Freitag, 28. Februar 2014

loslassen lernen ebl

Losung: Saul sprach zu David: Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast! (1. Sam. 24, 20)

Lehrtext: Jesus sprach: Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. (Lukas 6, 27 - 28)

Liebe Leserin, lieber Leser,

im hinteren, stockdunklen Teil der Höhle kauert er lautlos mit seinen Leuten - David, der Erzfeind von König Saul, der ihn sucht und umbringen will. Nichts ahnend verzieht sich auch Saul für einige Augenblicke in die Höhle, um ein 'stilles Örtchen' aufzusuchen. Jetzt ist er David ausgeliefert. Der schleicht sich an ihn heran --- und schneidet ihm unbemerkt ein Stückchen seines Königsmantels ab. Als Beweisstück, dass er hautnah an ihm dran war. Dann zieht David sich wieder zurück.
Nachdem Saul sich erleichtert hat, will er erneut los. Weiter suchen nach seinem Rivalen, den er außer Gefecht setzen muss. Der geht ihm nach, todesmutig, und sagt: "Hier in der Höhle hatte der HERR dich in meine Hand gegeben; meine Leute haben mir zugesetzt, dass ich dich umbringen soll. Aber ich habe dich geschont, weil ich dachte: 'Ich werde nicht Hand an meinen Gebieter legen; denn er ist der gesalbte König des HERRN'." (1. Sam. 24, 11). Diese Haltung beeindruckt Saul mehr als alle kriegerischen Höchstleistungen - er schüttelt nur noch den Kopf: "Wo kommt so etwas vor, dass einer seinen Feind in der Hand hat und ihn unbehelligt laufen lässt? Der  HERR wird dich dafür belohnen." (1. Sam. 24, 20)

Jesus sagt im heutigen Lehrtext: "Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln." (Lukas 6, 27 und 28). Das ist wohl die 'Königsdisziplin' des christlichen Ethos - das Loslassen von Rache-Gefühlen und vom Bedürfnis nach Revanche für erlittenes Unrecht.

Gebet: "Gott, du zeigst uns heute, dass wir uns selber belasten, wenn wir anderen Menschen erlittenes Unrecht nachtragen und vom Bedürfnis beherrscht sind, uns dafür zu rächen. Trotzdem kennen wir solche zerstörerischen Gefühle und werden leicht davon beherrscht. Bitte hilf uns, dass wir lernen, loszulassen. Denn dann werden wir frei von negativen Gefühlen, die uns zuletzt nur selbst schaden. Amen."

Liebe Grüße aus dem Pfarrhaus und ein erholsames Wochenende!
Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Lichtblick am kommenden Sonntag --- sehen wir uns? Ich würde mich freuen *:) glücklich.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Klarheit schaffen ebl

Losung: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst. (5. Mose 30, 19)

Lehrtext: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2. Kor. 5, 20)

Liebe Leserinnen und Leser,

stellen wir uns vor, wie die Israeliten nach vierzig Jahren Wüstenwanderung endlich, endlich an der Grenze zur versprochenen neuen Heimat stehen! Da mischen sich Erschöpfung und Hoffnung, Unsicherheit und Aufbruchsstimmung. Mose ist sich dessen sehr bewusst, dass seine Leute jetzt eintauchen in ein neues Leben. Sie kommen mit fremden Menschen, mit fremder Kultur und mit fremden Religionen in Berührung. Jetzt gilt es! Behalten die Israeliten die Erfahrungen im Gedächtnis, die sie mit Gott gemacht haben? Sind Gottes Gebote ihnen inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen, so dass sie überzeugt ihren Glauben bewahren, der sie in der Wüste vor dem Schlimmsten bewahrt hat? Wenn ja, wird Gott sie segnen. Falls nicht, wird das Volk Israel untergehen, prophezeit Mose. Jeder muss jetzt in diesem 'Schwellenmoment' selber entscheiden, ob er ohne Gott oder mit Gott weiter geht. "Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst" (5. Mose 30, 19), sagt Mose seinen Leuten. Und nun sind sie dran mit ihrem 'Ja, mit Gott!' oder einem 'Nein, lieber ohne Gott'.
Vor diese Entscheidung hat auch Paulus die Leute gestellt, die ihm zugehört und mit ihm diskutiert haben. Er wollte, dass sie bewusst 'Ja' zu einem Leben im Vertrauen auf Gott sagen. "Bleibt nicht Gottes Feinde! Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!" (2. Kor.5, 20) hat er seine Zuhörer immer wieder inständig gebeten. Es mag uns als volkskirchlich geprägte Leute unangenehm berühren, dass da eine solche Klarheit gefordert ist. Aber es steht so da.

Gebet: Vater, du erinnerst und heute daran, dass du klar von uns hören willst, wie wir zu dir stehen. Kalt oder warm willst du uns, 'lau' ist dir zutiefst zuwider. So bitten wir dich um den nötigen Mut, also um deinen Heiligen Geist. Damit wir sagen können: "Ja, mit dir, Gott!" Amen.

Herzliche Grüße aus dem Sommersdorfer Pfarrhaus!


Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 26. Februar 2014

Gottes Macht vertrauen ebl

Losung: Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige. 1.Samuel 2,10
Lehrtext: Durch seine Kraft hat Gott Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Epheser 1,20-21

Liebe Leserinnen und Leser,

Hanna hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass sie je ein Kind würde haben können. Die neugierigen Fragen der Leute hatten sie mindestens genauso verletzt wie deren Getuschel hinter vorgehaltener Hand. Und dann das! Als der Zug endgültig abgefahren schien, wurde sie doch noch schwanger und brachte ihr Söhnchen Samuel zur Welt. Ihr glückliches und begeistertes Loblied ist als 'Lobgesang der Hanna' in die Bibel eingegangen und über Jahrtausende in unserem Bewusstsein geblieben. "Mein Herz jubelt über den HERRN, er hat mich wieder aufgerichtet und gestärkt!" so bricht es euphorisch aus Hanna heraus. Aus ihrer Dankbarkeit für ihr ganz persönliches Schicksal wird ein weltumspannendes Lob für Gott.
Am Ende ihres Liedes taucht plötzlich mit unserer heutigen Losung der Gedanke von einem König als dem Gesalbten des HERRN auf. "Der Herr wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige." (1. Sam. 2, 10) Da schaut Hanna in die Zukunft und deutet an, dass Gott sich einen König erwählt und ihn mit besonderer Macht ausstattet. David, einer der ersten Könige der Israeliten, wird später in seinem Danklied auf diese Gedanken von Hanna zurückkommen (vgl. 2. Sam. 22).
Ultimativ deutlich werden die Möglichkeiten Gottes an dem, was Jesus durchlebt: "Mit überwältigend großer Kraft hat Gott an Christus gewirkt, als er ihn vom Tod auferweckte und ihn in der himmlischen Welt an seine rechte Seite setzte. Dort thront jetzt Christus über allen unsichtbaren Mächten und Gewalten, über allem, was irgend Rang und Namen hat, in dieser Welt und auch in der kommenden." (Eph. 1, 20 f.)

Gebet: Vater, wir werden heute daran erinnert, dass dir nichts unmöglich ist. Hilf uns, dass wir nicht deine Möglichkeiten in unserem Kopf zurückstutzen auf das, was nach menschlichem Ermessen möglich ist. Du bist derjenige, der sogar stärker ist als der Tod. Wie solltest du uns nicht helfen können in den Herausforderungen, vor denen wir in unserem Alltag stehen? Wir wollen deiner Macht trauen. Amen.

Mut für diesen neuen Tag wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 25. Februar 2014

Raus aus der frommen Blase! ebl

Losung: Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Heiland. Jesaja 43,11
Lehrtext: Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Epheser 1,17

Liebe Losungsgemeinschaft,

als wir beim Willow-Creek-Leitungskongress in Leipzig waren, ist mir das eines Abends extrem aufgefallen: Wir, diese achttausend Leute dort auf dem Kongress und auch wir als kleine, sechzehnköpfige Gesellschaft aus Westmittelfranken, wir waren uns im Blick auf unser Glaubensfundament einig. Keiner von uns würde wohl dem widersprechen, was heute in der Losung als Selbstaussage von Gott steht: "Ich allein bin Gott, ich, der HERR; außer mir gibt es keinen Retter!" (Jesaja 43, 11 nach der 'Guten Nachricht für dich'). Aber  hätten wir nur die junge Bedienung dort im Restaurant in der Leipziger Innenstadt oder einen der Köche am Herd nach einem solchen Bekenntnis gefragt - höchstwahrscheinlich hätten sie die Brauen hochgezogen und uns gefragt, ob wir ein Problem hätten. 14 % Christen leben noch in den 'neuen Ländern', das sind vierzehn Personen von hundert. Nicht mehr viele, oder? "Sagen Sie mal, zu was für einer Gemeinschaft gehören Sie denn?" hat mich ein Fremder im Zug auf der Heimfahrt neugierig angesprochen. Dem Mann war aufgefallen, wie engagiert wir alle miteinander ins Gespräch vertieft waren.
Gott, wie wir ihn in Jesus Christus kennen und wie er sich uns durch seinen guten (Heiligen) Geist zeigt, ist vielen Leuten heute vollkommen fremd (geworden). Wir, die wir uns immer wieder von ihm ansprechen und berühren lassen, sollten sehr Acht geben, dass wir nicht in einer 'frommen Blase' leben. Gott will, dass wir uns hinschauen und hinhören trauen auf das, was für den Großteil der Leute in unserem Land heute maßgeblich ist. Das befremdet uns vielleicht. Oder es regt uns auf oder stößt  uns ab. Und trotzdem haben wir den Auftag: hinschauen und hinhören. Damit wir in diese Welt das sagen können, was Gott gesagt haben will. So, dass andere uns verstehen. Ob Gott da durch uns etwas verändert? Und wenn ja, wie? Das durchschauen wir nicht leicht. Deshalb mache ich's wie Paulus "und bitte den Gott unseres Herrn Jesus Christus, den Vater, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört, euch durch seinen Geist Weisheit und Einblick zu geben, sodass ihr ihn und seine Heilsabsicht erkennen könnt." (Eph.1, 17). Und dann raus aus der frommen Blase und einladen zum Abenteuer des Glaubens!

Herzliche Frühlingsgrüße aus dem Sommersdorfer Pfarrhaus!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 24. Februar 2014

Dank an die Leserinnen und Leser im Ausland hl

Liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs im Ausland,

ich möchte mich auch im Namen meiner Frau, Elfriede Bezold-Löhr, ganz herzlich bedanken, dass Sie unser Blog auch im Ausland lesen. Es tut gut zu wissen, wie das Wort Gottes und unserer Auslegungen inzwischen mühelos Grenzen überwinden und uns zu einer unsichtbaren, langsam aber stetig wachsenden Gemeinschaft verbinden. Wenn Sie wollen, können Sie uns gerne einmal eine Nachricht zukommen lassen, wo sie leben und unser Blog lesen und welcher unserer Beiträge Sie am meisten angesprochen hat.
Wir wissen nur aus den Statistiken von Google (siehe unten), in welchen Ländern und wie oft im letzten Monat (25.1.-23.2.14) unser Blog angeklickt worden ist. Wir wissen nicht, ob es sich dabei um Deutsche handelt, die zurzeit im Ausland leben oder auch um Einheimische, die der deutschen Sprache mächtig sind. Wir wissen auch nicht, welcher Konfession oder Religion unserer Leserinnen und Leser angehören oder ob sie religionslos sind. Aber obwohl unsere Auslegungen aus der Perspektive unserer evangelischen Gemeinde in Mittelfranken (Nord-Bayern) geschrieben sind, scheinen sie auch anderswo auf Interesse zu stoßen. Das freut uns.

Gott segne Sie, wo und wer Sie auch sind und stärke Ihren Glauben!

Hans Löhr

    Statistik von Google:


maßgeschneidert und blütenrein ebl

Losung: Als ich meine Übertretungen verschweigen wollte, verschmachteten meine Gebeine. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir. Darum bekannte ich dir meine Sünde. Psalm 32,3.4.5 

Lehrtext: Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn. Epheser 4,22-23 

Liebe Leserin, lieber Leser,

'Freude über die Vergebung der Schuld' ist der Psalm von David überschrieben, aus dem die heutige Losung stammt. David betet: "Herr, erst wollte ich meine Schuld verschweigen; doch davon wurde ich so krank, dass ich von früh bis spät nur stöhnen konnte. Ich spürte deine Hand bei Tag und Nacht; sie drückte mich zu Boden, ließ meine Lebenskraft entschwinden wie in der schlimmsten Sommerdürre. Darum entschloss ich mich, dir meine Verfehlungen zu bekennen. Was ich getan hatte, gestand ich dir; ich verschwieg dir meine Schuld nicht länger. Und du hast mir alles vergeben!" (Psalm 32, 3 ff nach der Guten Nachricht für dich)
David hat die Chance der Beichte genutzt. Er hat darauf vertraut, dass Gott nicht den Stab über ihn bricht. Tief erleichtert ist er, nachdem er Gott sein Herz ausgeschüttet und sich entlastet hat. Jetzt ist ein neuer Anfang für ihn möglich.
Auch Paulus kennt einen solchen 'Generalschuldenerlass' und weiß, wie gut er tut. "Legt eure frühere Lebensweise ab!" fordert er die auf, die ihm zuhören. "Ja, legt den ganzen alten Menschen ab, der seinen Begierden folgt! Die betrügen ihn nur und führen ihn ins Verderben. Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist, der euch geschenkt ist." (Eph. 4, 22 f.)
Da sagt Paulus noch etwas ganz Wichtiges, das uns vor der Selbstzerfleischung bewahrt. Wir sollen zwar den alten Menschen  mit seiner alten Lebensweise ablegen wie alte, verdreckte und stinkende Kleider - aber wir sollten uns auch darauf verlassen, dass nicht wir uns neue Kleider selber schneidern müssten. Gott hat sie längst maßgeschneidert für uns und er sagt uns: "Komm, schlüpf rein. Extra für dich mit Liebe gemacht."

Gebet: Vater, danke dafür, dass du uns ein neues Leben hin hältst wie einen Satz maßgeschneiderter und blütenreiner Kleidung. Wir brauchen sie nur anzunehmen und hineinzuschlüpfen. Du bist derjenige, der an uns arbeitet und Veränderung möglich macht. Das ist großartig. Danke!"

Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 22. Februar 2014

Freier Zugang hl

Losung: HERR, du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen. Psalm 142,6

Lehrtext: In Christus haben wir Freiheit und Zugang zu Gott. Epheser 3,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

was ist das Kennzeichen wichtiger Personen in Politik, Wirtschaft und Kirche? Dass du nicht so ohne weiteres Zugang zu ihnen hast. Wenn du persönlich hingehst, kommst du nur bis zum Pförtner. Der fragt dich dann, ob du eine schriftliche Einladung hast oder einen Termin. Erst dann lässt er dich rein. Wenn du anrufst, kommst du bestenfalls bis zur Chefsekretärin. Dann musst du schon sehr gute Gründe haben, warum du den Chef selber sprechen willst, um einen Termin bei ihm zu bekommen. Tja, die Herren und Damen Minister und Bischöfe, die Bosse und Präsidenten – sie sind für die Normalsterblichen nicht so ohne weiteres zu sprechen. Sie nehmen zwar gern die Steuern und Kirchensteuern, die Bankeinlagen und die Arbeitskraft. Sie leben auch ganz gut davon. Aber für den kleinen Mann sind sie dann oft doch zu groß als dass er mit ihnen reden dürfte.
Gott aber ist größer, viel größer! So groß, dass er auch für den kleinen Mann und die kleine Frau da ist und für sie Zeit hat, auch für dich und für mich. Auf ihn kannst du dich in diesem Leben verlassen (Losung). In Christus ist er selbst zu dir gekommen, damit du jederzeit ungehindert zu ihm kommen kannst. Und wenn du im Gebet bei ihm anklopfst, dann ruft er dir zu: „Komm nur herein . Die Tür ist offen. Sag frei heraus, was du willst . Ich werde dich nicht enttäuschen."

Gebet: Großer Gott, eigentlich ist es unbegreiflich, dass du für mich kleinen Menschen da bist. Aber ich soll es auch nicht begreifen, sondern glauben und darauf vertrauen, dass du mich ernst nimmst. Danke, dass ich jederzeit freien Zugang zu dir habe. Danke für Jesus, deinen Sohn, der mir den Weg zu dir frei gemacht hat. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 21. Februar 2014

Der verborgene Gott hl

Losung: Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Jeremia 14,8

Lehrtext: Es geschah, als die Jünger so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Lukas 24,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich schreibe Ihnen / dir gern davon, wie Gott uns nahe ist, uns hilft, segnet und heilt. Mit einem Wort: wie sehr er uns liebt. Und das ist ja auch richtig. Immerhin ist in der Bibel an vielen Stellen davon die Rede. Aber – und jetzt kommt das verstörende ‚Aber‘: Gott hat auch eine andere Seite. Daran denke ich nicht so gern. Aber auch darauf weisen manche Stellen in der Bibel hin. Soll ich sie einfach ausblenden, um mich selbst und dich nicht zu beunruhigen?
Der Zusammenhang, in dem das heutige Losungswort aus dem Buch des Propheten Jeremia steht, ist verstörend. So heißt es zwei Verse weiter: „Dieses Volk liebt es, mir, dem Herrn, davonzulaufen. Sie wollen einfach nicht mehr bei mir bleiben. Darum finde ich keinen Gefallen mehr an ihnen. Ich verschone sie nicht mehr, sondern ziehe sie für ihre Sünden zur Rechenschaft. Und weiter sprach der Herr zu mir: ‚Jeremia, bitte nicht mehr für das Wohl dieses Volkes! Wenn sie mich auch um Gnade anflehen, werde ich sie doch nicht erhören… Nein, ich werde sie auslöschen durch Kriege, Hungersnot und Seuchen.‘« Vielleicht denkt jetzt einer: Naja, das ist mehr als zweieinhalb tausend Jahre her. Wirklich? Der Zweite Weltkrieg ist noch nicht einmal 70 Jahre her. Oder haben diese schrecklichen Ereignisse gar nichts mit Gott zu tun? Haben wir nur einen lieben Gott, der nicht mehr zuständig ist, wenn das Unglück kommt?
Die Bibel sieht auch Elend und Leid mit Gott zusammen. Aber sie sucht die Schuld dafür nicht bei ihm, auch nicht bei feindlichen Mächten von außerhalb. Jeremia zum Beispiel sucht die Schuld bei seinem eigenen Volk. Für viele Israeliten war Gott uninteressant geworden. Sie trafen falsche Entscheidungen und rannten in ihr Unglück. Doch da waren Einzelne, wie Jeremia, die nicht aufhörten Gott um Hilfe anzurufen und die so sein Herz bezwangen. Das Unglück hielten sie nicht auf, aber sie hielten es in Grenzen, so dass nicht das ganze Volk zugrunde ging.
Martin Luther sprach vom „verborgenen Gott”, wenn mitten im Leid von ihm nichts zu spüren ist. Aber auch dann ist Gott in seinem Sohn Jesus bei mir so wie er mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus war (Lehrtext). Jene meinten, dass Jesus für immer tot sei. Doch der Auferstandene ging mit ihnen, auch wenn sie ihn zunächst nicht erkannten.
Und so meine ich, dass es in schweren Zeiten besser ist, nicht nach dem allmächtigen Gott zu suchen, sondern nach dem barmherzigen Jesus Christus, der auch im Leid bei mir bleibt und mitträgt, was mich beschwert .

Gebet: Herr, wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. Amen (Lied 376, 3)

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Donnerstag, 20. Februar 2014

Loben ein Leben lang hl

Losung: Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen. Psalm 71,18

Lehrtext: Es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Lukas 2,36.38

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer neueren Übersetzungen heißt die Tageslosung: »Lass mich auch jetzt nicht im Stich, o Gott, jetzt, wo ich alt und grau geworden bin! Gib mir noch so viel Zeit, dass ich auch meinen Kindern und Enkeln noch erzählen kann, wie groß und mächtig du bist!« Ja, das ist der Vorteil von uns, die wir älter oder auch alt geworden sind, dass wir einen Schatz an Lebenserfahrungen ansammeln konnten, von Erfahrungen damit, wie Gott uns durch gute und schlechte Zeiten hindurch gebracht hat bis zu diesem Augenblick. Und darum haben wir allen Grund, das auch den Jüngeren zu erzählen, um ihnen Mut zu machen, auf Gott zu vertrauen und mit Zuversicht älter zu werden.
Als unsere Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher aus unseren beiden Gemeinden mit meiner Frau und mir vor 14 Tagen auf dem großen Willow-Creek-Kongress in Leipzig waren, haben wir immer wieder gemeinsam mit 8000 Menschen Gott gelobt und gepriesen. Und unter den 8000 waren nicht wenige, deren Haar grau geworden war. Das waren bewegende Augenblicke, wie sich Jung und Alt haben mitnehmen lassen von den Melodien, begeistern lassen von wunderbaren Sängerinnen und Sängern und wie sie aus ganzem Herzen Gott gepriesen haben. Da sind manche Tränen geflossen, da haben manche Gänsehaut bekommen, da sind manche aufs Neue ganz tief von Gott berührt und in ihrem Glauben gestärkt worden. Ich weiß, es gibt Christen, die so etwas abschätzig beurteilen. Sie tun das als Gefühlsduselei ab oder gar als Massenpsychose. Ich will das nicht weiter kommentieren. Ich kann nur sagen: Es ist wunderbar, den Glauben nicht nur im Kopf zu haben, sondern auch im Herzen, ihn nicht nur in gescheiten Sätzen zum Ausdruck zu bringen, sondern auch im Gesang. Und dabei ist es völlig egal, wie gut jemand singt. Denn die einen singen gut und die anderen singen besser. Gott aber freut sich über beide.

Gebet: Herr, einmal kommt der Tag, an dem du in deiner Pracht und Herrlichkeit erscheinen wirst. Dann werde ich mit allen deinen Geschöpfen vor dir auf die Knie gehen und dich anbeten von ganzem Herzen. Dann werde ich dir zujubeln, dich rühmen und preisen mit jeder Faser meines Lebens. Denn du bist der König der Könige, der Herr aller Herren jetzt und in Ewigkeit. Davon will ich schon heute erzählen und mich vor den Menschen zu dir bekennen."  Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Mittwoch, 19. Februar 2014

Feuer aus der Glut hl

Losung: Ich hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock? Jeremia 2,21

Lehrtext: Paulus schreibt: Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium. Galater 1,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

immer wieder mal erlebe ich Leute, die den Glauben für sich (wieder) entdeckt haben und nun ganz begeistert sind. Sie besuchen Gottesdienste, hören sich neue geistliche Popmusik an, lesen in der Bibel oder christliche Schriften, beten regelmäßig und versuchen ihr Leben nach Gott auszurichten. Darüber freue ich mich sehr. Aber leider erlebe ich es auch, dass nach einiger Zeit bei dem einen oder der anderen der Elan wieder nachlässt. Die Mühen des Alltags fordern ihren Tribut. Die Aufmerksamkeit wird wieder stärker von anderen Dingen in Anspruch genommen. Und dann wuchert der „edle Weinstock", um im Bild zu bleiben, mit wilden Trieben vor sich hin und bringt nur noch kümmerlichen Ertrag.
Ich denke, jeder, der das liest, kennt dieses Problem auch bei sich selbst. Und so stellt sich auch für jeden von uns die Frage: ‚Wie kann ich meinen Glauben auch im Alltag durchhalten?‘ Die Antwort ist nicht sehr erfreulich, im Grunde kennt sie jeder selbst. Sie heißt: mit Disziplin. Die feurigste Begeisterung für Gott braucht Disziplin, damit sie nicht ein Strohfeuer bleibt, das bald wieder erlischt, sondern zu einer Glut wird, die lebenslang anhält. Das ist einer der Gründe, warum es Klöster gibt. Menschen suchen dort Disziplin in der Gemeinschaft Gleichgesinnter, um im Glauben durchzuhalten.
Aber deswegen müssen Sie / musst du nicht gleich ins Kloster. Mach es dir zur Gewohnheit, regelmäßig zu beten, am besten zu bestimmten Zeiten und an einem bestimmten Ort. Mach es dir zur Gewohnheit, sonntags einen Gottesdienst zu besuchen, gerade dann, wenn du keine große Lust hast. Mach es dir zur Gewohnheit, im Autoradio eine CD mit christlicher Popmusik zu hören und vielleicht auch einigermaßen regelmäßig diese Losungsauslegungen zu lesen oder eine andere Lektüre. Das hilft deinem Glauben zu wachsen. Dann muss sich der Apostel Paulus nicht mehr wundern, dessen Wort im Lehrtext in einer neueren Übersetzungen heißt:  »Ich wundere mich sehr über euch. Gott hat euch doch in seiner Gnade das neue Leben durch Jesus Christus geschenkt, und ihr seid so schnell bereit, ihm wieder den Rücken zu kehren. Ihr meint, einen anderen Weg zur Rettung gefunden zu haben?«
Vielleicht geht es bei Ihnen / bei dir gar nicht einmal so sehr darum, einen ‚anderen Weg zur Rettung‘ zu suchen, sondern schlicht darum, die Kraft aufzubringen, auf dem eingeschlagenen Weg des Glaubens zu bleiben.
Wenn erst einmal die Begeisterung des Anfangs verflogen ist, zeigt es sich, ob der Glaube in dir Wurzeln geschlagen hat. Die beste Voraussetzung dafür ist, dass du ihn regelmäßig begießt.

Gebet: Herr, du weißt, wie schnell ich kleingläubig werde. Wie schnell ich mich ablenken lasse von dir und die Ansprüche und Sorgen des Alltags meinen Glauben überwuchern. Aber ich will das nicht. Ich hab es doch erlebt, wie gut es mir tut, auf dich vertrauen zu können und  mit dir mein Leben zu führen. Wie glücklich es mich macht, dir nahe zu sein. Blase du mit deinem Geist in die Asche meines Glaubens, dass mit der letzten Glut das Feuer neu erwacht. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Dienstag, 18. Februar 2014

Du Schaf! hl

Losung: Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Jesaja 53,6

Lehrtext: Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Markus 6,34

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Du Schaf!"  – Das ist keine schöne Anrede. Das heißt doch soviel wie: „Bist du vielleicht dumm!"  Aber nun redet die Bibel dich so an und mich dazu. Ganz stimmt das nicht. Der Prophet Jesaja sagt wenigstens: „Wir haben uns wie Schafe verhalten",  und er schließt sich mit ein. Schafe haben beim Fressen den Kopf unten. Sie haben meistens nur ihren Bauch im Sinn. Sie fressen und gehen ein paar Schritte und fressen und gehen ein paar Schritte und noch ein paar Schritte… Plötzlich haben sie sich verlaufen, wenn da nicht ein Hirte auf sie aufpasst oder wenigstens ein Hirtenhund.
Sind wir wirklich so? Sieht jeder nur auf seinen Weg? Hat er nur seine Interessen im Sinn? Seine Bedürfnisse, seinen Beruf, seine Familie, sein Bankkonto, seinen Verein – und sonst nichts? Ja, offenbar sind wir so. Plötzlich also sind wir allein unterwegs im Leben, ohne den Hirten, ohne Gott und manchmal auch ohne den Mitmenschen, der uns dringend bräuchte. Die Bibel nennt das Sünde (vergleiche die Losungsauslegung von gestern).
Nun könnte Gott sagen: „Sollen sie doch in die Irre gehen. Selber schuld, wenn sie nicht auf mich achten. Sollen sie doch allein zurecht kommen!"  So würde ich vielleicht reden, wenn ich ein Hirte von solch bockigen Schafen wäre. Doch Gott denkt und spricht so nicht. Er überlässt uns nicht einfach unserem Schicksal. Er schickt den guten Hirten Jesus, den, mit dem großen Herzen, dem es in der Seele weh tut, wenn er uns im Leben so gottverloren herumirren sieht. Er nimmt die Sünde meiner Selbstsucht auf sich, geht seinem verlorenen Schaf nach, sucht es, findet es und trägt mich wieder heim, zurück zu seinem und meinem und deinem Vater, zurück in seine Gegenwart hier in der Zeit und dort in der Ewigkeit.
„Du Schaf!"  – Gott sei Dank bin ich ein Schaf, eins, das dem Guten Hirten gehört.

Ein Kindergebet für Erwachsene:
Weil ich Jesu Schäflein bin,
freu' ich mich nur immerhin
über meinen guten Hirten,
der mich wohl weiß zu bewirten,
der mich liebet, der mich kennt
und bei meinem Namen nennt. 
Sollt ich denn nicht fröhlich sein,
ich beglücktes Schäfelein?
Denn nach diesen schönen Tagen
werde ich endlich heimgetragen
in des Hirten Arm und Schoß:
 Amen, ja mein Glück ist groß.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 17. Februar 2014

Meine Sünde hl

Losung: Eure Sünden halten das Gute von euch fern. Jeremia 5,25

Lehrtext: Seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume. Hebräer 12,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie ein Sünder / eine Sünderin? Nicht? Sie / du meinst, du hättest nicht gestohlen, nicht die Ehe gebrochen und niemanden umgebracht. Und das bisschen Tratsch über andere - naja, das ist doch keine Sünde. Und die Steuererklärung und das Bügeln am Sonntag, – das macht doch jeder. Das muss man nicht weiter ernst nehmen.
Aber welche Sünde muss man dann ernst nehmen? Ich meine, die Ursünde ist, Gott zu vergessen und ohne ihn leben zu wollen. Und das passiert jeden Tag. Mir jedenfalls. Einerseits weiß ich aus der Bibel, dass Gott da ist – auch in diesem Augenblick –, dass er mich von allen Seiten umgibt, dass ich in ihm lebe. Andererseits treffe ich viele Entscheidungen ohne ihn; versuche ich Probleme nach eigenem Gutdünken, also ohne ihn zu lösen; schleppe ich das, was mir zu schaffen macht, allein durchs Leben, ohne mir von ihm helfen zu lassen.
So zu leben als ob es Gott nicht gäbe – das ist Sünde. Und zwar nicht deswegen, weil ich Gott damit beleidigen würde, oder weil ich ungehorsam wäre, oder weil ich mich nicht an die Gebote halten würde. Nein, hauptsächlich ist das deswegen Sünde, weil ich mich von ihm nicht beschenken lasse mit dem Guten, dass er mir geben will , mit seiner Gnade. Er ist doch deswegen mein himmlischer Vater, um mir zu helfen und zwar in diesem Leben, heute und jetzt. Er tut das, weil er mich liebt. Und ich? Bedeuten mir seine Geschenke denn nichts oder nur ab und zu, wenn ich allein nicht mehr weiter komme?
Die erste Seligpreisung von Jesus heißt sinngemäß: „Selig, ja glücklich zu nennen ist, wer mit leeren Händen vor Gott steht und alles von ihm erwartet. Er bleibt in seinem Einflussbereich, im Reich der Gnade."  Mit leeren Händen vor Gott. Nichts haben, worauf ich vor ihm stolz sein könnte. Auch nicht auf meine Gebete, auch nicht auf die Zeiten, in denen ich in der Bibel gelesen oder Gottesdienste besucht habe oder anderen gegenüber nett und hilfsbereit war. Mit leeren Händen vor Gott ohne jeglichen Leistungsnachweis, nur mit der Erwartung, dass er mir alles gibt, was ich jetzt brauche, in diesem Augenblick – das wär's. Dann würde ich das Gute nicht von mir fernhalten. Dann würde ich seine Gnade nicht versäumen. Dann würde ich in seiner Gegenwart leben, in seinem Frieden, ohne Sorgen und ohne Angst… Manchmal klappt das ja. Oft aber nicht. Dann biege ich mir das Leben wieder selbst zurecht. Dann bin ich ein Sünder. Und Sie / du?

Gebet: Herr, wenn ich dich vergesse, so denke du an mich. Wenn ich mein Leben selbst in die Hand nehme ohne nach dir zu fragen, so halte du mich in deiner Hand. Wenn ich dir die kalte Schulter zeige, so öffne du mir dein Herz. Du bist doch meine Lebenssonne. Ohne dich müsste meine Seele erfrieren. Lass deine Gnade über mir scheinen, auch wenn die Wolken meiner Selbstherrlichkeit sie verdunkeln. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!


Hans Löhr 

Samstag, 15. Februar 2014

unwillig oder gern hl

Losung: Verachte nicht die Unterweisung durch den HERRN und sei nicht unwillig, wenn er dich ermahnt. Sprüche 3,11

Lehrtext: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt. 1.Petrus 5,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie könnte denn Gott Sie / dich unterweisen bzw. ermahnen, so dass du es spürst? Das ist eine heikle Frage, auf die es meines Erachtens keine einfache Antwort gibt. Nun ist es schon eine gewisse Zumutung, dass ich mich als erwachsener Mann im fortgeschrittenen Alter noch von Gott erziehen lassen soll. Nun ja, wenn ich das schon einem zugestehe, dann höchstens ihm. Meine Frau versucht das zwar auch immer wieder, aber … Den Rest kann sich jeder denken ;-) 
Doch Gott fragt mich nicht erst lang, ob er mich zurechtweisen soll oder nicht. Er tut es einfach. Wenn ich zum Beispiel über einen anderen Menschen etwas Negatives sage, lässt er mich an das achte Gebot denken und weist mich durch ein schlechtes Gewissen zurecht. Wenn ich seinen und meinen Ansprüchen nicht gerecht geworden bin und wertvolle Zeit vor dem Computer vergeudet habe, malt er mir tiefe Ringe unter die Augen. Vielleicht weist er auch zurecht durch die Folgen einer problematischen Lebensführung, was zum Beispiel die Ernährung oder die mangelnde Bewegung betrifft. Doch darauf muss jeder selbst seine Antwort geben. Viele Krankheiten und Beschwerden – nicht alle! – sind jedenfalls kein Verhängnis, kein Zufall und kein fatales Erbe, sondern selbstverschuldet. Schlechte Gewohnheiten zu ändern, ist anstrengend. Aber ohne eigenes Dazutun, kann sich nichts zum Besseren ändern.
Der Lehrtext betrifft heute mal hauptsächlich meine Frau und mich. Unsere Aufgabe ist es, Pastor, auf Deutsch Hirte, zu sein und die Herde, also die Gemeinde, zu weiden, für sie da zu sein. Man kann das auf zweierlei Weise tun: Entweder als jemand, der die Berufung zum Hirten annimmt und sich für die Gemeinde und damit auch für den Glauben der Menschen verantwortlich weiß, oder als jemand, der einen Job erledigt und die Gemeinde verwaltet bis der nächste Verwalter kommt. Den Letzteren nennt Jesus „Mietling",  also einen Lohnschäfer, dem die Schafe letztlich egal sind… Unser Sommersdorfer Schäfer jedenfalls ist kein Mietling. Er kümmert sich mit Hingabe um seine Schafe. Davon schneide ich mir gern eine Scheibe ab.

Gebet: Herr Jesus Christus, ich danke dir für alle Ermutigung und allen Trost, den ich von dir immer wieder bekomme. Ich danke dir aber auch für die Zumutungen, die du an mich stellst. Sie fordern mich heraus, mein Leben im Licht deiner Gebote zu prüfen und dir zu folgen, der du der gute Hirte bist für uns alle. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Hans Löhr 

Freitag, 14. Februar 2014

Gnade und Wahrheit hl

Losung: Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Sacharja 12,10

Lehrtext: Jesus spricht: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Johannes 16,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Kannst du mir nicht diesen Gefallen tun?"  „Na ja, aus Gnade und Barmherzigkeit."  So ähnlich verlaufen manche Gespräche, in denen der eine auf das Wohlwollen des anderen angewiesen ist. Es ist ja auch schön, wenn er es dann bekommt. Und wahrscheinlich denkt sich der andere bei der Redewendung „aus Gnade und Barmherzigkeit"  auch nicht viel dabei, sondern will zum Ausdruck bringen, dass er guten Willens ist, obwohl er sich innerlich dazu überwinden muss und es vielleicht gern anders gehabt hätte. „Kannst du mir nicht dein Auto für einen Trip nach München mit meiner Freundin geben?"  „Na ja, aus Gnade und Barmherzigkeit…"
Aber, bei Lichte besehen, also im Licht der Bibel, sollte doch wohl mein ganzes Verhalten anderen gegenüber von Gnade und Barmherzigkeit bestimmt sein. Zumindest wünsche ich mir das von Gott. Sollten dann meine Mitmenschen sich dasselbe nicht auch von mir wünschen dürfen? Nun, ich glaube nicht, dass das bedeutet, dass ich zu allem Ja und Amen sagen muss. Gerade aus Gnade und Barmherzigkeit muss man auch einmal nein sagen, wenn man das Wohl des anderen im Blick hat und verhindern möchte, dass er eine für ihn selbst problematische Entscheidung trifft.
Aber auf keinen Fall sollte doch sein, dass ich mich meinen Mitmenschen gegenüber als ungnädig und unbarmherzig erweise. Schließlich will auch ich nicht, dass sie zu mir so sind, geschweige denn Gott.
Und belogen werden möchte ich von ihnen auch nicht und verzichte deshalb selbst darauf, andere zu belügen. Aber das heißt noch nicht, dass ich immer die Wahrheit sagen würde. Pilatus sagt zurecht zu Jesus: „Was ist schon Wahrheit?!"  Er meint damit unsere Menschenwahrheit, die durch unsere Gefühle und Erinnerungen oft stark getrübt ist. Jeder Polizist weiß, dass Zeugen bei einem Verkehrsunfall höchst unterschiedliche Angaben machen können, ohne dass sie selbst den Eindruck haben, nicht die Wahrheit gesagt zu haben.
Die Wahrheit, von der Jesus spricht, kommt im Geist Gottes zu uns. Sie ist nicht etwas Abstraktes, schwer Fassbares. Sie ist in Jesus Mensch geworden. In ihm erkenne ich die Wahrheit über mich und über diese Welt. Und weil diese Wahrheit wenig schmeichelhaft ist, bitte ich ihn, dass er mich in alle Wahrheit leite. Der Maßstab meiner Wahrheit aber ist meine Praxis, die Art und Weise, wie ich lebe und mit anderen umgehe. Da entscheidet sich, ob das, was ich sage, auch wahr ist.

Gebet: Herr,
sende dein Licht und deine Wahrheit
dass sie mich leiten zu deiner Klarheit
und ich dir danke, dass du mir hilfst. Amen
(Evangelisches Gesangbuch Nummer 172)

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 13. Februar 2014

Gott und die Tiere hl

Losung: HERR, du hilfst Menschen und Tieren. Psalm 36,7

Lehrtext: Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Römer 8,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt manchen Grund, warum ich die Bibel schätze. Einer ist, dass in ihr auch die Tiere zu ihrem Recht kommen. Und das ist umso erstaunlicher, als es zur Zeit der Bibel den Gedanken des Tierschutzes noch gar nicht gab. Aber schon am Anfang der Bibel steht, dass Gott es ist, der die Tiere erschafft und dass das „sehr gut!" ist.
Die Tiere sind genauso seine Geschöpfe wie ich seines bin. Er ist mein Gott und ihr Gott. Und darum haben auch die Tiere ihre eigene Würde. Sie sind keine Sachen, die man besitzen würde wie einen Stuhl oder eine Socke und womit man machen könnte, was man will. Sie bleiben Gottes Eigentum, und er vertraut sie uns an, damit wir mit ihnen zusammen leben und sie uns dienen. Auch ihnen gilt das große Versprechen, dass Jesus Christus die Fesseln der Vergänglichkeit zerbrechen wird, mit denen sie, wie auch wir, an den Tod gekettet sind. Auch sie sollen »frei werden zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes« (Lehrtext). Was für ein kühner und was für ein schöner Satz! Nur, warum spielt er in der Geschichte des Christentums eine so geringe Rolle?
Ich meine, wir müssen unser Verhältnis zu den Tieren grundlegend überdenken. Massentierhaltung ist Sünde! Dadurch sind bisher schon viel zu viele Tiere zu Tode gequält worden. Aber Sünde ist auch, wenn ich immer mehr und noch mehr Fleisch essen will und das zu möglichst niedrigen Preisen. Es kommt nicht von ungefähr, dass das alles wieder auf uns zurückfällt in Form von Cholesterin und Fettsucht, Rinderwahn und Schweinepest, Gammelfleisch, Hormon-Kälbern, Antibiotika-Geflügel und verseuchten Fischen. 
Wir haben in unserer Familie den Fleischkonsum schon deutlich reduziert. Und wir möchten, wenn wir schon Fleisch kaufen, es nach Möglichkeit von solchen Betrieben, die nachweislich die Tiere artgerecht halten und gesund ernähren. Natürlich ist das teurer als das Fleisch aus dem Supermarkt oder den großen Metzgereien. Aber lieber zahlen wir mehr, ernähren uns gesund und machen uns nicht im bisherigen Umfang mitschuldig am  Leid so vieler Tiere.
Einmal wird uns unser gemeinsamer Schöpfer fragen, wie wir uns gegenüber unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, verhalten haben. Was werden wir ihm antworten?

Gebet: Allmächtiger Gott, du Herr und Schöpfer von allem, was lebt! Ich klage dir das Leid der Tiere, das wir Menschen auf dem Gewissen haben. Vergib mir, wo auch ich mich an ihnen versündigt habe. Mach mich empfindsam, dass ich meine Mitgeschöpfe achte. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Mittwoch, 12. Februar 2014

Und unablässig rinnt die Zeit hl

Losung: Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes. Prediger 8,8

Lehrtext: So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus. Epheser 5,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für eine Kränkung für uns moderne Menschen, dass da in unserem Leben etwas ist, worüber wir keine Macht haben. Wir können zum Mond fliegen, wir können jeden Menschen auf der Erde abhören, wir können Herzen verpflanzen – aber wir haben keine Macht über den Tod. Das macht uns schlagartig klar, dass wir im alles entscheidenden Punkt ohnmächtig sind, hinfällig, zerbrechlich, mit einem Wort: sterblich. Aber was für ein Glück ist das auch. Manche würden sich sonst das Leben noch mehr zur Hölle machen als sie es ohnehin schon tun.
Die Uhr tickt. Der Sekundenzeiger rückt vor. Der Sand rinnt durchs Stundenglas. Unablässig vergeht Zeit, Lebenszeit. Jede Stunde kommt das Ende näher. Wie viel Zeit habe ich noch? Was fange ich mit dem Rest meines Lebens an? Soll alles so weitergehen bis auf einen Schlag alles vorbei ist? Oder habe ich noch etwas in Ordnung zu bringen? Mein Verhältnis zu anderen Menschen? Mein Verhältnis zu Gott? Mein Verhältnis zu mir selbst?
Ich soll die Zeit auskaufen, sagt die Bibel. Soll sie nicht vergeuden. Aber wie?
»Was du auch tust, handle klug und bedenke das Ende« heißt ein alter Rat aus der römischen Antike. Es gibt nur eins, das meinem Leben Sinn gibt und vor dem Tod bestehen kann, dass ich mein Leben liebe und die, die mit mir leben und den, der mir das Leben gegeben hat.

Gebet: Dir, dem Heiligen und Ewigen, schenke ich mein Leben. Es gehört dir sowieso. Nimm es und tu damit, was du willst. Ich will es nicht für mich zurückhalten. Ich will mich verströmen und verschenken bis zum letzten Lebenshauch. Ja, so möchte ich mein Leben führen. Aber das geht nur, wenn du in mir lebst und ich in dir. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Dienstag, 11. Februar 2014

Quelle des Lebens hl

Losung: Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Psalm 36,10

Lehrtext: Jesus rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Johannes 7,37

Liebe Leserin, lieber Leser,

schon immer waren Menschen auf der Suche nach dem „Jungbrunnen"  in der Hoffnung, wieder jung zu werden, wenn man aus ihm trinke oder in ihm bade. Leider haben sie ihn nicht gefunden. Aber vor jeder Haustür steht ein „Gesundheitsbrunnen",  aus dem jeder, der will, umsonst trinken kann. Das ist die tägliche Bewegung an frischer Luft. Dieser „Brunnen"  hilft immerhin gegen die Todesursache Nummer eins, die Bequemlichkeit.
Doch die „Quelle des Lebens"  ist noch einmal was anderes. Ich verstehe das so, dass aus Gottes Schöpferkraft alles Leben hervorquillt, mehr noch, dass diese Quelle »ins ewige Leben quillt« (Johannes 4,14) für den, der daraus trinkt. So sagt es Jesus. Und diese Quelle ist er selbst, für den, der ihm vertraut. Das versteht wohl nur, wer diese Bibelworte im Licht Gottes, im Licht des Glaubens liest. Denn nur in diesem Licht sehe ich ihn als das Licht der Welt. (Losung)
»Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir«, heißt es im Buch der Psalmen (42,2). Ich glaube, dass die Seelen aller Menschen nach diesem frischen Wasser lechzen und sie auf der Suche sind, was diesen Durst löschen könnte. Aber menschliche Anerkennung, Erfolg, Unterhaltung, Sport, Sex, Macht, Geld… – das alles löscht den Durst der Seele nicht wirklich. Das mag wohl vorübergehend befriedigen. Aber dann wirst du wieder durstig, vielleicht noch durstiger als zuvor. So wie ein Schiffbrüchiger, der in seiner Verzweiflung Meerwasser trinkt.
Jesus ruft mich, zu ihm zu kommen und zu trinken. Er stillt den Durst meiner Seele, dass ich in mir Frieden spüre. Er könnte sein Lebenswasser teuer verkaufen, aber er gibt es umsonst. So steht es am Schluss der Bibel, im Buch der Offenbarung Kapitel 22,17.
Ja, Gott ist die Quelle des Lebens auch für dich. Aber daraus trinken, also ihm dein Herz öffnen und vertrauen, ist deine Sache.

Gebet: Quelle des Lebens, Licht vom Licht – das sollst du, mein Gott, auch für mich sein. Darum halte ich Ausschau nach dir. Lass mich dein Licht sehen, gib mir vom Wasser des Lebens, damit ich dich in deinem Sohn Jesus Christus finde und mein Suchen ein Ende hat. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Montag, 10. Februar 2014

Brüder – überm Sternenzelt hl

Losung: Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen. Jesaja 40,26

Lehrtext: Alle Dinge sind durch das Wort gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Johannes 1,3-4

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute wird's philosophisch. Bei der Tageslosung kommt mir das Wort des Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) in den Sinn, der schrieb:
»Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.« Ich meine, diese Bewunderung und Ehrfurcht teilt jeder, der darüber nachdenkt. Der Blick in den wolkenlosen Nachthimmel auf die zahllosen Sterne lässt mich immer wieder neu staunen, wie gigantisch das Universum ist und wie winzig die Erde und erst recht ich Mensch. Und immer wieder neue empfinde ich Ehrfurcht vor Gott. Er hat dies alles erschaffen und auch mich Staubkorn. Ja mehr noch, er  kennt und liebt mich, wie es in dem Kinderlied „Weißt du wie viel Sternlein stehen"  heißt. Das ist ja das große Geheimnis der Welt, dass sie aus Liebe gemacht ist durch das Wort Gottes. Jesus, heißt dieses Wort, das im Kind in der Krippe und im Mann am Kreuz Mensch geworden ist (Lehrtext).

Der gestirnte Himmel über mir... Nicht umsonst hat Ludwig van Beethoven (1770-1827) diese Verse des Dichters Friedrich Schiller (1759-1805) im großartigen Schlusschor seiner Neunten Sinfonie vertont:
Seid umschlungen Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Muss ein lieber Vater wohnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such' ihn überm Sternenzelt!
Über Sternen muss er wohnen.
Wenn ich diesen gewaltigen Chor höre, kriege ich Gänsehaut. Neulich haben in Japan (klick) zehntausend Sängerinnen und Sänger diese Worte auf Deutsch gesungen. Da blieb kein Auge trocken.
Aber nun gilt ja zugleich, dass der ‚Schöpfer und Vater überm Sternenzelt‘ dir und mir ganz nahe ist. »In ihm leben, weben und sind wir«, sagt die Bibel, und weiter: »Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir«.
Was für ein großartiger Glaube ist uns da geschenkt! Der Schöpfer des Universums ist dein und mein Gott! Er ruft alle Sterne mit Namen und auch unsere Namen hat er in seine Hand geschrieben, weil wir ihm so wichtig sind, dass er uns nicht vergessen will.

Gebet: Großer Gott, du Schöpfer von Himmel und Erde, vor dir geh ich auf die Knie und bete dich an. Du bist allmächtig und heilig. Niemand ist dir gleich. Und doch bist du nicht weit weg über den Sternen. Du bist mein himmlischer Vater und kommst mir in Jesus nah. Du willst bei mir sein und bei mir bleiben. Niemals will ich das vergessen. Amen

Hans Löhr 

Sonntag, 9. Februar 2014

Mein Fänger hl

Predigt zur Tageslosung von Hans Löhr

Wohl allen, die auf ihn trauen! Psalm 2,12

Liebe Gemeinde,

„Wohl allen, die auf den Herrn trauen!“ In unseren Worten heißt das: „Alle können von Glück sagen, die sich auf Gott verlassen!“  – Schön, dass so ein Wort in der Bibel steht. Aber wie ist es um Ihr / wie ist es um dein Gottvertrauen bestellt? Kannst du dieses Psalmwort aus ganzem Herzen nachsprechen und bejahen? Du hast dich bisher auf deinen Gott verlassen können, sonst wärst du nicht so alt geworden wie du bist. Aber kannst du ihm auch heute vertrauen? Bist auch für die Zukunft zuversichtlich? Ich glaube, keiner ist jetzt im Gottesdienst, der nicht wenigstens ein bisschen Gottvertrauen hat. Und trotzdem machst du dir Sorgen um deine Angehörigen oder um deine Gesundheit. Wenn du noch jünger bist, geht es dir vielleicht um die Partnerschaft, um den Arbeitsplatz, möglicherweise auch um finanzielle Probleme. Wenn du schon älter bist, hast du vielleicht Angst vor dem Altwerden und dem Sterben. Diese Gedanken teilen wir alle. Sie gehen unter die Haut.
Wie also kriege ich Gottvertrauen? Und wenn ich schon ein bisschen davon habe, wie kann es wachsen und mein Leben bestimmen?

Ich denke, es ist so, wie wenn jemand im Schwimmbad erstmals vom Fünf-Meter-Brett springt. Als ich zum ersten Mal im Waldstrandbad in Windsbach da oben stand, sah es viel höher aus als von unten. Eigentlich soll das Leben, vor allem im Schwimmbad, Spaß machen. Darum bin ich auch hoch geklettert, nicht zuletzt, um den Mädchen zu imponieren. Aber jetzt, da oben auf dem Sprungturm, wurde es ernst. Traue ich mich oder traue ich mich nicht? Ich hatte genau gesehen, wie vor mir schon andere vom Fünf-Meter-Brett gesprungen waren und dabei offensichtlich Spaß hatten. Ich hatte genau gesehen, dass sie unten im Wasser gut ankamen und auch wieder aufgetaucht sind. Okay, das waren die anderen. Aber was war mit mir? Ich hatte weiche Knie. Ich hatte Angst. Sollte ich umkehren? Was wäre das für eine Blamage gewesen! Schließlich haben die Mädchen zugeschaut. Also bin ich vor an die Kante, habe tief Luft geholt und - bin gesprungen. Als ich wieder auftauchte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Aber ich hatte es geschafft. Ich hatte meine Angst überwunden. Mein Vertrauen, dass alles gut gehen würde, war größer als die Angst. Und dieses Vertrauen hatte ganz viel damit zu tun, dass ich miterlebt habe, wie andere vor mir gesprungen sind. Wäre ich der erste und einzige auf dem Sprungturm gewesen, wäre ich wohl nicht gesprungen.

Mit dem Gottvertrauen verhält es sich ähnlich. Du erlebst, wie sich andere auf Gott verlassen und wie sie davon erzählen, dass ihnen das hilft und sie durch schwierige Zeiten trägt. Und nun hast du die Wahl: Entweder hältst du die anderen, die das tun, für verrückt oder für glaubwürdig. Wenn du meinst, dass Menschen, die sich auf Gott verlassen, verrückt sind, wirst du ihrem Beispiel nicht folgen. Sind sie aber auch sonst ganz normal und glaubwürdig, bist du eher bereit, wie sie es mit Gott zu probieren und dein Vertrauen auf ihn zu setzen.

Vielleicht gibt es verschiedene Wege, um Gottvertrauen zu gewinnen. Aber das positive Beispiel anderer ist wohl der Königsweg. Und darum rede ich auch in den Taufgesprächen mit den Eltern darüber, wie wichtig es ist, dass ihr Kind Gottvertrauen lernt und dass es dazu die Eltern braucht. Wer weiß, dass er sich auf seine Eltern verlassen kann, ist auch eher bereit, sich auf Gott zu verlassen. Und das umso mehr, wenn das Kind mitbekommt, dass auch seine Eltern und Großeltern auf Gott vertrauen, mit dem Kind beten und mit ihm darüber reden. Gibt es ein größeres Geschenk, das Eltern ihren Kindern machen können, als wenn sie ihnen die Möglichkeit bieten, an Gott zu glauben und ihm zu vertrauen? Alle anderen Geschenke veralten mit der Zeit, gehen kaputt, werden wertlos oder uninteressant. Das Gottvertrauen aber wird immer kostbarer je älter du wirst. Es ist ein Geschenk fürs Leben. Umgekehrt aber ist es eine zutiefst traurige Sache, wenn Eltern ihren Kindern beim Glauben im Wege stehen und keinen Wert darauf legen, dass sie auf Gott vertrauen können.

Von wem hast du Gottvertrauen gelernt? Waren es Mutter oder Vater, die Großeltern, die Paten oder jemand ganz anderer? Wer es auch immer gewesen ist, wie viele es auch immer waren, danke heute Gott für diese Menschen auch wenn sie vielleicht schon lange tot sind. Danke für das Geschenk, das sie dir gegeben haben. Vielleicht magst du heute im Gebet an sie denken.

Und was in der Familie gilt, gilt auf ähnliche Weise auch in der Kirchengemeinde. Ich meine, es gehört zu den vornehmsten Aufgaben einer evangelischen Gemeinde, alles daranzusetzen, die Kinder zu erreichen und mitzuhelfen, dass sie im Glauben wachsen und auf Gott vertrauen können. Deshalb steht bei uns die Arbeit für Kinder an erster Stelle. Deshalb sind wir im Kirchenvorstand bereit, für die Kindergottesdienstarbeit und alles was damit zusammenhängt, also auch für die Fortbildung der Ehrenamtlichen, so viel Geld auszugeben wie erforderlich. Und darum freue ich mich, wenn viele Gemeindeglieder das ähnlich sehen und bereit sind, für diese Arbeit immer wieder zu spenden. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Und noch mehr freue ich mich über die Frauen und Männer und Jugendlichen, die ehrenamtlich bei den Angeboten für Kinder mitarbeiten, manche von ihnen schon seit vielen Jahren. Ich finde, nicht nur der Pfarrer oder die Pfarrerin, sondern auch ihr sollt immer wieder mal auf diese Mitarbeiter in der Kindergottesdienstarbeit zugehen und ihnen danken. Vielleicht so: „Ich habe gehört, dass Sie im Kindergottesdienst mitarbeiten. Das finde ich prima und dafür möchte ich Ihnen einfach mal danke sagen.“

Doch jetzt stell dir vor, worauf du dich verlassen müsstest, wenn du kein Gottvertrauen hättest. Worauf? Das wärst in erster Linie du selbst. Dann käme alles auf deine Gesundheit, auf deine Kraft, auf deine Leistungsfähigkeit an. Solange es da keine Probleme gibt, kannst du scheinbar aus eigener Kraft viel schaffen. Aber jeder von uns kann morgen schon pflegebedürftig sein: ein Unfall, ein Schlaganfall, ein Herzstillstand – und du lebst in einer anderen Welt. Dann musst du dich nahezu ganz und gar auf andere verlassen können. Das geht anscheinend auch. Unser medizinisches System ist ganz gut ausgebaut. Und trotzdem arbeiten auch da Menschen mit ihren Schwächen und Grenzen. Keiner kann dir garantieren, dass alles gut gehen wird.

Also verlassen sich viele auf ihren Talismann, wie der Stürmer Stefan Kießling von Bayer Leverkusen auf eine bestimmte Unterhose. Andere klammern sich an einen anderen Aberglauben, an Horoskope, ans Kartenlegen, ans Pendeln, an die Hoffnung auf einen immerwährenden Wohlstand, an irgendwelche Tabletten oder was weiß ich. Auf irgendwas muss ein Mensch ja sein Vertrauen setzen. Von irgendwoher muss er sich ja Hilfe versprechen. Das Leben wäre sonst nur schwer erträglich. Aber wer kann sich denn schon sicher sein, dass er wirklich aufgefangen wird, wenn er fällt?

Bei Trapezkünstlern im Zirkus gibt es einen, der fliegt und in der Luft die Saltos macht und einen, der kopfüber mit den Kniekehlen am Trapez hängt und den, der fliegt, fängt, also den Flieger und den Fänger. Und dabei muss sich der Flieger ganz und gar auf den Fänger verlassen können und darf auf keinen Fall versuchen, mit seinen Händen nach den Händen des Fängers zu greifen. Die Gefahr wäre zu groß, dass er sie nicht richtig packen könnte und dann abstürzen würde. Der Flieger muss seine Hände unbedingt ruhig halten und darf nicht hektisch herumfuchteln. Er muss es dem Fänger überlassen, dass er sie greift.
Ich glaube, so ist es auch mit mir und mit Gott. Gerade dann, wenn es im Leben schwierig wird, wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wenn ich im Unglück und Leid abzustürzen drohe, gerade dann ist es gut, wenn ich Gott meine Hände im Gebet ruhig hinhalte. Wenn ich darauf vertraue, dass er sie ergreift, dass er mich auffängt und hält. Er hat das bisher schon getan mit dir und mit mir. Er wird das auch in Zukunft tun.

Als ich damals auf dem Sprungbrett stand, musste ich eine Entscheidung treffen: Springen oder umkehren. Ich hab mich überwunden und bin gesprungen. Wage auch du den Sprung des Glaubens. Spring voll Gottvertrauen, spring deinem Gott in die Arme und bedenke, du kannst nicht tiefer fallen als in seine Hand.

Ja, du kannst von Glück sagen, der du auf diesen Gott vertraust (Losung). Er begegnet dir in Jesus, um dein „Fänger“ zu sein. Das galt damals zur Zeit der Bibel. Das gilt auch jetzt für dich.

Amen

Samstag, 8. Februar 2014

Gebetskuchen hl

Losung: Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Psalm 57,3

Lehrtext: Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. Markus 1,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

„ein goldenes Schmuckstück von König David"  – so nennt Martin Luther den Psalm 57, aus dem die heutige Tageslosung stammt. Was diesen Psalm so wertvoll macht, ist das Gottvertrauen, das aus ihm spricht. Der König bittet darum, dass Gott ihm gnädig sei und helfe. Zugleich aber sagt er ihm auch, dass er auf ihm vertraut: »Bei dir suche ich Zuflucht, bei dir bin ich geborgen wie ein Küken, das sich unter die Flügel seiner Mutter flüchtet, bis das Unwetter vorbeigezogen ist.« (Vers 2) Und dann lässt er seine Sorge los und legt sein Schicksal in Gottes Hand. Er vertraut darauf, dass mit seiner Hilfe alles gut ausgehen wird. Der König tut, was in seinen Kräften steht. Aber um das gute Ende soll sich Gott kümmern. Wunderbar! So will ich auch glauben und beten.
David gibt uns die Form vor, in der auch Sie / du deinen Gebetskuchen backen kannst: Sage deinem Gott, wie es dir geht. Sage ihm, was du von ihm willst. Aber sage ihm auch, was du ihm zutraust und was du mit ihm bisher schon Gutes erlebt hast. Und dann schließe dein Gebet, indem du Gott dankst, dass er dein Gott ist und du mit allem vertrauensvoll zu ihm kommen kannst und stimme in das Lob von König David ein, mit dem er seinen Psalm beschließt: »Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.« (Vers 11). An einem solchen Gebetskuchen wird Gott seine Freude haben und er wird ihm schmecken.

Gebet: Mein Gott und mein Vater, ich will auch so glauben und beten können wie König David. Und wenn ich nicht die richtigen Worte finde, dann leihe ich sie mir von ihm.  Ja, auch ich flüchte mich unter deine Flügel, bis das Unglück vorüber zieht. Und darum kannst du gar nicht anders, als mich zu beschützen und mir zu helfen und alles, worüber ich mir jetzt Gedanken mache, zu einem guten Ende zu bringen. Dich preise ich, denn da ist sonst kein Gott wie du. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Freitag, 7. Februar 2014

Premium-Schutz ebl

Losung: Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes. Psalm 20,8

Lehrtext: Meine Kinder, hütet euch vor den falschen Göttern! 1.Johannes 5,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute ist die Losung der Ausschnitt aus einem "Gebet des Volkes für seinen König in Kriegsnot". Keiner von uns, davon gehe ich aus, ist gerade in Kriegshandlungen verwickelt, erst recht nicht mit Pferd und Wagen. Aber eine kriegerische Sprache ist uns nicht fremd: Wie oft reden wir auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch manchmal von 'Nebenkriegsschauplätzen' in Diskussionen oder von 'scharfen Geschützen', die jemand in Gestalt guter Argumente auffährt. Mancher empfindet sein Leben zur Zeit auch als einen 'Kampf'.
Wir sind doch nicht so weit weg von dem Szenario, das da in Psalm 20, Vers 8 für uns aufgemacht wird: "Manche schwören auf gepanzerte Wagen, andere verlassen sich auf Pferde; doch wir vertrauen auf den HERRN, unseren Gott!" Ersetzen wir doch die gepanzerten Wagen jetzt durch 'den exzellenten Anwalt' und die Pferde durch die Rechtsschutzversicherung - schon sind wir mitten in der Gegenwart.
Was gibt uns das Gefühl von Sicherheit? Wer, so glauben wir, deckt uns im Krisenfall? 
"Meine Kinder, hütet euch vor den falschen Göttern", werden wir im Ersten Johannesbrief gewarnt (Kap.5, Vers 21). "Erwartet euch nicht Schutz und Solidarität von einer Seite, von der ihr sie nicht verlässlich bekommen werdet." Wir werden ermutigt, unser Vertrauen in Gott zu setzen. Er hat uns ins Leben gerufen, er will uns hindurch begleiten und er wird uns am Ende durch den Tod in seine Herrlichkeit holen. Den besten Schutz und Rückhalt finden wir immer noch bei ihm.

Gebet: "Vater, du willst uns heute vor falschen Sicherheiten warnen. Wir lassen uns diese Warnung sagen und bitten dich zugleich um deinen guten Geist - damit wir dir tatsächlich vertrauen können und uns in diesem Vertrauen auf dich wirklich geborgen wissen. Amen."

Herzliche Grüße und einen guten Start ins Wochenende!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 6. Februar 2014

Spiegel sein ebl

Losung: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Prediger 12,13

Lehrtext: Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht. Jakobus 2,8

Liebe Losungsgemeinschaft,

auch heute geht es - wie gestern schon - um die Frage, woran wir uns orientieren, wenn es um unsere Werte geht. Ein Sammler von Sinnsprüchen hat es im Buch 'Prediger' auf den Punkt zu bringen versucht:  "Fassen wir alles zusammen, so kommen wir zu dem Ergebnis: Nimm Gott ernst und befolge seine Gebote! Das ist alles, worauf es für den Menschen ankommt." (Altes Testament, Prediger Salomo 12, 13 nach der 'Guten Nachricht für dich').
Alle Gebote, das wissen wir von Jesus und das weiß auch Jakobus, lassen sich wiederum zusammenfassen in dem Doppelgebot der Liebe. Jakobus nennt es ein "wahrhaft königliches Gesetz" - viele von uns können es auswendig. Jakobus zitiert als Lehrtext für heute nur den zweiten Teil - denjenigen, der das Zusammenleben von uns Menschen zum Thema macht. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." (Jak.2, Vers 8) Jesus setzt davor noch den entscheidenden ersten Teil: "Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt." (Matth.22, 37)

Meine Beziehung zu Gott steht an erster Stelle - und nach dem, was Jesus sagt, darf das eine sehr liebevolle Beziehung sein. Sie prägt in der Folge mein Verhältnis zu mir selber und zu anderen Menschen.

Gebet: Vater, zeig uns immer wieder, wie kostbar wir dir sind. Hilf uns, dass uns das bewusst bleibt. Wir wollen dir diese Liebe wiederspiegeln, die du uns als deinen Kindern entgegenbringst. Wir wollen sie ausstrahlen in unser Umfeld. Hilf uns, Spiegel zu sein für dein Wesen und dein Wort und deinen Willen. Amen.

Herzliche Grüße aus Sommersdorf,
kurz vor dem Sprung nach Leipzig zum Willow-Creek-Leitungskongress,


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 5. Februar 2014

kurz und knackig ebl

Losung: Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten. 2.Mose 23,1

Lehrtext: Legt ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede. 1.Petrus 2,1

Liebe Losungsleserin, lieber Losungsleser,

heute braucht keiner von uns irgendwelche Erklärungen, um zu verstehen, was mit Losung und Lehrtext gemeint sein könnte. "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu" - könnten wir uns auch vorsagen als altbekannte Zusammenfassung. Da geht es uns doch allen gleich:
Ich bin froh, wenn Leute mit mir statt über mich reden - auch dann, wenn es um unangenehme Themen oder um eine Kritik geht. Ich bin froh, wenn sie mich fragen im Zweifelsfall und nicht dritte und vierte, wenn Missverständnisse drohen (und die drohen immer, wo Menschen miteinander zu tun haben).
Aber nie boshaft reden, nie an eine Schummelei denken, immer gerade heraus im Verhalten und im Reden sein, immer dem anderen alles gönnen, immer nur das Beste von Dritten sagen - da muss ich passen. Das schaffe ich nicht.
Soll ich aber, als Christin. Kurz und etwas schmerzhaft wird mir das heute klar gemacht. Was bleibt mir also übrig? Weiter daran arbeiten. Es mir vornehmen. Und mit Hilfe von Gottes Geist langsam, langsam sensibler werden in die Richtung, die Gott sich von mir wünscht.

Gebet: "Vater, du weißt, wie oft wir doch über andere Menschen reden und dass es nicht immer zu deren Vorteil ist. Bring uns bei, dass wir mit deinen Augen durch unsere Welt gehen. Du kannst das - in jedem das Gute sehen, das du in ihn hineingelegt hast. Auch wenn es noch so tief verschüttet ist. Schenke uns etwas von deiner 'Sicht'-Weise auf uns. Dann ändert sich auch nach und nach unser Verhalten. Danke, Vater. Amen."

Einen herzlichen Gruß aus dem Pfarrhaus

schickt dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 4. Februar 2014

Der Wort-Halter ebl

Losung: Gott sagt: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich. Jesaja 46,10

Lehrtext: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau. Galater 4,4

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht findet ihr euch in der folgenden Szene auch wieder:
"Gleich komme ich hoch und helfe dir, Sophia!" rufe ich von unten, und dann klingelt das Telefon und ich muss eine wichtige Nachricht für meinen Mann aufschreiben und sie mit Tesafilm an die Bürotür kleben, damit er sie nach dem Heimkommen gleich liest. Und dann schüre ich noch schnell den Kachelofen nach und nehme ein paar Wäschestücke ab - und dann habe ich meine Tochter oben an ihrem Schreibtisch vergessen. Nicht gut, aber Tatsache.
Gott - daran werden wir mit der heutigen Losung erinnert - vergisst offenbar weder seine kleinen noch seine großen Vorhaben. Er sagt: "Wenn ich etwas plane, dann wird es auch ausgeführt. Alles, was ich mir vornehme, das tue ich auch." (Altes Testament, Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 46, Vers 10 nach der 'Guten Nachricht für dich'). Das ist eine wichtige Information für uns, denn sie zeigt uns: Gott ist verlässlich. Wir können fest davon ausgehen, dass er das, was er uns zusagt, auch einhält. Er hält sein Wort.
Wer das bestätigt sehen will, der muss nur an Jesus denken. Im Alten Testament ist Gottes Versprechen dokumentiert ("Der Tag kommt, an dem ich aus der Nachkommenschaft Davids einen Mann berufe ... Er wird als König verständig und gerecht regieren, weil er sich an die Weisungen Gottes hält." Jeremia 23, 5) und im Neuen Testament wird die Einlösung erzählt: "Als aber die Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Der wurde als Mensch geboren." (Gal. 4, 4)
Vielleicht haben Sie genau das schon einmal erlebt, dass eine Zusage von Gott für Sie so klar Wirklichkeit geworden ist, dass Sie mir diese Begebenheit in ein paar Mail-Zeilen (an 'ebezold@yahoo.de') erzählen könnten?  Ich würde mich darüber sehr freuen!

Gebet: Danke, Vater, dass du verlässlich bist in dem, was du sagst. Wenn du uns zusagst, dass du unser Glück willst und dass du uns eine Zukunft schenken willst, wie wir sie uns erhoffen (das hast du uns am letzten Sonntag mit Jeremia 28, 11 in den Gottesdiensten versprochen), dann verlassen wir uns dankbar darauf. Du wirst es tun. Auch im Leben derer, die sich zur Zeit verlassen oder ziemlich am Ende ihrer Kräfte sehen. Du hältst Wort. Danke. Amen.

Herzliche Grüße aus dem Sommersdorfer Pfarrhaus!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr