Mittwoch, 31. Juli 2013

standfest bleiben! ebl

Losung: Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein. 5.Mose 13,7.9

Lehrtext: , Ich bitte den Vater, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen Wohnung nimmt und ihr in der Liebe tief verwurzelt und fest gegründet seid. Epheser 3,17

Liebe Leserin, lieber Leser,
das ist mir in der Zeit, seit wir hier in Sommersdorf leben, schon passiert - zum Glück allerdings nur selten: Ein Mann oder eine Frau fing an, in unserer Gemeinde heimisch zu werden, kam in die Gottesdienste und engagierte sich im Lauf der Zeit sogar mit Begeisterung ehrenamtlich. Und dann - dann tauchte eine neue Liebe am Horizont auf. Manchmal war dann der- oder diejenige, die uns ans Herz gewachsen war, über Nacht aus unserem Blickfeld verschwunden. Manchmal nach einigen Wochen oder Monaten. Das tut weh. Mir wird durch solche Erfahrungen immer wieder klar, wie sehr es helfen kann, wenn wir als Christen Menschen an der Seite haben, die mit uns unsere Hoffnung und unser Vertrauen in Gott teilen. In der heutigen Losung ist mein Erleben aufgenommen - allerdings in Gestalt einer Warnung. "Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und anderen Göttern dienen, so willige nicht ein." (Dieser Vers steht im Alten Testament, 5.Buch Mose, Kapitel, Verse 7 und 9) Alles, woran wir unser Herz hängen, kann zum Gott für uns werden - das hat Martin Luther einmal sehr drastisch gesagt. So kann auch eine neue Liebe, die alle unsere Aufmerksamkeit und Herzenskraft bindet, zum Gott werden. Das liest sich gänzlich unromantisch und streng - aber dahinter steckt eine tiefe Menschenkenntnis.


Auch Paulus muss solche Verlusterfahrungen verkraften und schreibt deshalb an die Christen in Ephesus, dass er immer wieder Fürbitte um ihre 'Standfestigkeit' gegenüber Gott übt: "Ich bitte den Vater, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen Wohnung nimmt und ihr in der Liebe tief verwurzelt und fest gegründet seid." (Lehrtext aus dem Brief von Paulus an die Christen in der Stadt Ephesus, Kapitel 3, Vers 17)
Gebet:  "Gott, unser Vater, vor solchen Entwicklungen in unserem Leben musst du selber uns bewahren - dass uns ein Mensch oder eine Sache so gefangen nimmt, dass wir für nichts anderes mehr Augen haben und dich aus dem Blick verlieren. Hilf uns, dass wir offen und positiv leben können und zugleich wissen, auf wen wir bauen und wer uns trägt. Amen."

Schulbefreite und daher angenehm schwerelose Grüße aus dem Pfarrhaus

von deiner / Ihrer

Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 30. Juli 2013

Vertrauen zählt ebl

Losung: Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut. Daniel 6,24

Lehrtext: Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Hebräer 10,35

Liebe Losungs-Gemeinschaft,

es gibt Menschen, die können von beeindruckenden Erfahrungen mit Gott erzählen. In der heutigen Losung ist von einem solchen Menschen die Rede - er heißt Daniel. Er lebt am Hof des Königs Nebukadnezar in Babylonien und der König hält große Stücke auf ihn. Davon ist in dem Moment nichts mehr zu spüren, als Daniel sich weigert, eine Statue anzubeten, die der König errichten hat lassen. Für Daniel ist klar: Angebetet wird von ihm nur einer, nämlich Gott. Dafür soll er in einem Feuerofen umkommen. Ein Engel, so wird im Alten Testament erzählt, schützt ihn und seine Freunde, die mit ihm sterben sollen, vor diesem grausamen Tod. Dem König bleibt vor Staunen der Mund offen stehen, als ihm berichtet wird: "Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut." (Nachlesen kann man die ganze spannende Geschichte im Alten Testament im Buch des Propheten Daniel.)

Diese Erzählung ist sehr alt. Am letzten Wochenende während einer Trauung hörten wir alle während des Gottesdienstes vom Bräutigam dessen Lebensgeschichte, die Gott 2013 ebenso mächtig wie zu Daniels Zeiten zeigt. Krankheit und Leid schienen in dieser Biographie übermächtig und behalten doch nicht die Oberhand. Das Gottvertrauen der Betroffenen war mit Händen zu greifen. "Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat", heißt es eindrücklich im Brief an die Hebräer im Neuen Testament (Kapitel 10, Vers 35) Dieses Vertrauen wird damit belohnt, dass wir unser Leben neu annehmen, neu sehen und mit neuer Intensität leben können.

Gebet: "Gott, danke für diese ermutigenden Zeugnisse. Du hilfst uns damit in Zeiten, in denen wir selber unsicher und schwankend geworden sind. Danke für diese Zeichen deiner Liebe und für mutige Leute, die von deinen Liebeszeichen offen erzählen. Segne sie und segne uns in der Weise, dass wir voller Vertrauen auf dich bauen können. Danke, Vater. Amen.
Herzliche Grüße

Ihre / Deine

Elfriede Bezold-Löhr  

Montag, 29. Juli 2013

Klare Sache! ebl

Losung: Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN. 1.Mose 3,8

Lehrtext: Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, auch nichts geheim, was nicht bekannt werden und an den Tag kommen soll. Lukas 8,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung bringt mit einer ganz kurzen Szene zum Ausdruck, in welcher Beziehung wir ohne Jesus Christus zu Gott stehen würden. 
"Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN", ist im 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 8 festgehalten. Was vorher passiert ist, wissen viele: Adam und Eva waren als seine Geschöpfe von Gott in ein traumhaftes Lebensumfeld gestellt worden. Dort sollten sie alles nutzen dürfen, den Baum der Erkenntnis aber unangetastet lassen. Dieses Verbot reizte Adam und Eva so sehr, dass sie sich darüber hinwegsetzten und eine Frucht von diesem Baum aßen. Das Ergebnis: Sie fühlten sich plötzlich nackt und verletzlich, schämten sich und versteckten sich - sogar vor ihrem Schöpfer. In dem 'Sich-Schämen', in dieser leisen Beschreibung wird der Abstand zwischen Gott und Mensch unübersehbar deutlich.
Die heilsame Nachricht von der Macht der Vergebung, die durch Jesus für uns alle offen steht, ist klar und schafft Klarheit. "Es gibt nichts Verborgenes an ihr, das nicht ans Licht kommen wird; nicht Geheimes, das nicht bekannt und öffentlich verkündet werden wird. (Neues Testament, Evangelium des Lukas, Kaptel 8, Vers 17) Diese Klarheit spricht mich an, denn sie ist die Grundlage aller guten Beziehungen - zwischen uns Menschen und zwischen uns und Gott.

Gebet: "Danke, Vater, dass wir nach dem Bruch mit dir neu anfangen dürfen. Du bist es, der den Abstand zwischen uns und dir wieder überbrückt. Du zeigst uns in Jesus Christus, wie viel wir dir wert sind. Du legst den Kreuzbalken als Brücke über den Graben und wir dürfen uns ohne Angst und ohne Scham wieder dir anvertrauen. Danke, Vater."

Einen guten Start in die neue Woche

wünscht dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr                 

Sonntag, 28. Juli 2013

Nimm Dir Zeit! hl

Predigt am Gemeindefest von Hans Löhr

Predigttext: »Jeden Morgen weckt Gott mir das Ohr, dass ich auf ihn höre wie ein Jünger.« Jesaja 50, 4+5

Liebe Freunde,

(Gießkanne halbvoll gefüllt) in diesen heißen Tagen ist das da für jeden, der einen Garten hat, ein besonders wichtiges Gerät. Wie viel Wasser ist wohl jetzt in dieser Kanne? Sie / Ihr könnt es nicht wissen, höchstens schätzen. Stell Dir vor, Du hast nur eine einzige Gießkanne, um heute den Garten zu gießen. Welchen Pflanzen wirst Du was geben? Den Blumen, dem Gemüse oder wirst Du das Rasenstück vor Deinem Haus gießen? Und jetzt stell Dir vor, das, was in der Gießkanne ist, ist nicht Wasser sondern Zeit, Deine Lebenszeit. Du weißt nicht wie viel die Kanne enthält. Du weißt nur, dass Deine Lebenszeit begrenzt ist und Du sie nicht nachfüllen kannst. Wofür willst Du Deine Zeit verwenden?
Die Älteren unter uns wissen, wie kurz das Leben ist und wie schnell die Zeit verfliegt. Unaufhörlich nimmt sie ab. Auch jetzt, in diesem Augenblick. Und Du weißt: Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens. Wenn ich mir das klar mache, wird meine Zeit kostbar und ich frage mich: Was fang ich damit an? Was, um im Bild zu bleiben, begieße ich und was nicht?

Ein Kollege aus einer Freikirche predigte einmal, dass man in seinem Leben Platz für Gott schaffen, ihm Zeit einräumen soll, um auf sein Wort zu hören, seine Gegenwart zu spüren. Nach dem Gottesdienst kam ein Geschäftsmann auf ihn zu und sagte aufgebracht: »In was für einer Welt leben Sie eigentlich? Soll ich Ihnen mal meinen Terminkalender zeigen? Jede Stunde, jede Minute ist durchgeplant. Ich brauche alle meine Zeit für mein Geschäft und was übrig bleibt für meine Familie und mein Haus. Ich habe einfach keine Zeit mehr, um mich auch noch still hinzusetzen und auf Gott zu hören.« Der Kollege antwortete: »Zeit ist doch keine Frage des Habens, sondern des Nehmens. Sie nehmen sich auch Zeit zum Essen, zum Schlafen, Duschen und das, was Ihnen Spaß macht. Wenn Sie sich keine Zeit nehmen wollen, um täglich auf Gott zu hören, ist das Ihre Entscheidung. Aber sagen Sie nicht, Sie hätten keine Zeit.«
Ein paar Wochen später lud der Geschäftsmann den Pfarrer nach Hause ein und zeigte auf einen Sessel. »Da«, sagte er, »da sitze ich nun jeden Tag ein paar Minuten und höre, was Gott mir sagen will.« Der Pfarrer war total verblüfft. Damit hatte er nicht gerechnet. Ein paar Monate später fand wieder ein Gespräch statt. Der Geschäftsmann informierte den Pfarrer, dass er nun seinen Job an den Nagel hängen und bei ihm in der Gemeinde mitarbeiten wolle. Der Pfarrer wehrte ab: »Ja aber das macht man nicht so einfach, besonders wenn man eine Familie hat. Wissen Sie, was Sie da riskieren? Woher haben Sie eigentlich diese Idee?« Und der Mann antwortete: »Das habe ich auf meinem Sessel gehört.« »Dann«, sagte der Kollege, »gehen Sie jetzt zurück auf Ihren Sessel und fragen lieber nochmal nach.« Einige Wochen später fing der Mann tatsächlich als Mitarbeiter in der Freikirche an und erwies sich als Volltreffer.
Ein paar Jahre später verließ er die Gemeinde, um einem anderen Pfarrer zu helfen, eine neue Gemeinde aufzubauen. Auch das, so sagte er, habe er wieder auf seinem Sessel gehört. Wieder ein paar Jahre später rief er noch einmal bei seinem alten Pfarrer an: »Ich habe schlechte Nachrichten. Die Ärzte sagten mir, dass ich Blutkrebs habe und nicht mehr lange leben werde«. Dann starb er. Nach der Beerdigung kamen der Pfarrer und die Witwe auf den Sessel zu sprechen, in dem der Mann all die Jahre jeden Tag ein paar Minuten auf Gott hörte. »Diesen Sessel«, so die Witwe, »geben wir auf keinen Fall her. Er soll für die Kinder und für spätere Generationen ein Zeichen sein, wie wichtig es ist, sich regelmäßig Zeit zu nehmen, um auf Gott zu hören.«

Wo, so frage ich Dich, wo steht Dein Sessel? Nimmst auch Du Dir regelmäßig Zeit, um zu hören, was Gott Dir sagen will? In der Bibel heißt es im Buch Jesaja im Kapitel 50: »Jeden Morgen weckt Gott mir das Ohr, dass ich auf ihn höre wie ein Jünger.« Wie ist das mit Deinem Ohr? Ist es wach für Gott? ‚Jeden Morgen‘, heißt es in dem Bibelwort. Letzten Endes ist es egal, wann und wo Du Dir Zeit für Gott nimmst. Das kann morgens im Bett oder in einem Sessel sein. Oder ein bestimmter Parkplatz, an dem Du jeden Morgen vorbeikommst, wenn Du zur Arbeit fährst. Das kann auch abends sein. Wichtig ist, dass es regelmäßig geschieht.
Die Gießkanne hier fasst nur eine bestimmte Menge Wasser. Unser Leben fasst nur eine bestimmte Menge Zeit. Wofür nehme ich sie mir? Nehme ich mir auch Zeit für den, der sie mir geschenkt hat? Habe ich ein Ohr für ihn, um zur Ruhe zu kommen und das Unwichtige vom Wichtigen zu unterscheiden? Höre ich auf Gott, wenn ich vor wichtigen Entscheidungen stehe?

[Schwamm] Ich habe hier einen trockenen Naturschwamm. Sein Element ist das Wasser. Darin ist er gewachsen, darin lebt er. Und so ist es seine Bestimmung, mit Wasser vollgesogen zu sein. Ein trockener Schwamm, der das Wasser scheut, ist zu nichts nütze.
Das Element des Schwamms ist das Wasser. Dein Element ist Gott. Du bist von ihm dazu bestimmt, vollgesogen zu sein mit seiner Gegenwart, mit seinem Geist, mit der Liebe von Jesus. Er war ganz und gar durchtränkt von Gott und hat uns damit ein Beispiel gegeben, wie auch wir leben können: Ohne Furcht, voll Vertrauen und Zuversicht aus Gottes Kraft.
Stell Dir jetzt mal vor, Du bist so ein ausgetrocknete Schwamm, ohne Energie, ohne Kraft, ohne Freude und Perspektive. Vielleicht kennst Du ja dieses Gefühl. Und jetzt stell Dir vor, wie Du in Gott eintauchst, in seine Gegenwart, in seine Kraft. Und wie Du Dich vollsaugst und ganz und gar gesättigt bist mit seiner Gegenwart. [Schwamm wird mit Wasser aus Gießkanne durchtränkt]
»Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott« heißt es im Psalm 42. Wie kann es Dir gut gehen, wenn Deine Seele vertrocknet ist? Wie kannst Du Dich dann wehren gegen das schwarze Tier der Schwermut, das Dich immer wieder mal angreift? Was hast Du dagegen zu setzen, wenn Dich Enttäuschungen auszehren? Was hilft Dir dann gegen die Angst vor dem, was die Zukunft bringt?

Nimm Dir Zeit für Gott, dass Deine Seele sich vollsaugt mit seinem Frieden. Such Dir Deinen Sessel – was immer das ist – und höre auf ihn. Lass Dich erfüllen von dem, was er Dir sagt. Und dann geh erfüllt in den Tag, auf die Arbeit, zu anderen Menschen. Ja, nimm Dir Zeit für Gott, dass Du lauschst wie ein Jünger, und er Dich füllen kann mit seiner Kraft. Amen

Freitag, 26. Juli 2013

Naja, ich mähe den Rasen hl

Losung: Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Hosea 10,12

Lehrtext: Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Epheser 4,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

meine Frau ist Hobbygärtnerin mit Leib und Seele. Jetzt ernten wir wieder die Früchte von den Samen, die sie vor vielen Wochen erst auf den Fensterbänken unseres Hauses frostgeschützt hat antreiben lassen und dann im Garten ausgebracht hat. Sie hat dazu nicht irgendwelche Samen genommen, sondern sich zuvor überlegt, was wir später essen wollen. Und nun freuen wir uns an köstlichen Gemüsepfannen voll Bohnen, Tomaten, Kohlrabis und jungen Kartoffeln. Aus ursprünglich so kleinen und wenigen Samen jetzt eine so große Ernte! Das ist das Maß der göttlichen Liebe, die nicht knausert und rechnet. Und ich? Naja, ich mähe den Rasen.
Tag für Tag säen wir etwas in unsere Lebensgemeinschaften und unsere Gesellschaft, mit jedem Wort, mit jeder Geste. Und das, was wir säen, ernten wir auch. Das gilt im Kleinen wie im Großen, in der Familie wie in der Politik. Aber warum fällt es uns so leicht, für die Äcker und Gärten die richtigen Samen auszuwählen und so schwer für unser Zusammenleben?
Bei jedem Kontakt mit einem anderen Menschen muss ich mir im Klaren sein: Verhalte ich mich so, dass wir beide mit einem guten Gefühl wieder auseinandergehen können oder bin ich launisch oder versuche ich, egoistisch meine Interessen durchzusetzen?
Nach dem Aufstehen überlege ich, was ich heute anziehen soll. Bevor ich nach der Wäsche greife, sollte ich mir zunächst ganz bewusst vornehmen, heute das Hemd der Freundlichkeit zu tragen, die Hose der Höflichkeit, den Gürtel der Aufrichtigkeit, die Schuhe der Geduld und die Jacke der Liebe. Dann bin ich für die Menschen, denen ich heute begegne, besser angezogen, als mit dem vornehmsten Anzug. (Lehrtext) Ja, das sollte ich nach dem Aufstehen tun. Man kann aber auch untertags noch die Kleidung wechseln.
Ob ich säe oder mich anziehe – ich sollte mir vorher überlegt haben, was ich tue und die Folgen bedenken. In gewisser Hinsicht gilt das, zu meiner Ehrenrettung sei’s gesagt, auch fürs Rasenmähen.

Gebet: Mein Schöpfer und Herr, ich möchte der sein, als den Du mich geschaffen hast. Ich möchte die Bestimmung leben können, die Du mir gegeben hast. Ich möchte bewusst, diszipliniert und vorausschauend leben, danach ausgerichtet, was Du mir sagst. Ja, das möchte ich. Wirst Du mir dabei helfen? Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Himmlische Logik hl

Losung: Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Psalm 51,3

Lehrtext: Jesus sprach: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Lukas 7,47

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute ist der Lehrtext besonders interessant. Nach unserer menschlichen Logik stimmt dieser Vers nämlich nicht. Da müsste es parallel zum ersten Vers-Teil auch im zweiten heißen: ‚Wer aber wenig liebt, dem wird wenig vergeben‘. Aber Jesus dreht den Satz einfach um: »Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig«. Plötzlich geht es in erster Linie nicht mehr um den, der versagt hat, sondern um den, der ihm vergeben soll. Himmlische Logik eben.
Hm, da muss man sich erstmal Zeit nehmen und darüber nachdenken. Könnte demzufolge vielleicht die Lieblosigkeit in vielen Ehen und Familien auch damit zusammenhängen, dass man einander zu wenig vergibt? Dass man auf den Fehlern des andern zu sehr herumreitet und sie ihm nachträgt?
Ich glaube nicht, dass „viel vergeben” gleichbedeutend ist mit „alles durchgehen lassen”. Nicht wenige gehen Konflikten mit ihren Partnern oder Kindern aus dem Weg, weil sie entweder die Kraft dazu nicht haben oder fürchten, deren Zuneigung zu verlieren. Ich finde, dass die Dinge, die nicht in Ordnung sind, angesprochen werden müssen. Noch besser, dass ich sage, wie es mir damit geht, wenn der andere in meinen Augen etwas falsch gemacht hat,  statt ihn zu beschuldigen. Und dass ich ihm aber auch verzeihe und es dann gut sein lasse und nichts mehr nachtrage. Das ist leicht gesagt und schwer getan. Aber dann ist die gegenseitige Zuneigung wenigstens echt und nicht durch Konfliktvermeidung oder falsche Nachsicht erkauft.
Von Gott erwarten wir, dass er uns vergibt (Losung). Das sollen unsere Mitmenschen von uns auch erwarten können.

Gebet: Mein himmlischer Vater, vergib, dass ich nicht so gelebt habe, wie Du es von mir erwartest und wie es mir gut tut. Ich bin Dir und meinen Mitmenschen und auch mir selbst manches schuldig geblieben. Das tut mir leid und darum bitte ich Dich um Vergebung. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


PS: Übrigens, die Geschichte, aus der der Lehrtext stammt, steht im Lukasevangelium im Kapitel 7, Verse 36-47 und gehört zu meinen fünf biblischen Lieblingsgeschichten.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Wo findest Du das Glück? hl

Losung: Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. Jeremia 15,16

Lehrtext: Herr, gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort. Apostelgeschichte 4,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

wo finden Sie / wo findest Du das Glück? Am Ende des Regenbogens soll ein Topf mit Gold vergraben sein. Ist es das, was Du suchst? Oder ist es die berufliche Position, auf die Du seit Jahren hinarbeitest? Oder ein Lottogewinn? Oder findest Du Dein Glück in einem anderen Menschen?
Irgendwo auf der Straße zum Glück bist auch Du unterwegs. Aber was müsste geschehen, damit Du richtig glücklich bist? Wirst Du es sein, wenn Dein verstorbener Mann zurückkäme? Aber warst Du mit ihm glücklich, als er noch gelebt hat? Wärst Du glücklich, wenn Deine Krankheit verschwinden würde und auch die Schmerzen? Aber warst Du glücklich, als Du gesund warst?
In der Bibel sagt Jeremia »Herr, Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost.« (Losung) Er scheint das Glück gefunden zu haben. Nicht irgendwo außen, sondern in sich, in seinem Glauben, im engen Kontakt mit Gott.
Aber stimmt das? Finden wir das Glück gar nicht außerhalb von uns, sondern in uns? Können auf Dauer nicht mal andere Menschen uns glücklich machen, sondern bist Du ganz allein für Dein Glück verantwortlich? Was meinen Sie / was meinst Du?
Ich meine, wer sein Glück in Gott finden will, muss sich für ihn Zeit nehmen, damit er seine Nähe spüren kann. Schnell geht da gar nichts. Aber wenn Du Dir Zeit für ihn nimmst, indem Du mit ihm im Gebet sprichst, auf das Wort der Bibel hörst wie jetzt in diesem Augenblick, ein Lobpreis-Lied singst oder auf einer CD anhörst oder einen Gottesdienst besuchst, dann kannst Du erleben, wie er plötzlich zu Dir spricht, wie sich in Dir eine innere Stimme meldet, seine Stimme, und Du spürst: Er ist da, der große Gott ist für mich kleinen Menschen da.
Wo also findest Du das Glück? Du findest es da, wo Dir Gott begegnet, in Dir, in Deinem Herzen, wenn Du Dir immer wieder Zeit für ihn nimmst und sein Wort.

Gebet: Mein Gott, so viele Menschen haben das Glück vergeblich gesucht. Und so viele Menschen haben es in Dir gefunden. Zu diesen möchte auch ich gehören. Warum soll ich es in materiellen Dingen suchen? Warum sollen andere Menschen mich glücklich machen? Meines Herzens Freude und Trost finde ich in dem, was Du mir sagst. Darum spricht zu mir wodurch auch immer und mach mich gewiss, dass Du mein Gott bist und ich Dein Kind. Amen

Ich wünsche Ihnen und Dir den Mut, zu anderen von Deinen Erfahrungen mit Gott zu reden (Lehrtext) und grüße herzlich


Ihr / Dein Hans Löhr 

Dienstag, 23. Juli 2013

Quelle der Freude hl

Losung: Lass sich freuen alle, die auf dich trauen. Psalm 5,12

Lehrtext: Christus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Johannes 15,10-11

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung und den nachfolgenden Vers muss man sich ‚auf der Zunge zergehen‘ lassen. Hier sind beide in einer anderen Übersetzung: »Doch freuen sollen sich alle, die dir vertrauen. Ihr Jubel soll kein Ende haben, denn du bist ihr Beschützer. Sie sollen vor Freude singen, sie alle, die dich lieben und dir die Treue halten. Denn reich beschenkst du sie mit deinem Segen, schützend umgibt sie deine Güte.« (Psalm 5,12+13)
König David singt diese Worte und wird dabei auf einer Flöte begleitet. Sein Psalm aber beginnt mit einer Klage: » Herr, höre doch, was ich sage; achte auf mein Seufzen und Stöhnen!«. Es geht ihm richtig dreckig. Er ist empört über seine Widersacher, die ihm zusetzen. Er sagt: »Zahle es ihnen heim, Herr!« Doch dann lässt er seine negativen Gefühle los und preist die, die auf Gott vertrauen (siehe oben).
David weiß, es bringt nichts, sich in Ärger und Wut zu verbeißen. Ich muss das so schnell wie möglich überwinden, damit mich die negativen Gefühle nicht beherrschen und mir die Lebensfreude rauben. Dann hätten ja meine Widersacher tatsächlich gesiegt. Und darum erinnert sich David an das, was ihn beruhigt und ihm die Freude zurückbringt. Er weiß aus Erfahrung wie gut es ihm tut, Gott zu lieben und ihm zu vertrauen. Denn von ihm wird er gesegnet und beschützt.
Jesus greift das im Johannesevangelium auf. Sein Gebot zu halten, nämlich Gott und den Nächsten zu lieben, ist keine Last, sondern eine Quelle der Freude. Daran lasse ich mich vom heutigen Lehrtext gern erinnern.

Gebet: Herr Jesus, weil ich mich von Dir geliebt weiß, muss ich nicht freudlos dahinleben. Weil ich mich von Dir geliebt weiß, kann ich Dich und meinen Nächsten wieder lieben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 22. Juli 2013

Ist Gott inkonsequent? hl

Losung: So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe. Jeremia 32,42

Lehrtext: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Lukas 12,32

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Kindererziehung, so heißt es, soll man konsequent sein und das, was man angekündigt hat, auch durchsetzen. So bekommen Kinder eine klare Orientierung und können sich innerhalb der ihnen gesteckten Grenzen frei bewegen. Andernfalls werden sie verunsichert und haben Mühe, sich in der Familie oder Schulklasse zurechtzufinden.
Gott, so sagt es das Alte Testament, war gegenüber seinem Volk der Israeliten konsequent. Das Strafgericht, das er ihnen durch die Propheten angedroht hatte, hat er auch vollzogen. Andererseits hat er aber auch seine Verheißungen erfüllt und auch alles Gute über sie kommen lassen, das er ihnen zugesagt hatte (Losung).
Das gibt den Juden bis heute Orientierung – sofern sie das Wort Gottes, wie sie es verstehen, ernst nehmen.
Und was ist mit uns Christen?
Gott, so sagt es das Neue Testament, ist uns gegenüber eher inkonsequent. Er lässt uns unser Versagen, unsere Sünde und Schuld nicht büßen. Er nimmt die Konsequenzen am Kreuz Jesu auf sich und vergibt.
Manche meinen, dass sie ihn deshalb nicht mehr ernst nehmen müssten und wenden sich von ihm ab. Aber so geraten sie nur wieder aufs Neue in den Kreislauf, dass ihr Fehlverhalten auf sie zurückschlägt. Wo es keinen Gott gibt, gibt es keine Vergebung. Da muss ich mit den Konsequenzen meines Versagens selbst zurecht kommen. Wer aber aus Gottes Vergebung lebt, bekommt von ihm jeden Tag die Chance, neu zu beginnen. Ich erlebe das als eine große Freiheit, die mir geschenkt wird.
Jesus sagt sinngemäß: Vergesst Eure Sorgen um die materiellen Dinge. Haltet Euch nicht mit Ereignissen auf, die vergangen und nicht mehr zu ändern sind. Schaut in die Zukunft. Von dort kommt Gott zu Euch mit seinem Reich, mit seiner Kraft und Herrlichkeit. Darum richtet Euer Leben nach ihm aus, dann braucht Ihr vor dem, was kommt, keine Angst zu haben (Lehrtext).

Gebet: Vater im Himmel, Dein Reich, Deine Macht und Herrlichkeit ist da, wo Dein Wille geschieht. Hilf mir, nach Deinem Willen zu leben. Er ist für mich der sicherste Ort, den es gibt; denn ich vertraue darauf, dass Du es gut mit mir meinst auch wenn ich das nicht immer gleich erkenne. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen in der neuen Woche!


Hans Löhr 

Freitag, 19. Juli 2013

Provozierend gnädig ebl

Losung: Der HERR sprach zu Jona: Dich jammert die Staude, um die du dich nicht gemüht hast, die in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt? Jona 4,10-11

Lehrtext: Jesus sprach: Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten. Lukas 5,32

Liebe Losungsleserinnen und -leser,

der Vers aus dem Alten Testament, der über den heutigen Tag geschrieben ist, ist Teil einer äußerst spannenden Geschichte. Ein Mann namens Jona soll im Auftrag Gottes die Bewohner der Stadt Ninive aufsuchen und ihnen von Gott ausrichten, dass er mit ihrem Lebensstil überhaupt nicht einverstanden ist. Jona ahnt sehr schnell, dass ihn diese Botschaft bei den Leuten von Ninive nicht unbedingt beliebt macht - also versucht er die unangenehme Mission zum umgehen und taucht ab. Dabei gerät er in Lebensgefahr und ertrinkt fast im Meer, doch in letzter Sekunde rettet ihn ein riesiger Fisch und spuckt ihn heil an Land wieder aus. Jona erfüllt nun seine Pflicht und hält den Leuten von Ninive eine geharnischte Strafpredigt. Zu seiner grenzenlosen Überraschung - ja zu seinem Verdruss nehmen die Leute ihn wirklich ernst und ändern ihren Lebensstil. Gott straft sie nicht und Jona ist in seinem Gerechtigkeitsgefühl empfindlich getroffen. Er zieht sich gekränkt in eine Hütte zurück, die vor der sengenden Sonne durch eine Schatten spendende Pflanze geschützt ist. Von heute auf Morgen vertrocknet diese Pflanze - und Jona ist ein weiteres Mal frustiert und sauer. An diesem Punkt setzt unsere heutige Losung ein. "Der HERR sprach zu Jona: Dich jammert die Staude, um die du dich nicht gemüht hast, die in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt? (Altes Testament, Buch des Propheten Jona, Kapitel 4, Verse 10 - 11)


Gott ist so gnädig, dass es manche Menschen provoziert. Wie Jona können sie ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden nicht zusammenbringen mit dem, was sie an Gott erleben. Das ist eine Erfahrung, die fromme Menschen oft mit Jesus gemacht haben. Es hat sie frustriert, dass er nicht zuerst sie besucht und mit ihnen geredet hat, sondern dass er sich um die Leute gekümmert hat, die von den anderen schon abgeschrieben waren: um Steuersünder, um Prostituierte, um Abhängige ... Aber davon ging Jesus nicht ab: "Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße rufen und nicht die Gerechten", sagt er knapp. (Neues Testament, Evangelium des Lukas, Kapitel 5, Vers 32) Er ist da für die Menschen, die an sich selbst erleben, dass sie ihn und seine vergebende und annehmende Liebe brauchen.

Gebet: Vater, mach uns fähig zum ehrlichen Blick auf uns selber. Die Geschichte zwischen jedem einzelnen von uns und dir ist das, was zählt. Wie du andere Menschen siehst und richtest, soll deiner Barmherzigkeit überlassen sein. Amen.

Sommergrüße aus Sommersdorf!

Ihre / Deine

Pfarrerin Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 18. Juli 2013

Sei leichten Herzens! hl

Losung: Gottes Wege sind vollkommen. Psalm 18,31

Lehrtext: Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Matthäus 6,34

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade heute habe ich für unseren neuen Gemeindebrief diese Geschichte von William Saroyan ausgesucht. Sie kommt als Auslegung für die heutige Losung und Lehrtext wie gerufen:
Einst lebte ein Zimmermann, den eines Abends auf seinem Heimweg ein Freund anhielt und fragte: „Mein Bruder, warum bist du so traurig?“„Wärest du in meiner Lage, du empfändest wie ich“, sagte der Zimmermann. „Erkläre dich“, sprach der Freund. „Bis morgen früh“ sagte der Zimmermann, „muss ich elftausendelfhundertelf Pfund Sägemehl aus Hartholz für den König bereit haben“ oder ich werde enthauptet.“ Der Freund lächelte und legte ihm den Arm um die Schulter. „Mein Freund“, sagte er, „sei leichten Herzens. Lass uns essen und trinken und den morgigen Tag vergessen. Der allmächtige Gott wird, während wir ihm Anbetung zollen, statt unserer des Kommenden eingedenk sein.“
Sie gingen also zum Hause des Zimmermanns, wo sie Weib und Kind in Tränen fanden. Den Tränen wurde Einhalt getan durch Essen, Trinken, Reden, Singen, Tanzen und allsonstige Art und Weise von Gottvertrauen und Güte. Inmitten des Gelächters fing des Zimmermanns Weib zu weinen an und sagte: „So sollst du denn, mein lieber Mann, in der Morgenfrühe enthauptet werden und wir alle vergnügen uns indessen und freuen uns an der Güte des Lebens. So steht es also.“ „Denke an Gott“, sprach der Zimmermann und der Gottesdienst (!) ging weiter. Die ganze Nacht hindurch feierten sie.
Als Licht das Dunkel durchdrang und der Tag anbrach, wurde ein jeglicher schweigsam und von Angst und Kummer befallen. Die Diener des Königs kamen und klopften sacht an des Zimmermanns Haustür und der Zimmermann sprach: „Jetzt werde ich sterben“ und öffnete.
„Zimmermann“, sagten sie, „der König ist tot. Mach‘ ihm einen Sarg!

Gebet: Gütiger Gott, warum mache ich mir noch Sorgen? Warum rege ich mich noch auf? Warum gerate ich noch immer in Stress? Du weißt doch, was die Zukunft für mich bringt. Sollte mir das nicht genügen? Was muss sich eigene Wege suchen, wenn ich doch mit Dir auf Deinen Wegen gehen kann? Ich weiß, Dein Weg ist für mich nicht immer leicht. Aber er führt mich durch gute und schlechte Zeiten zu Dir. Was will ich mehr? Herr, ich bitte Dich nicht um ein leichtes Leben, aber um ein leichtes Herz, das Dir jederzeit fest vertraut. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Mittwoch, 17. Juli 2013

Gott ist frustriert ebl

Losung: Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. Hosea 8,12

Lehrtext: Vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein. Römer 2,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

fast nicht vorstellbar, dass Gott frustriert (enttäuscht) sein kann, oder? Aber so ist es. Die heutige Losung zeigt uns ihn als den, der sich die Haare rauft über seine verblödeten Menschen: "Ich könnte ihnen die Weisungen meines Gesetzes tausendmal aufschreiben, sie würden denken, es gehe sie nichts an." Nachlesen kann man diesen Seufzer im Alten Testament im Buch des Propheten Hosea im Kapitel 8, Vers 12. So resigniert spricht Gott selten über sein Volk.
"Zum Glück lange her - und auf die Israeliten bezogen, nicht auf uns", höre ich uns murmeln. Aber, Hand auf's Herz: Sind wir heute so viel wacher, was den Willen Gottes für diese Welt angeht? Wenn es zum Beispiel um einen behutsamen Umgang mit unserem Erdball als 'Leihgabe' geht - haben wir da schon irgendetwas wirklich begriffen? So vieles deutet darauf hin, dass wir unseren Lebensstil des Überflusses nicht beibehalten können. Aber wir tun es. Weil es uns nicht wehtut. Und weil uns keine Not dazu zwingt, irgend etwas zu verändern. Noch nicht. "Wie immer ich ihnen meinen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, vermitteln wollte - sie würden denken, es gehe sie nichts an." Das könnte Gott über uns heute sagen, im Juli 2013, und er hätte vollkommen Recht.
"Vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein", schreibt Paulus an die Christen in Rom (Neues Testament, Brief an die Römer, Kapitel 2, Vers 13). Allein die Praxis zählt. Schon der kleinste Schritt ist besser als das Nichtstun. Also los. Fangen wir an und lösen wir uns aus Schläfrigkeit, Bequemlichkeit und Egoismus. Auch und erst recht hier in Deutschland, wo es uns noch gut geht. Wir sollten Hirn und Herz einschalten, es ist höchste Zeit.

Gebet: Vater, wir kennen in vielem deinen Willen. Aber zwischen kennen und umsetzen ist ein tiefer Graben. Hilf uns, ihn zu überspringen. Immer wieder. Egal, wie andere um uns herum leben. Hilf uns, dich und dein Wort für uns persönlich wirklich ernst zu nehmen. Vergib uns, wo wir dich quälen und frustrieren durch unsere Gleichgültigkeit und Ignoranz. Schärfe unseren Blick für das große Ganze, für deine Geschichte mit uns und unserer Welt.  Und gib uns die Kraft, privat in unserem Leben etwas zu ändern. Amen.

Herzliche Grüße

Ihre /Deine


Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 16. Juli 2013

Na warte! ebl

Losung: Sprich nicht: »Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen. Sprüche 20,22

Lehrtext: Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann. 1.Thessalonicher 5,15

"Na warte, dir zeig' ich's" - habe ich mir gedacht, als mich vor einigen Jahren ein Schüler zum wiederholten Mal bewusst angelogen hatte. Es verletzte mich persönlich, dass er nicht offen die Wahrheit sagen konnte, sondern sich nach allen Regeln der Kunst aus der Verantwortung zu stehlen versuchte. Diese Erfahrung teilen Sie / teilst du, liebe Leserin und lieber Leser, ganz bestimmt mit mir. Jeder von uns weiß, wie sich das "Na-warte-Gefühl" anfühlt. Es ist nicht leicht - zumindest für mich als emotionalem Menschen nicht leicht, mich bewusst zurückzunehmen und erst einmal durchzuatmen. Genau dazu hält uns heute die Losung für diesen Dienstag an. "Sprich nicht: »Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen." Das kann man nachlesen im Alten Testament im Buch der Sprüche in Kapitel 20, Vers 22. Wichtig ist, dass da nicht steht, dass Gott für mich die Revanche gegenüber demjenigen übernimmt, der mich verletzt hat. Sondern es steht da, dass ich meinem Wunsch, es dem anderen heimzuzahlen, was er mir angetan hat, nicht nachgeben soll. Ich soll damit stattdessen vor Gott kommen. Ihm sagen (im Gebet), was mich verletzt hat. Indem ich es mit ihm teile, tut es nicht mehr ganz so weh wie vorher. Als Zeichen meines Vertrauens lege ich die ganze Sache in Gottes Hände und überlasse ihm, wie das Geschehene für den Dritten ausgeht.
Paulus sagt es genauso noch einmal im Lehrtext für heute. In einem Brief an die Christen in der griechischen Stadt Thessaloniki schreibt er: "Achtet darauf, dass niemand von euch Böses mit Bösem heimzahlt. Bemüht euch vielmehr stets, das Gute zu tun, im Umgang miteinander und mit allen Menschen." (Neues Testament, 1. Brief von Paulus an die Thessalonicher, Kapitel 5, Vers 15) Warum soll ich diesen Ratschlag beherzigen? Es gibt einen ganz klaren Grund: Nur so durchbreche ich die Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Im Kleinen wie im Großen. Nur wenn einer gelassen bleibt, endet ein Schlagabtausch. Logisch, aber nicht einfach im Alltag umzusetzen. Darum beten wir:

Gebet: "Vater, wir brauchen Rückhalt bei dir, wenn wir uns nicht revanchieren sollen bei denen, die uns verletzen. Das Zurückschlagen ist so oft der erste Impuls. Hilf uns heute, wenn wir in eine solche Situation kommen, an deine Ermutigung zu denken. Hilf uns, innerlich gelassen zu werden und die Kraft zu finden, dir zu vertrauen, dass du es in deiner Weisheit  'richten' wirst für uns. Danke, Vater. Amen."

Einen gesegneten und damit guten Tag

wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 15. Juli 2013

Nagelneue Garderobe ebl

Losung: Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn. Sprüche 12,25

Lehrtext: So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern! Kolosser 3,12-13

Liebe Leserinnen und Leser,

manchmal erschließt sich der Sinn eines Satzes aus der Bibel nur schwer, manchmal ist er sofort klar. Bei der heutigen Losung ist das Letztere der Fall: "Sorge im Herzen bedrückt den Menschen, aber ein freundliches Wort erfreut ihn" (Altes Testament, Buch der Sprüche, Kapitel 12, Vers 25).
Jeder von uns hat das schon erlebt, wie gut es tut, wenn ein anderer ihn freundlich anspricht. Einfach so, an der Kasse im Supermarkt oder während eines Telefonates. Es tut immer gut - ob man selbst gerade 'leicht lebt' oder Probleme hat.
Und weil das so ist wie beschrieben, schiebt Paulus die 'Handlungsanweisung' für uns im Lehrtext gleich noch nach: "Ihr seid von Gott auserwählt, der euch liebt und zu seinem heiligen Volk gemacht hat. Darum zieht nun wie eine neue Bekleidung alles an, was den neuen Menschen ausmacht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Milde, Geduld." (Neues Testament, Brief an die Christen in Kolossae, Kapitel 3, Verse 12 und 13). Das sind nicht unbedingt die Eigenschaften, die uns an die Spitze von Unternehmen oder in die Sendung 'Germanys Next Topmodel' bringen. Aber in dieser 'neuen Garderobe' stecken Eigenschaften, die uns mit uns selber und mit anderen in Frieden leben lassen. Und das ist viel wert.

Gebet:  "Vater, du nimmst uns an als deine Kinder. Du willst uns prägen als Menschen mit einem empfindsamen Herzen. Bescheiden sein, geduldig, 'mild', aufmerksam für die Bedürfnisse anderer- das fällt uns wahrhaftig nicht immer leicht. Auch deshalb, weil die Welt um uns herum oft so ganz anders 'tickt'.  Aber du befähigst uns dazu und bist ein geduldiger Lehrer. Danke."

Herzliche Grüße!

Deine / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 13. Juli 2013

„Aber ich weiß” hl

Losung: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25

Lehrtext: Jesus hat die Menschen befreit, die durch ihre Angst vor dem Tod das ganze Leben lang Sklaven gewesen sind. Hebräer 2,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.« Dieses Bibelwort stand früher auf vielen Grabsteinen. Es drückte die Hoffnung derer aus, die in der Erde ruh'n und sollte die trösten, die an ihrem Grab standen. Hiob, von dem dieses Wort stammt, sprach es, als sein Lebensglück zerbrochen war. Alle seine Kinder kamen ums Leben, er hat seinen ganzen Besitz verloren und zuletzt noch seine Gesundheit. Alles was von dem einst angesehenen, erfolgreichen, glücklichen und frommen Hiob übrig geblieben ist, war ein Häufchen Elend. Er haderte mit seinen Freunden. Er haderte mit Gott. Das große Leid hatte diesen Mann bitter gemacht. Und nachdem er die Welt und Gott wegen seines Unglücks angeklagt hatte, sagte er diesen Satz: »Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen, so werde ich doch Gott sehen ...Danach sehnt sich mein Herz
Das entscheidende Wort in diesen Satz hat nur vier Buchstaben und heißt „aber”. Ob zur Zeit Hiobs oder zu unserer Zeit, der Glaube an Gott ist immer auch ein Glaube gegen alle Einwände, die man vorbringen kann. Jeder von uns hat Dinge erlebt, die ihn an Gott zweifeln lassen. Und wer weiß, welche Herausforderungen auf Dich und mich noch zukommen. Aber, aber, aber auch die größten Probleme sind nicht größer als Gott und auch der Tod hat nicht mehr Macht als er. Ich lass mir meinen Gott nicht ausreden, von niemandem, auch von meinen eigenen Zweifeln nicht. Denn nach ihm »sehnt sich mein Herz«.

Gebet: Vater im Himmel, nicht was vergänglich ist, soll über mich herrschen, sondern Du, der Ewige. Alles, was in diesem Leben und auf dieser Erde geschieht, ist nur ein Vorletztes. Du aber bist der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Was Du geschaffen hast, wirst Du vollenden. Darauf hoffe ich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Freitag, 12. Juli 2013

Keine Angst vor dem Leben! hl

Losung: Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. Hesekiel 34,28

Lehrtext: Macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Hebräer 12,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

was gibt Ihnen  / Dir ein Gefühl der Sicherheit? Geld? Waffen? Zäune? Schlösser?
Die Losung aus dem Buch des Propheten Hesekiel versprach den Israeliten damals, dass sie keine Angst mehr haben müssten vor äußeren Feinden und wilden Tieren. Wir heute in Deutschland müssen diese Angst wirklich nicht mehr haben. Leben wir deshalb sicherer? Einerseits ja. Andererseits fürchten sich nicht wenige vor dem Leben. Meinungsumfragen zufolge fürchten sich die meisten Deutschen vor steigenden Lebenshaltungskosten, vor einer schlechten Wirtschaftslage und davor, dass die Politiker die Lage nicht in den Griff bekommen. Aber es gibt auch andere Ängste, mit denen vor allem junge Menschen zu kämpfen haben: Die Angst nicht gut genug zu sein und alles falsch zu machen.
Lilimarie, eine Abiturientin, schreibt: »Wenn jemand viel intelligenter oder hübscher oder selbstbewusster ist oder ich jemanden bewundere, dann komme ich mir in seiner Gegenwart so minderwertig vor und wirke sofort sehr unbeholfen. Deshalb werde ich häufig als sehr still, langweilig und schwer von Begriff gehalten, für ein graues Mäuschen, das von nichts eine Ahnung hat und den Mund nicht aufbekommt. Ich bin es einfach leid, so gesehen zu werden. Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich ganz anders bin
Was Lilimarie fehlt, ist ein gesundes Maß an Selbstsicherheit. Das macht sie ängstlich, wenn sie unter Leuten ist. Und du?
Egal welche Ängste wir haben, sie hindern uns daran, zu leben. Sie fressen die Lebensfreude auf. Doch Abhilfe schaffen nicht Mauern, die wir um uns hochziehen, damit uns niemand zu nahe kommen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Wir müssen die Mauern unserer Unsicherheit, unseres Minderwertigkeitskomplexes schleifen, uns dem Leben öffnen und auf Menschen zugehen.
Ich denke, dass Selbstsicherheit mit Gottvertrauen zu tun hat. Ich muss sie nicht aus mir selbst gewinnen. Ich schöpfe sie daraus, dass der, der das Universum gemacht hat, auch mich gewollt hat und mir zur Seite steht. Das hilft mir, sicheren Schritts in eine unsichere Zukunft zu gehen. Das heilt mich von dem Komplex, dass die anderen besser wären als ich, aber auch von dem Wahn, dass ich besser wäre als sie.

Gebet: Allmächtiger Gott, Du Schöpfer von Himmel und Erde, ich bin kein graues Mäuschen, sondern Dein Kind. Darum muss ich mich vor niemandem verstecken. Ich kann das Leben mit den Gaben, die Du mir gegeben hast, genießen. Denn ich vertraue darauf, dass Du zu mir hältst und bei mir bist, wo auch immer ich bin, was auch immer geschieht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Wer hat das gemacht? hl

Losung: Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Psalm 104,13

Lehrtext: Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. 1.Thessalonicher 5,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

neulich in Burgoberbach: Die Kinder einer Familie toben im Planschbecken herum, spritzen sich voll, schütten sich das Wasser gegenseitig auf den Kopf und rufen dabei immer wieder »Wer hat das gemacht? Gott hat's gemacht!« Nein, nicht das Vollspritzen, sondern das Wasser. Gott spritzt die Menschen doch nicht voll! Oder? Mit den Bergen tut er es immerhin. Das sagt jedenfalls die heutige Losung, und vermutlich hat er auch noch Spaß dabei. Oder glauben Sie / glaubst Du, dass Gott keinen Spaß hat? Und wer schon mal draußen so richtig nass geworden ist, wer hat den wohl vollgespritzt?
Die Kinder haben den Satz »Wer hat das gemacht? Gott hat's gemacht!« im Kinderlichtblick gelernt als es um die Schöpfung ging und dabei um die herrliche Gabe des Wassers. Hast Du schon mal über das Wasser nachgedacht oder über die Luft und was das für geniale Elemente sind, die Gott da gemacht hat? Mann, wer da nicht staunt und dankbar wird, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. (Na, vielleicht doch)
Lesen Sie / lies bitte heute mal den ganzen (klick) Psalm 104, aus dem das Losungswort kommt. Er wird Dir gut tun. Er wird Dich aus dem Alltag heraus heben und Dich dankbar stimmen. Er wird Dir zeigen, was für einen wunderbaren Gott Du hast, der die Welt nicht nur geschaffen hat, sondern Dich mit ihr bis zu diesem Augenblick erhält. Auch die größten Naturwissenschaftler kommen aus dem Staunen nicht heraus, wenn sie erforschen, wie alles mit allem zusammenhängt. Einer von ihnen sagte mal: „Dass die Welt, so wie sie ist, zufällig entstanden ist, ist so wahrscheinlich, wie wenn jedes Einzelteil, jede Niete und jedes Schräubchen eines Jumbojets auf dem Rollfeld liegt, und dann kommt ein großer Wirbelsturm und wenn er wieder vorbei ist, steht der fertige Jumbo da.«
Erstaunlich viele Naturwissenschaftler werden durch ihren Beruf in ihrem Glauben bestärkt, werden angesichts der Schöpferkraft Gottes bescheiden und dankbar.
Also, wenn Du morgen unter der Dusche stehst und das Wasser auf der Haut spürst, was sagst Du dann? Schon wieder vergessen? Dann frage doch mal die Kinder in Burgoberbach!

Gebet: »Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du ….. « (Bitte den Psalm 104 weiter beten). Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s.: Wer hat dich gemacht?

Mittwoch, 10. Juli 2013

Mit und ohne Haare hl

Losung: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Jona 2,3

Lehrtext: Die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht. Lukas 12,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

nähmen wir den heutigen Lehrtext wörtlich, müssten sich Glatzenträger mehr fürchteten als die mit einem dichten Haarschopf. Ein Beispiel dafür, dass man die Bibel nicht in allen Belangen wortwörtlich, dafür aber Gott umso mehr bei seinem Wort nehmen soll. Und das tue ich jetzt und sage: Gott weiß ganz genau, was mit mir los ist. Das soll mir keine Angst machen, sondern die Furcht nehmen. Er kennt nicht nur die Zahl meiner Haare, er kennt meine Freude und Lust genauso wie meine Krankheit und die Schmerzen. Er kennt meine Enttäuschungen, meine Sorgen, mein Leid, aber auch die Wünsche, die in Erfüllung gehen, die Hoffnungen und mein Glück.
Alles, was geschieht, geschieht vor ihm und in ihm. Ich kann mir keinen Bereich auf der Erde und im Himmel denken, wo ich ihn nicht finden könnte - außer einem ungläubigen Herzen.
Ja, was auch immer mir Angst macht und wo auch immer ich in Bedrängnis bin, ich kann zu ihm rufen, und er wird mich hören. Mehr noch, er wird mir antworten allein schon dadurch, dass er mir durch‘s Beten hilft.
Jetzt, in diesem Augenblick, wo Sie / Du das liest, erhält er Dich am Leben, beschützt er Dich und stärkt Dich im Glauben.
Ja, auch die Haare der Glatzenträger sind gezählt. Da gibt es zwar nichts mehr zu zählen, aber Gott weiß auch über sie bestens Bescheid. Mit und ohne Haare – er kennt uns und denkt an uns.

Gebet: Großer Gott, ich bin Dir mit meinem Schicksal nicht zu klein. Ich bin es Dir wert, dass Du auf mich achtest. Das tut gut. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Dienstag, 9. Juli 2013

Stille vor Dir hl

Losung: Seid stille vor Gott dem HERRN, denn des HERRN Tag ist nahe. Zefanja 1,7

Lehrtext: Jesus sprach: Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Lukas 12,37

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Menschen, die reden ununterbrochen und es fällt ihnen nicht einmal auf. Hoffentlich gehöre ich nicht zu ihnen. Bei uns in Franken gibt es dazu den derben Kommentar: „Wenn der mal gschdorbn (gestorben) is, muss mer sei Goschen (Mund) extra derschlagn.”
Wie wohltuend ist es, wenn nach einer Dauerbeschallung endlich wieder Stille einkehrt. Vielleicht geht es Gott ähnlich. Vielleicht tut es auch ihm gut, wenn wir Menschen einmal nicht immer nur reden, auch beim Beten nicht, sondern einfach mal nur still sind vor ihm. Dann hat auch er endlich mal die Chance, etwas zu sagen.  Und, davon bin ich überzeugt, er hat uns durchaus etwas zu sagen, Ihnen / Dir wie mir.
Früher habe ich ab und zu meditiert. Da war ich dann 20 Minuten bis eine halbe Stunde auf meinem Gebetsschemel gesessen und habe geschwiegen. Manchmal haben dabei alle möglichen inneren Stimmen umso lauter geredet. Manchmal haben mich meine Gedanken vom Hundertsten zum Tausendsten geführt und ich habe die Aufmerksamkeit für Gott darüber verloren. Manchmal war ich aber auch einfach nur still und wach in seiner Gegenwart gesessen. Danach bin ich erfrischt und gestärkt wieder aufgestanden. Die Stille hatte mir einfach gut getan.
Vielleicht sollte ich diese Übungen wieder aufnehmen. Man braucht dazu keinen Schemel. Es genügt, sich still auf einen Stuhl zu setzen ohne sich anzulehnen, die Füße auf den Boden zu stellen, die Hände in den Schoß zu legen und den Atem fließen zu lassen. Es müssen auch keine 20 Minuten sein. Manchmal reichen auch zwei Minuten, in denen ich einfach nur still bin und offen für Gott.

Gebet: Mein Gott und Vater, in der Stille erfahre ich: Du bist alles. Und alles was ich bin, bin ich durch Dich. Amen

 Stille vor dir, mein Vater.
 Neue Stille vor dir suche ich, Herr.
 Stille vor dir, ich höre.
 Rühre mich an durch dein Wort. 

 Stille vor dir, will schweigen, 
 und ich öffne mein Herz nun für dein Wort. 
 Stille vor dir, ich höre. 
 Rühre mich an durch dein Wort.
 Stille vor dir, ist Gnade.
 Aus der Stille vor dir schöpfe ich Kraft.
 Stille vor dir, ich höre.
 Rühre mich an durch dein Wort.

 Stille vor dir, ist Frieden. 
 Und ich staune, o Herr, reden wirst du. 
 Stille vor dir, ich höre. 
 Rühre mich an durch dein Wort. 

Rede du, mein Vater, heute zu mir.
Worte der Wahrheit kommen von dir.
Rede du, mein Vater, heute zu mir.
Du willst mich beschenken.
Herr, hab Dank dafür.
Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 8. Juli 2013

Macht über uns selbst hl

Losung: Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan. 1.Mose 1,28

Lehrtext: Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Lukas 12,48
Liebe Leserin, lieber Leser,

eigentlich ist längst alles gesagt, gesendet und gedruckt, was zur Verantwortung von uns Menschen gegenüber unseren Mitgeschöpfen und der Natur gesagt werden muss. Eigentlich könnten alle Bescheid wissen, die Bescheid wissen wollen, dass sich die Menschheit und wir uns mit ihr auf keinem guten Weg befinden. Aber, und das ist die so enttäuschende Einsicht: Die Gier ist stärker als alle Vernunft. Auch stärker als der Glaube? Die Frage kann nur jeder einzelne für sich selbst beantworten.
Können wir denn etwas dafür tun, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch eine lebenswerte Zukunft haben? Oder ist es nicht längst zu spät? Ich meine, wir müssen uns von dieser Art zu fragen frei machen. Unabhängig davon, was sein wird, haben wir von Gott die Verantwortung, heute so zu leben, dass andere auch morgen leben können. Es geht um den uralten und zugleich höchst aktuellen Maßstab, dass man das, was man als richtig und gut erkannt hat, um seiner selbst willen tut unabhängig von den Erfolgsaussichten.
Der Satz, »Macht Euch die Erde untertan« (Losung) ist nach dem Zeugnis der Bibel daran gebunden, dass wir sie »bebauen und bewahren« und sie nicht zur Befriedigung unserer heutigen Gier bis zur Erschöpfung ausplündern. ‚Aber wenn wir es nicht machen, dann machen es eben andere‘ – mit einem solchen Satz hat man schon manche Einsicht  tot geschlagen. Es kann nicht darum gehen, was andere machen oder sagen. Es muss darum gehen, was Gott durch das Wort der Bibel und mein Gewissen zu mir sagt. Und Gott sagt nun mal, dass ich einmal Rechenschaft ablegen werde für das, was ich getan und unterlassen habe. Denn wem viel anvertraut ist an Macht und Möglichkeiten, an Talent, Einfluss und Geld, von dem, so sagt Jesus, wird man um so mehr fordern (Lehrtext). Nein, ohnmächtig sind wir nicht. Wir haben immerhin Macht über uns selbst. Haben die Macht zu entscheiden, wie wir leben wollen.
Lasst uns als Christen anders leben als die Welt es uns vormacht. Lasst uns genügsamer und bescheidener, rücksichtsvoller und verantwortlicher sein. Lasst es uns wenigstens versuchen!

Gebet: Allmächtiger Gott, hilf mir, so zu leben, wie Du es von mir erwartest und nicht wie andere es tun. Lass mich nicht resignieren, wenn ich sehe, was alles verkehrt läuft, sondern gib mir die Kraft, das zu sagen und zu tun, was richtig und gut ist. Was auch immer werden wird, Du weißt es und hast die Macht, das Schicksal zu lenken. Deshalb sollen nicht Sorgen und Angst mich leiten, sondern das Vertrauen auf Dich. Amen

Herzliche Grüße und einen guten Wochenanfang!

Hans Löhr 

Sonntag, 7. Juli 2013

"Das Büffelkalb" oder "Gott denkt an Dich!" hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblick-Gottesdienst am 07.07.2013
Dazu Bibelworte aus den Psalmen 40 und 88 (verschiedene Übersetzungen)

Liebe Freunde,

heute spreche ich zu Euch über das Thema: „Gott denkt an Dich.” Dazu seht Ihr zunächst ein kleines Video aus einem afrikanischen Nationalpark, wie Löwen ein Büffelkalb jagen. Das Video wurde von Touristen aufgenommen und hat deshalb keine gute Qualität. Aber es ist absolut sehenswert und für mich ein Gleichnis dafür, dass Gott mich auch in schweren Zeiten nicht vergisst. Und vielleicht ist das, was sich da in Afrika ereignet hat und die Tatsache, dass wir es jetzt im Gottesdienst als ein Gleichnis für unseren Glauben sehen, nicht ganz zufällig passiert. Vielleicht will Gott damit den einen oder anderen von uns jetzt ganz gezielt ansprechen und stärken. Beweisen kann ich das natürlich nicht. Aber ich halte es für möglich.
Seht Euch also jetzt das Video an. Ich werde es kommentieren, um auf die zentralen Punkte aufmerksam zu machen.

Link (klick) VIDEO (Hier in Stichworten das Geschehen: Es beginnt alles ganz friedlich und harmlos. Eine Büffelherde ist auf Nahrungssuche. Sie wird von Löwen beobachtet. Diese legen sich auf die Lauer. Die Jagd beginnt. Die Löwen haben sich das Büffelkalb ausgesucht, weil es für sie eine leichte Beute ist. Bei der Jagd treten Schwierigkeiten auf: Das Kalb fällt ins Wasser. Die Löwen springen hinterher und versuchen es an Land zu ziehen, um es da zu töten und zu fressen. Plötzlich taucht ein Krokodil auf, um sich die Beute zu schnappen. Die Löwen können das Kalb nicht mehr im Wasser töten. Sie müssen sich vor dem Krokodil am Land in Sicherheit bringen. Doch sie geben ihre Beute nicht auf. Das Kalb wird hin- und hergerissen zwischen Löwen und Krokodil, zwischen Tod und Teufel. Gemeinsam sind die Löwen stärker und zerren die Beute an Land. Das Gezerre hat Kraft gekostet. Die Löwen sind zu erschöpft, um sich sofort über das Kalb her machen zu können. Sie müssen erst einmal verschnaufen. Doch die Herde hat ihr Kalb nicht vergessen. Sie kommt zurück. Die Löwen können ihre Beute wieder nicht töten und fressen. Sie müssen sie erst verteidigen. Doch die Herde lässt sich nicht einschüchtern. Die starken Bullen greifen an und verscheuchen einen Löwen nach dem anderen. Da plötzlich steht das Kalb auf und kehrt in den Schutz der Herde zurück. Es ist gerettet. Der Tod ist verjagt.)

Ich denke, dass dieser Film auch deshalb so berührt, weil es Zeiten im Leben gibt, wo Du Dich im Schicksal des kleinen Büffelkalbs wiederfindest, wo ein Unglück das andere jagt. Ich begegne in unserer Gemeinde immer wieder mal Menschen, die mit mehreren Schicksalsschlägen gleichzeitig zu kämpfen haben. Ich denke an Manuela und ihre Familie. Ihren Namen und ihre Geschichte habe ich leicht verfremdet, damit ihre Privatsphäre geschützt bleibt. In Manuelas Familie hat der Vater Krebs, die Mutter ist herzkrank, der Mann ist wegen Bandscheibenproblemen längere Zeit arbeitsunfähig, die Tochter macht in der Pubertät Schwierigkeiten, die Schwester ist in psychiatrischer Behandlung und mittendrin ist Manuela, die das alles irgendwie zusammenhalten muss. Vielleicht kommt sie sich manchmal vor wie dieses Büffelkalb: Gehetzt, gejagt, zwischen verschiedenen Schicksalsschlägen hin und her gezerrt, in ihrem Lebensglück, in ihrer Existenz bedroht, ohne Aussicht auf Hilfe.

Wenn den Menschen der Bibel so etwas widerfahren ist, dann haben sie so gebetet, wie ein gewisser Hemam im Psalm 88:
Herr, mein Gott, du allein kannst mir noch helfen! Tag und Nacht schreie ich zu dir!
Höre mein Gebet. Schweres Leid drückt mich nieder, ich sehe keinen Ausweg mehr. Meine Augen sind vom Weinen ganz verquollen. Jeden Tag rufe ich zu dir, Herr, im Gebet strecke ich die Hände nach dir aus. Schon früh am Morgen klage ich dir mein Leid. Warum hast du mich aufgegeben, Herr?

Und, liebe Freunde, das Erstaunliche ist, dass sich die Menschen der Bibel in ihrer großen Not eben nicht von Gott abgewandt, sondern ihn immer wieder im Gebet gesucht haben. Sie haben ihn sozusagen ständig an sich erinnert, auch wenn es den Anschein hatte, dass er sie vergessen hatte.

Aber Gott vergisst nicht! Das behaupte nicht ich, sondern das ist die Erfahrung zahlloser Menschen bis zum heutigen Tag. Auch das Büffelkalb hat immer wieder in höchster Not die Herde gerufen, obwohl es scheinbar keine Überlebenschance mehr hatte. Und die Herde hat es gehört. Sie hat ihr Kalb nicht vergessen. Sie hat die ganze Zeit daran gedacht und ist zurückgekommen, um es aus dem sicheren Tod zu retten. Und, liebe Freunde, was eine Büffelherde kann, kann Gott erst recht. Er hörte Deine Gebete, er denkt an Dich und kennt den richtigen Zeitpunkt, um Dir zu helfen.

Ein Kollege erzählt diese Geschichte, wie er eines Sonntagmorgens in die nächste Stadt gefahren ist, um dort Gottesdienst zu halten. Seine Frau ist mit ihrem Auto etwas später nachgekommen. Beim ersten Lied schaut der Pfarrer in die Gemeinde und wird unruhig. Wo ist Susanna? Fragt er sich. Er kann Susanna, sein fünfjähriges Patenkind, nirgends entdecken. Sie war an diesem Wochenende bei ihnen zuhause allein zu Besuch. Eigentlich hätte seine Frau sie mitbringen sollen. Doch die ging davon aus, dass Susanna mit ihrem Mann bereits weggefahren war. Während des Zweiten Liedes verständigt er sich kurz mit seiner Frau. Sie rufen die Nachbarin an und bitten sie, nach Susanna zu schauen. Als sie eintrifft, sitzt das Kind ganz ruhig auf der Terrasse und singt ein Lied vor sich hin. „Ja Susanna”, sagt die Nachbarin, „hattest Du denn gar keine Angst so ganz allein in diesem Haus?” „Nein, ich weiß doch, dass ihr mich nicht vergessen habt”. Als der Kollege wieder daheim ist, fragt er seine Patentochter: »Hast Du Dich denn gar nicht einsam gefühlt?« »Nein, ich hab mir schon gedacht, dass Du zu mir zurückkommen wirst.«

Später sagte der Kollege: „Wenn wir nur alle so einen kindlichen Glauben hätten, statt bitter zu werden und in Selbstmitleid zu versinken, wenn das Leben mal nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen. Wir sollten unsere negativen Gefühle abschütteln, wenn wir uns vergessen und verlassen fühlen, so wie es die kleine Susanna tat, und stattdessen sagen: „Ich mach mir keine Sorgen. Ich weiß, Gott denkt an mich. Ich weiß, es ist nur eine Frage der Zeit bis er auftaucht und eingreift.”
König David sagt dazu im Psalm 40: »Ich bin hilflos und vom Leid gebeugt, aber der Herr denkt an mich. Du bist meine Hilfe und mein Befreier – mein Gott, zögere nicht länger!« (Neue Genfer Übersetzung)

73 mal ist in der Bibel sinngemäß davon die Rede, dass Gott an uns Menschen denkt. Offenbar haben wir es nötig, so oft daran erinnert zu werden. Und dass er an uns denkt, ist noch mehr, als dass er uns nicht vergisst. Wenn Du mit der Bibel sagst „Gott denkt an mich”, dann heißt das, dass er für Dich da ist, dir Türen öffnet, wo vorher keine waren und Dich mit seiner Liebe und Güte überrascht.

Nicht umsonst wählt immer wieder mal das eine oder andere Brautpaar dieses Wort aus dem Psalm 115 zu seinem Trauspruch: »Der Herr denkt an uns und segnet uns«. Die beiden sollten es nach der Hochzeit mit großen Buchstaben ausdrucken, einrahmen und in ihrer Wohnung aufhängen. Und dann, wenn neben den guten auch die „bösen Tage“ kommen, von denen in der Traufrage die Rede ist, sollten sich beide davor stellen und gemeinsam sagen: »Der Herr denkt an uns und segnet uns.« Auf ihre Probleme würde ein anderes Licht fallen und, davon bin ich überzeugt, sie könnten getroster und zuversichtlicher die Herausforderungen annehmen.

Die Bibel erzählt mehrere Geschichten von Menschen, die in einer ausweglosen Situation waren und doch daran festgehalten haben, dass Gott an sie denkt. Sie erzählt zum Beispiel von Ismael, der mit seiner Mutter in die Wüste gejagt worden war, von Josef, der von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft worden ist oder von Rahel, die keine Kinder bekommen konnte. Keinen von ihnen hatte Gott vergessen. Und so sind sie und ihre Geschichten für uns zum Gleichnis geworden, dass er auch an uns heute denkt.

Vor einiger Zeit war ich in einem Altenheim in unserer Region, um eine Frau zu besuchen, die früher in unserer Pfarrei gelebt hatte. Sie saß allein in ihrem Rollstuhl an einem Tisch und nachdem Sie mich erkannt hatte, fing sie an zu weinen. Sie war noch neu im Pflegeheim. Sie fühlte sich noch fremd und allein und hatte Heimweh nach dem Dorf und dem Haus, in dem sie so lange gelebt hatte. Am Ende meines Besuches habe ich dann mit ihr gebetet: „Guter Vater im Himmel, Du kennst uns von klein auf. In Deine Hand hast Du unsere Namen geschrieben, damit Du uns nicht vergisst. Lass Frau Soundso spüren, dass Du an sie denkst und für sie da bist.”

Das Büffelkalb, Manuela mit ihren familiären Problemen, die beiden Psalmbeter Hemam und David, der verkaufte Josef und die kinderlose Rahel , die kleine Susannah und die Frau im Pflegeheim – jeder von ihnen musste mit dem Gefühl fertig werden, verlassen und aufgegeben worden zu sein. Und ich und du hier, wir kennen solche Gefühle auch.

Aber da ist einer, der an uns denkt und der uns seinen Sohn Jesus geschickt hat, um uns zu sagen, dass wir nicht verloren sind. Vielleicht bist Du heute aufs Neue daran erinnert worden. Ja, Gott denkt an Dich und segnet Dich, jetzt in diesem Augenblick und in der Woche, die vor Dir liegt. Amen