schwieriges Gespräch mit einem Angehörigen. All das kann wie ein riesiger Berg vor dir stehen, der dir die Knie weich macht.
Gott weiß das. Du musst ihm das nicht erst lang und breit erzählen. Darum sage ihm nicht, wie groß deine Problemberge sind, sondern sage diesen Bergen, wie groß dein Gott ist. Was ist schon der größte Berg gegen den Schöpfer des Universums, gegen den, „der Himmel und Erde gemacht hat“? Er hilft dir auch über die Berge, die vor dir stehen so wie er dir auch über die Berge geholfen hat, die du hinter dir hast.
Es stimmt, du weißt den Weg über deine Schicksalsberge noch nicht. Aber da ist ein Bergführer, der ihn kennt, der selbst der Weg ist (Lehrtext). Auf seinem Weg findest du dein Ziel. Er geht dir voraus. Geh mit!

Gebet: Herr Jesus Christus, dir vertraue ich mich an, denn du bist größer als meine Sorgenberge und hilfst mir darüber hinweg. Mit dir will ich deinen Weg gehen, damit ich mein Ziel finde. Amen

Gott behüte Sie / dich auf dem Weg durch die neue Woche!


Hans Löhr 

Samstag, 10. Mai 2014

Was von Herzen geht, kommt wieder zurück. hl

Losung: Die Israeliten, Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, brachten freiwillige Gaben zu allem Werk, das der HERR durch Mose geboten hatte. 2.Mose 35,29

Lehrtext: Ein jeder gebe, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 2.Korinther 9,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Aber Frau Müller (Name geändert), Sie müssen mir doch nicht jedes Mal was mitgeben, wenn ich sie besuche.“ Doch Frau Müller sagte mir mit ihrer über 90jährigen Lebens- und Glaubenserfahrung: „In der Bibel steht: Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Daran halte ich mich. Und wenn man schon gibt, dann muss man es gern tun.“ Und dann gab sie mir den bereits vorbereiteten Umschlag mit der Spende für die Kirche und obendrein noch eine Schachtel mit Eiern für die Pfarrfamilie.
Meine Frau und ich, wir beide sind sehr dankbar für die großzügigen Spenden, die wir immer wieder von verschiedenen Menschen innerhalb und außerhalb unserer Gemeinden bekommen: Spenden für unsere Kirchen, Friedhöfe und Posaunenchöre. Spenden für die Waisenkinder in Kalali / Tansania, die wir seit vielen Jahren unterstützen. Spenden für die technischen Anlagen für das Gemeindehaus in Thann und den Lichtblickgottesdienst in Burgoberbach. Spenden für Bedürftige in unserem Umkreis, für Behinderte, für unsere diakonischen Aufgaben, für den Gemeindebrief und zur freien Verfügung. Wir sind aber auch genauso dankbar für die Zeit, die unsere vielen Mitarbeiter spenden und darüber hinaus nicht wenige in unseren Gemeinden, die sich mehr im Stillen um ihre Mitmenschen kümmern. Ich glaube, die meisten dieser Geber haben das Entscheidende verstanden: Wir können so großzügig sein, weil wir alle miteinander einen so überaus großzügigen Gott haben.
Die Gaben sollen nicht aus Berechnung gegeben werden, sondern von Herzen kommen, wie Losung und Lehrtext heute sagen. Denn das Geben ist eine Herzensangelegenheit, und was von Herzen gegeben wird, kommt auch zum Herzen wieder zurück. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man großzügig war und etwas Gutes getan hat.

Gebet: Herr unser Gott, alles was wir sind und haben, kommt von dir. Du hast es uns geliehen auf Zeit, damit wir uns unseres Lebens freuen und anderen Gutes tun können. Danke für deine Großzügigkeit und die vielen Menschen, die nicht geizen und knausern, sondern ebenfalls großzügig sind. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen zum Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 9. Mai 2014

Leben aus der Quelle ebl

Losung: Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. (Jes. 12, 13)

Lehrtext: Wer dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. (Off. 22, 17)

Liebe Losungsgemeinschaft,

wer von euch schon häufiger im Lichtblick-Gottesdienst war, hat das Lied 'Leben aus der Quelle, leben nur aus dir, leben aus der Quelle des Lebens' bestimmt schon einmal mit uns gesungen. Das ist mir natürlich sofort in den Sinn gekommen, als ich Losung und Lehrtext für den heutigen Tag gelesen habe. Auch heute noch, wo bei uns in Deutschland glasklares Trinkwasser aus den Leitungen fließt und wir Wasserknappheit nicht kennen, spricht mich dieses Bild aus der Bibel an: Was Gott mir sagt und gibt, ist wie klares Wasser. Wenn ich mit ihm lebe, dann habe ich einen nie versiegenden Brunnen, eine immer sprudelnde Quelle zur Verfügung. Ich kann wieder und wieder bei Gott rasten, ich kann bei ihm auftanken und er gibt mir neue Kraft. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Gebet: Vater, darin zeigt sich, wie sehr du uns lieb hast: Du hältst gleich einer nie versiegenden Quelle immer das Wasser des Lebens für uns bereit. Wir brauchen nur zu kommen und du stärkst uns und hältst uns am Leben. Danke, Gott. Bitte erhalte mir die Achtsamkeit in meinem Herzen für diese deine Gnade. Amen.

Einen guten Start ins Wochenende wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 8. Mai 2014

Liebe geht durch den Magen ebl

Losung: Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte. (Jesaja 9, 2)

Lehrtext: Ihr habt geschmeckt, dass der Herr freundlich ist. (1. Petrus 2, 3)

Liebe Frühlingsfreunde,

gibt es für euch Rituale, mit denen die Gartensaison beginnt? Bei uns im Pfarrhaus gibt es die. So ist zum Beispiel die Ernte des ersten Rhabarbers immer ein kleines Fest. Die erste Gabel der Rhabarber-Baiser-Torte essen wir wirklich andächtig. Und genießen sie und freuen uns. Das ist eine der 'göttlichen Haftnotizen' für uns, jedes Jahr neu. Dann kommen die ersten Lenzbeeren, die ersten Radieschen und die ersten frischen Kräuter. Wir freuen uns und sind Gott dankbar für das neue Leben - genauso wie Jesaja vor zweitausendsiebenhundert Jahren. Wir schmecken tatsächlich, wie gut Gott es mit uns meint. Seine Liebe zu uns geht durch unseren Magen. Sie tut es auch dann, wenn wir beim Abendmahl Brot und Wein in Erinnerung an das Leiden und Sterben von Jesus essen und trinken. Das ist das stärkste Zeichen seiner Liebe zu uns, die keine Grenzen kennt.

Gebet: Danke für die wunderbaren Frühlingsgenüsse, Herr. Du zeigst uns damit, dass du es gut mit uns meinst und immer wieder neu für uns sorgst. Nicht nur mit dem Nötigsten, sondern mit ausgesuchten Köstlichkeiten. Wir freuen uns und sind dir dankbar - und genießen. Amen.

Mit Vorfreude auf das nächste Stück Rhabarber-Baiser-Torte grüße ich euch herzlich!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Wer neugierig auf unser Kuchenrezept ist, muss es mich nur mit einer kurzen Infomail wissen lassen. Ich rücke das Rezept für diesen Kuchen gerne heraus. *:) glücklich

Mittwoch, 7. Mai 2014

Weltoffen gläubig sein – geht das? ebl

Losung: Die Frau nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. (1. Mose 3, Vers 6)

Lehrtext: Paulus schreibt an die Christen in Korinth: Ich fürchte aber, eure Gedanken könnten abgelenkt werden von der ungeteilten Hinwendung zu Christus, so wie es der Schlange gelang, Eva mit ihrer List zu betrügen. (2. Kor. 11, 3)

Liebe Losungsgemeinschaft,

mit ganzem Herzen Christ sein und trotzdem mit beiden Beinen mitten im Leben stehen - geht das? Können wir gelassen unseren Weg in dieser Zeit finden, in der 'anything goes' (alles ist erlaubt) gilt? Weltoffen sein und zugleich ansteckend gläubig - kann das funktionieren? Es ist, wie mir scheint, ein Balanceakt. Würden wir - einerseits - jeder Wendung des Zeitgeistes folgen wollen, würden wir uns schnell verlieren. Würden wir uns - andererseits - verkriechen auf einer Insel der Seligen und uns mit einer kleinen Gruppe ähnlich denkender Leute umgeben, dann würden wir uns selber genügen und könnten unseren Glauben nicht unter die Leute bringen. Aber das sollen wir, darum bittet uns Jesus immer wieder. Also gilt: Raus aus der kuscheligen Gleichdenker-Ecke. Rein ins Leben, mit offenen Augen und Ohren, mit Freude an guten neuen Ideen und menschenfreundlichem Fortschritt. Und gleichzeitig immer wieder ran an die geistliche Tankstelle der Andacht, des Gebets und der gemeinsamen Gottesdienste, damit unser Glaube lebendig bleibt.
Jesus konnte das: ganz nah an den Menschen und ihren Alltagssorgen und zugleich mit dem HERRN in einer dauerhaften 'Standleitung' verbunden sein. Das wünsche ich mir auch für uns. Damit wäre auch die arme Eva endlich ihr Image der ewigen Verführerin los....

Gebet: Herr, uns springt so vieles an. Was wir haben sollten, wie wir sein sollten, was wir wissen sollten und, und, und. Wir wollen so sein, dass wir gut leben können. Im Einklang mit dir und dem, was du für unsere Welt und unser Leben Gutes willst. Hilf du uns, dass wir nicht lose Blätter im Wind sind, aber auch keine engstirnigen und ängstlichen Gläubigen. Schenk du uns die richtige Art der Weltoffenheit. Danke. Amen.

Einen guten Tag mit fröhlichen Momenten wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 6. Mai 2014

Wer hält das Feuer des Glaubens am Brennen? ebl

Losung: Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. (Jesaja 7, Vers 9)
Lehrtext: Jesus sagte zu Simon Petrus: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. (Lukas 22, Vers 32)

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer neueren Übersetzung heißt unser heutiger Losungsvers folgendermaßen: "Vertraut auf den HERRN! Wenn ihr nicht bei ihm bleibt, dann bleibt ihr überhaupt nicht!" Das hat Gott zuerst zu den Leuten in der südlichen Hälfte von Israel (im sogenannten 'Südreich') gesagt, als sie sich von Feinden umzingelt sahen und merkten, wie deswegen Panik in ihnen aufstieg. Unsere Feinde heute sind andere: Wir haben vielleicht Angst vor einer schleichenden Krankheit oder davor, unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Wir haben vielleicht Angst davor, eines Tages einsam und allein dazustehen. Wir könnten Angst bekommen um den Frieden in Europa, wenn wir die Nachrichten sehen.
Aber wir haben als Christen und Christinnen einen 'doppelten Boden', der uns trägt, nämlich unser Vertrauen auf Gott. "Vertraut auf den HERRN! Wenn ihr bei ihm bleibt, dann bleibt ihr" - so können wir die Losung positiv für uns lesen. Und darauf zählen, dass Jesus selber sich dafür einsetzt, dass wir unser Gottvertrauen nicht verlieren. Das war ihm im Blick auf Simon Petrus wichtig und wir dürfen diesen Bibelvers durchaus auch auf uns beziehen. Zu jedem von uns könnte Jesus das ebenso sagen: "Ich habe für dich, Elfriede, Christa, Hans, Sophia, Gerhard .... gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre."

Gebet: Danke, Vater, dass du für uns sorgst. Du kennst uns, du weißt, wie sprunghaft wir sind und wie schnell wir vergessen, was uns gerade noch wichtig war. Halte du selber in uns das Feuer des Glaubens am Brennen - aus unserer eigenen Kraft wäre es schnell erloschen. Danke, Herr.

Herzliche Grüße aus dem Sommersdorfer Pfarrhaus!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 5. Mai 2014

Schauen, staunen und sich freuen ebl

Losung: Herr, du bist's allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist. (Nehemia 9, 6)

Lehrtext: Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt. (Römer 1, 20)

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir sollten jetzt den Computer gleich wieder ausschalten und rausgehen - das empfiehlt ein gewisser Johann Amos Comenius schon vor 350 Jahren den Bücherwürmern und Stubenhockern seiner Zeit. "Die Menschen müssen in der Weisheit so viel als möglich nicht aus Büchern belehrt werden, sondern aus Himmel und Erde, Eichen und Buchen." Oder anders gesagt: Wer sich jetzt im Frühling die Zeit nimmt und mit offenen Augen draußen spazieren geht, der erlebt ein Schöpfungswunder nach dem anderen. Was gegenwärtig aufgeht und sich entfaltet, blüht und Früchte entwickelt - es ist phantastisch. Besonders schön ist zur Zeit die Wildblumenwiese am Reisachfriedhof, die wir vor zwei Jahren gesät haben. Da gehen jetzt wunderbare Wiesenblumen auf. Am Wall blühen die Wildrosen und ums Insektenhaus schwirren die Wildbienen. Schauen und staunen und sich freuen ...

Gebet: Vater, das kann ich draußen zur Zeit reichlich: schauen, staunen und mich freuen. Danke für unsere genial durchdachte Welt. Danke für so viele Wunder, die sich da im Kleinsten vollziehen. Bitte schenke mir den Blick dafür und die Möglichkeit, das von Herzen zu genießen und dir als dem Schöpfer dafür dankbar zu sein. Amen.

Fröhliche Frühlingsgrüße aus dem Pfarrhaus!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr