Freitag, 29. Oktober 2010

Zeit und Ewigkeit hl

A. Losung: Tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Psalm 90,4

B. Lehrtext: Das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist. 1.Johannes 1,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Auslegung der heutigen Losung wird heiter und ernst sein. Ich beginne mit dem Letzteren.
Dieser Vers ist ein Teil aus dem 90. Psalm, den ich bei Beerdigungen bete. Ich hoffe, dass damit für die Trauergäste der Horizont der Ewigkeit sichtbar wird. Gott ist an keine Zeit gebunden. Mit der Bibel können wir sagen, dass er vor aller Zeit war und nach aller Zeit sein wird, denn auch die Zeit hat ihre Zeit, ist ein Teil der Schöpfung. Irgendwann einmal hat sie begonnen und irgendwann einmal wird sie auch wieder enden. Nur vorstellen können wir uns das nicht, da unser menschliches Gehirn unter den Bedingungen von Raum und Zeit entstanden ist bzw. geschaffen wurde. Unser Vorstellungsvermögen ist an die Dimensionen von Raum und Zeit gekettet. Für den Verstorbenen ist das anders. Im Augenblick des Todes zerbrechen auch für ihn die Ketten von Raum und Zeit. Nur die sterblichen Überreste verfallen nach den Gesetzen der Vergänglichkeit. Er selbst aber, sein Wesen, wird auferweckt in das Leben in dem Gott alles in allem ist. Mehr als das kann ich über unser Leben nach dem Tod, nach Raum und Zeit, guten Gewissens nicht sagen.
Die Menschen der Bibel bezeugen, dass ihnen in Jesus etwas begegnet ist, das ewig ist. Paulus sagt dazu: »Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen«. Die Liebe bleibt. Sie ist ewig. Nicht unsere Menschenliebe, sondern die Liebe Gottes, die in Jesus Christus erschienen ist und von der uns auch der Tod nicht trennen kann.

Und nun etwas heiteres zur Frage nach den Dimensionen, mit denen Gott rechnet:
Ein Mann liegt nachts auf einer Wiese und betrachtet den unermesslichen Sternenhimmel. Dann sagt er zu Gott: »Herr, für dich sind doch 1000 Jahre wie ein Tag«. »Ja« sagt Gott. »Und eine Million Jahre, wie viel ist das für dich?«. »Ach«, sagt Gott, »Das alles sind ja nur Bilder für die Ewigkeit. Auch eine Million Jahre sind für mich nur ein Moment.« Sagt der Mann »Und sind dann auch eine Million Euro für dich so viel wie - sagen wir - ein Cent?« »Ja, wenn du so willst.« »Dann sei doch so gut und schenke mir einen solchen Cent«. »Gern«, sagt Gott, »Wart einen Moment!«

Herzlich grüßt

Hans Löhr

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Heilmittel Zeit hl

A. Losung: Ich will ihr Trauern in Freude verwandeln. Jeremia 31,13

B. Lehrtext: Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen. 2.Thessalonicher 2,16-17

Liebe Freunde,

»Ob es jemals dazu kommt, dass ich mich wieder freuen kann?« So ähnlich fragen sich viele, die nach einem Todesfall oder einer Trennung einen schweren Verlust erlitten haben. Und in der Tat, von heute auf morgen schlägt die Trauer nicht in Freude um. Es dauert seine Zeit bis das Leben allmählich wieder nach dem Trauernden greift und ihn nach und nach in die Normalität zurückholt. Wunden, auch seelische, brauchen ihre Zeit, um zu heilen. Aber wenn nichts außergewöhnliches vorliegt, dann heilt die Zeit die Wunden.
So allgemein können es alle sagen. Aber ich möchte die Wörter "Leben" und "Zeit" durch Gott ersetzen. Wer sonst ist es, der das Leben geschaffen hat und in ihm am Werk ist? Wer sonst ist es, der die Zeit erschaffen hat und durch sie Veränderungen bewirkt? Die Antwort steckt auch in dem Sprichwort »Gottes Mühlen mahlen langsam«. Für mich heißt das nichts anderes, als dass er mit seinem Plan und Willen zum Ziel kommt, auch wenn es dauert. Man kann das Sprichwort noch ergänzen mit dem Zusatz: »Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen!«.
Nach einer bestimmten Zeit können die meisten Trauernden wieder Freude empfinden. Und diese Freude ist umso intensiver, wenn die Trauer nicht einfach verdrängt worden ist, sondern Zeit hatte sich zu wandeln. Ein Mensch, der Trauer erlitten hat, kehrt als ein anderer ins Leben zurück als er vorher war. Er ist reifer und vielleicht sogar stärker geworden.
Gott tröstet auf vielfältige Weise. Er tut das durch Menschen, manchmal sogar durch Tiere und die Natur. Er heilt die Wunden der Trauer durch den Trost der Zeit. Aber er tröstet auch dadurch, dass er uns Jesus Christus schenkt. Durch ihn haben wir eine Hoffnung für die Verstorbenen und für uns selbst, die über das Grab hinausreicht. Das ist sein stiller und starker Trost für jeden von uns.

Herzliche Grüße besonders an die, die in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren haben so wie ich meine beiden Eltern.

Hans Löhr

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Stress dich nicht selbst! hl

A. Losung: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Psalm 23,2-3

B. Lehrtext: Jesus sprach: Fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. Euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. Lukas 12,29.30

Liebe Freunde,

"Macht euch keinen Stress!", sagt Jesus in unserer heutigen Ausdrucksweise, "Gott weiß doch, was ihr braucht."Hand aufs Herz, warum machen Sie sich eigentlich Stress? Und du? Und ich? Hat der viele negative Stress, den wir uns schon gemacht haben, das gebracht, was wir uns versprochen haben? Hat er uns tatsächlich genützt?
Was mich angeht, so weiß ich, dass Stress, den ich mir und anderen mache, schadet. Ich weiß das im Kopf. Aber ich tue mir schwer damit das, was ich weiß, auch zu tun. Die richtigen Einsichten führen leider nicht automatisch dazu, dass man dann auch das Richtige tut. Ich weiß genau, dass der Stress, den ich gerade habe zum Beispiel die Religionsstunde in der 4. Klasse überschattet. Aber die Kinder können doch nichts dafür, dass ich gestresst bin. Ich darf das nicht an ihnen auslassen. Sie haben ein Recht darauf, dass der Erwachsene, der sie unterrichtet, nicht nur gut vorbereitet, sondern zu ihnen auch freundlich und liebevoll ist. Dazu hilft mir, dass wir zu Beginn der Religionsstunde immer erst einmal singen und beten. Vielleicht würden auch unsere Politiker nicht so gestresst wirken, wenn sie vor jeder Kabinettssitzung erst einmal miteinander singen und beten würden. Das muss man sich mal vorstellen: Die Frau Merkel mit Herrn Westerwelle und Herrn Seehofer! Unserem Land würde das bestimmt nicht schaden. Aber wenn's sie nicht schaffen, dann könnten doch wir für unsere Regierung beten. Gott sei Dank tun das auch manche.
Macht euch keinen Stress! Jesus meint damit nicht, dass uns alles egal sein soll. Das Leben ist voller Herausforderungen, die wir annehmen müssen. Doch die Frage ist, mit welcher inneren Einstellung ich heran gehe. Ob ich der Meinung bin, dass alles von mir abhängt, oder ob ich das, was ich zu tun habe, im Gebet vor Gott bringe und ihn bitte, mich zu begleiten.
Dass auch Jesus sich und anderen Stress gemacht hat, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Er lebte voll und ganz in dem Bewusstsein, dass Gott jederzeit bei ihm ist und ihm gibt, was er gerade braucht. Er muss ein grenzenloses Gottvertrauen und eine wohltuende Ruhe ausgestrahlt haben, was viele Menschen anzog. In seiner Gegenwart fühlten sie sich sorglos und sicher. Und das gleiche geschieht jetzt im Glauben. Sobald ich mich für Gott, für Jesus öffnen kann, lässt mein Stress nach. Dann weiß ich, der gute Hirte ist ja da. Er schaut nach mir und gibt mir, was ich brauche. Was soll ich mir Stress und Sorgen machen? Damit ändere ich ja doch nichts. In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es. In der Ruhe, die Gott mir im Glauben schenkt. Davon haben dann auch meine Mitmenschen etwas.

Denkt an die grünen Auen und das frische Wasser (Losung). Macht euch keinen Stress und lasst euch auch nicht von anderen stressen. Wenigstens heute nicht - und morgen vielleicht auch nicht.

Mit diesem biblischen Wunsch grüße ich Sie und Euch herzlich

Ihr/ Euer Hans Löhr

Dienstag, 26. Oktober 2010

Das Boot kommt hl

A. Losung: Israel ward durch den HERRN errettet, errettet für alle Zeit; ihr werdet nicht zuschanden, nicht mit Schmach bedeckt werden in Ewigkeit. Jesaja 45,17
B. Lehrtext: Bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, Zuversicht haben und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt. 1.Johannes 2,28
Liebe Leserin, lieber Leser,

Gottes Volk, alle, die zu ihm gehören, sind errettet für alle Zeit, sagt der Prophet. Errettet davor, fern von Gott dahin zu siechen, errettet davor, an sich selbst zugrunde zu gehen, an der eigenen Gier, am Geiz, an Rücksichtslosigkeit und Gemeinheit. Nein, nicht die äußeren Feinde sind die große Gefahr. Diese lauert in uns selbst, in unseren Herzen, auch im Volk Gottes.
Wenn du ins Meer fällst und zu ertrinken drohst, dann gibt dir schon der Anblick des Rettungsboots, das auf dich zusteuert neue Kraft und du sagst, noch ehe es dich erreicht hat: Gott sei Dank, ich bin gerettet. So werden auch die verschütteten Kumpel in Chile gesagt haben, als endlich der Kontakt mit der Außenwelt hergestellt war, obwohl sie noch viele Tage warten mussten, bis sie aus ihrem Gefängnis wieder raus kamen.
Letzten Endes hängt es von deinem Vertrauen in den Retter ab, ob du durchhältst und davon, ob du überhaupt gerettet werden willst. Automatisch passiert nichts. Es braucht den Einsatz von beiden Seiten, den des Retters und dessen, der Hilfe braucht. Dass Gott uns durch Christus retten will, das alte wie das neue Gottesvolk, steht fest. Aber wir müssen ihm schon auch die Hand des Glaubens hinhalten, damit er uns rausholt aus dem, was uns bedroht.

Ich wünsche Ihnen /Dir einen Blick für seine Rettungsboote, die er dir immer wieder schickt.

Hans Löhr

Montag, 25. Oktober 2010

Innerlich gekündigt? hl

A. Losung: Seid getrost und lasst eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn. 2.Chronik 15,7

B. Lehrtext: Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen. Epheser 6,7-8

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine große Zahl von Mitarbeitern in Betrieben oder Behörden hat innerlich gekündigt. Das Verhalten der Vorgesetzten, das Arbeitsklima, schwierige Kollegen, eine nicht befriedigende, schlecht bezahlte Arbeit und so weiter hat dazu geführt, dass sie nur noch "Dienst nach Vorschrift" machen. Der Elan der ersten Zeit, die Bereitschaft sich zu engagieren, auch mal Dinge zu machen, für die man nicht unbedingt bezahlt wird – das alles hat sich verflüchtigt. Vielen graut es beim Aufstehen davor, bald in die Arbeit zu müssen. Aber es muss halt sein, weil man ja irgendwie Geld verdienen muss. Muss es wirklich so sein? Und vor allem, muss es so bleiben?
Wer innerlich gekündigt hat, schadet nicht nur der Firma, sondern sich selbst. Die Gefahr eines Burn-Out steigt. Die Lustlosigkeit am Arbeitsplatz überträgt sich aufs Privatleben. Es fehlt dir zunehmend die Kraft für deinen Partner und die Familie. So weit so schlecht.
In der Bibel gibt der Apostel Paulus einen wichtigen Hinweis. Er fordert uns auf, unsere Arbeit mit neuer Motivation zu tun. Es geht um die innere Einstellung und darum, wofür man arbeitet, für den Chef oder für sich selbst. Für einen guten Chef arbeitet man gern. Aber für einen schlechten? Wenn ich Paulus richtig verstanden habe, dann sagt er: "Gib trotzdem dein Bestes." Tu es um deiner selbst willen. Und wenn du gläubig bist, tu es um Gottes willen. Er hat dir die Möglichkeit gegeben, gute Arbeit zu leisten. Bleib also hinter deinen Möglichkeiten nicht zurück. Wer an seinem Platz auf Dauer zuverlässig und engagiert arbeitet, wird dafür belohnt werden, sagt die Tageslosung. Entweder wird er befördert, oder, wenn das nicht geschieht – was sehr kränkend sein kann –, wird er seinen Lohn von Gott empfangen (Lehrtext). Keiner müht sich umsonst.
Dass ich gute Arbeit leiste, das bin ich mir selbst und bin ich Gott schuldig. Er hat auch gute Arbeit geleistet als er die Welt und mich geschaffen hat und tut es noch immer. Ihn will ich mit meiner Arbeit ehren, egal was Menschen dazu sagen. Das soll mein Stil sein.

Gott segne Ihre / Deine Arbeit in dieser Woche

Hans Löhr

Freitag, 22. Oktober 2010

schon & noch nicht ebl

A. Losung: Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR. Jeremia 31,34

B. Lehrtext:
Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1.Johannes 3,2

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

Gott verheißt im Alten Testament den Frauen und Männern des Volkes Israel einen neuen Bund mit ihm und er sagt in diesem Zusammenhang: "Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein." Und weiter sagt er - damit sind wir dann bei der heutigen Tageslosung:
"Niemand muss dann noch seinen Nachbarn belehren oder zu seinem Bruder sagen: 'Lerne den Herrn kennen!' Denn alle werden dann wissen, wer ich bin, von den Geringsten bis zu den Vornehmsten. Das sage ich, der Herr." (Nachzulesen ist das im Buch des Propheten Jeremia 31,34).
Was für ein Gedanke: Gott 'stimmt uns' Herz und Gewissen - und das leitet uns dann bei unseren Entscheidungen und in dem, wie wir uns tagtäglich verhalten...
Das ist eine Herausforderung, denn noch leben wir nicht in der erlösten Welt und sollen doch versuchen, schon HEUTE Jesus ähnlicher zu werden: "Ihr Lieben, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden, ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen, wenn es offenbar wird, werden wir Gott ähnlich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist." (1.Johannes 3,2)

Gute Erfahrungen in diesen Herausforderungen wünscht Euch mit einem morgendlichen Bündel Sonnenstrahlen

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Gold und Silber ebl

A. Losung: Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN. Hesekiel 7,19

B. Lehrtext: Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Lukas 12,15

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

"Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN." So lautet die heutige Losung aus dem Buch des Propheten Hesekiel (7,19) im Alten Testament. Und der Evangelist Lukas schreibt etwas allgemeiner in seinem Evangelium im Neuen Testament: "Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat." (Lukas 12,15) "Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt" - so höre ich ab und zu Leute sagen. Und ich finde, sie haben recht. Es beruhigt mich, zu wissen, dass wir hier im Pfarrhaus durch unser Gehalt ziemlich sicher davon ausgehen können, dass wir auch in Zukunft in warmen Räumen leben, dass es jeden Tag etwas zu essen gibt, dass jeder von uns sein Bett hat und für neue Winterstiefel das Geld auch noch reichen wird.
Losung und Lehrtext wollen uns vor etwas anderem warnen: Davor, dass Geldangelegenheiten in unserem Leben zu wichtig werden. Dass die tägliche DAX-Entwicklung über unsere Laune bestimmt oder das Wälzen von Hochglanzbroschüren für Kapitalanlagen unsere Hauptbeschäftigung ist. Auf Gottes 'Konto' sind andere Werte wichtig: Unsere Aufmerksamkeit für unsere eigene Gesundheit, die Zeit und Energie für Freundschaftsdienste gegenüber anderen, Zeit für Gott in einem Zwiegespräch oder einem Loblied. Schlichte Dinge, die uns doch reich machen können. Innerlich reich.

Solche bereichernden Momente wünscht Ihnen / Euch heute

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Kein Cola-Automat ebl

A. Losung: Ich bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. Psalm 69,14

B. Lehrtext:
Christus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Johannes 14,14

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde,

"Ich bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe" (Psalm 69,14) - so lautet die heutige Losung aus dem Alten Testament. Um zu verstehen, was mit der 'Zeit der Gnade' gemeint sein könnte, lese ich in der 'Guten Nachricht', einer neueren Bibelübersetzung, den Psalmvers nach. Dort steht: "Doch ich bete zu dir, Herr! Hilf mir in der Stunde, die du bestimmst! Du bist so reich an Güte, darum erhöre mich. Du bist doch der Retter, auf den Verlass ist."
Wir können also, das wird uns heute zugesagt, jederzeit Gott um Hilfe bitten. Aber zugleich müssen wir uns dessen bewusst sein, dass Gott kein Colaautomat ist: Geld rein, Flasche raus - dieses System funktioniert nicht. Denn Gott sieht weiter und weiß mehr als wir - daher bestimmt er, wie und wann Hilfe für uns einsetzt. Also sind wir herausgefordert, auf Gottes GUTEN Willen für uns zu vertrauen und manchmal geduldig zu sein.

Auch Jesus macht uns Mut, uns voller Vertrauen an ihn zu wenden: "Wenn ihr mich um etwas bittet und euch dabei auf mich beruft, werde ich eure Bitte erfüllen." Trauen wir uns also, mit unseren Bitten zu ihm zu kommen!

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen / Euch
Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 18. Oktober 2010

Wo steht unser Stall? ebl

A. Losung: Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber mein Volk versteht's nicht. Jesaja 1,3

B. Lehrtext: Daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. 1.Johannes 2,3



Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

es hat mich, wenn ich früher ab und zu einen Ausritt gemacht habe, immer gewundert, mit welch instinktiver Sicherheit mein Pferd wusste, wann es wieder Richtung Heimat ging. Wir konnten noch so weit vom Stall entfernt sein - ging es für die Fuchsstute in die richtige Richtung, also nach Hause - dann beschleunigte sie ihren Schritt, hob den Kopf und schnaubte erwartungsvoll angesichts einer Schütte Hafer, die dort wartete. Die heutige Losung knüpft an meine Erfahrung mit ähnlichen Bildern an: "Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber mein Volk versteht´s nicht." (Jesaja 1,3) Wir Menschen stellen uns, so beobachtet der Prophet Jesaja, als Gläubige wohl manchmal ziemlich an. Sei es, weil wir die falschen Prioritäten setzen oder auf die Begleitung und Hilfe Gottes HEUTE doch nicht so recht trauen. Woran würden andere Leute erkennen, "wo unser Stall steht", was uns wichtig ist und prägen darf? Johannes gibt im Neuen
Testament eine ganz einfach Antwort auf diese Frage:
"Daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten." (1.Johannes 2,3)

Einen gesegneten Start in die neue Woche wünscht Ihnen und Euch

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 16. Oktober 2010

frei! hl

A. Losung: Der HERR macht die Gefangenen frei. Psalm 146,7

B. Lehrtext: Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Matthäus 5,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

frei! 69 Tage zwischen Angst und Hoffnung in mehr als 600 Metern Tiefe gingen glücklich zu Ende. Nie zuvor waren Bergleute so lange unter Tage gefangen. Zahllose Menschen haben weltweit an den Fernsehapparaten Tränen vergossen, als sie Zeugen wurden, wie ein Kumpel nach dem andern aus dem Gefängnis im Bauch des Berges befreit worden ist. Ebenso weltweit hatten zuvor Menschen für die Rettung der Kumpel gebetet und danken jetzt Gott, dass er die Gebete erhört hat.
Aber es gibt auch eine andere Sichtweise. Gestern stand auf Seite 3 der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit folgendem Satz: »Gerade bei der Rettung von Chile war es eben nicht göttliche Fügung, Es waren keine metaphysischen Wunder ...: Es war die menschliche Anstrengung, und es war ein unerschütterlicher Glaube – nicht an Gott, sondern an den Erfolg. Und somit an uns selbst.« (SZ, 15.10.2010, Seite 3).
Dem halte ich schlicht und einfach das Wort aus der heutigen Tageslosung entgegen : "Der Herr macht die Gefangenen frei." Unser Glaube verändert die Sicht auf die Welt und unser Leben radikal. Entweder sind wir Zufallsprodukte ohne besonderen Wert, die von den Zufällen des Lebens hin und her geworfen werden. Oder wir sind Gottes geliebte Geschöpfe, einzigartig und wertvoll nicht durch und aus uns selbst heraus, sondern weil wir uns nicht selbst gehören, sondern ihm.
Ich glaube – beweisen kann ich es nicht – dass Gott die Gefangenen in ihren Gefängnissen, wo auch immer sie sich befinden, nicht vergisst. Joseph, Jakobs Sohn, schmachtete 14 Jahre unschuldig im Gefängnis der Ägypter. Andere hätten vielleicht aufgegeben und Gott vergessen. Aber Joseph vertraute weiterhin auf ihn. Und schließlich wurde sein Vertrauen nicht enttäuscht. "Gib nie auf, niemals!" – Das ist ein Satz, den die Schüler der 4. Klasse bei mir lernen, wenn ich mit ihnen die Josephsgeschichte durchnehme.
Und auch heute sitzen nicht wenige im Gefängnis, weil sie sich für die Menschenrechte einsetzen, wie der diesjährige Träger des Friedensnobelpreises aus China Liu Xiaobo, oder weil sie an ihrem Glauben festhalten. Jesus nennt sie "selig" und sagt mit dem Bildwort "Himmelreich", dass sie zu Gott gehören. Wir können froh und dankbar sein, dass wir zur Zeit in Deutschland weder wegen unseres Glaubens noch wegen unseres Engagements für Menschenrechte, Frieden und Bewahrung der Schöpfung verfolgt und eingesperrt werden. Das war früher zur Zeit der Nazis und der DDR-Kommunisten anders. Das kann auch in Zukunft wieder anders werden, wenn der offensive Atheismus, wie er in jenem Artikel der Süddeutschen Zeitung vertreten wird, in Aggression und Verfolgung umschlägt. Beten wir, dass es nicht dazu kommt. Aber wundern wir uns nicht allzu sehr, wenn es doch geschieht.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 15. Oktober 2010

Auf der Flucht von Gott zu Gott hl

Losung: In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich. Jesaja 60,10

Lehrtext: Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. 1.Johannes 5,12
Liebe Leserin, lieber Leser,

schroff und kompromisslos kommen die Bibelworte der Tageslosung und des Lehrtextes heute daher. Dass Gott auch zornig sein kann, wollen wir heutigen Christen lieber nicht wahrhaben und schon gar nicht, dass er uns schlägt. Ist er denn nicht ein lieber Gott? Frühere Generationen haben Schicksalsschläge durchaus als Schläge eines zornigen Gottes verstanden und sie zum Anlass genommen, ihr Leben von Grund auf zu überprüfen und neu an seinem Wort und Willen auszurichten. Schicksalsschläge gibt es immer noch, und sie können jeden von uns jederzeit treffen. Die Frage ist, ob auch die harten und dunklen Seiten des Lebens etwas mit Gott zu tun haben. Und wenn nein, womit dann. Ich lasse diese Frage jetzt einfach mal so stehen, damit jeder selbst darüber nachdenken und eine Antwort für sich finden kann. Wer trotzdem die Ansicht meiner Frau oder von mir dazu wissen will, kann uns ja eine E-Mail schreiben.
Auch zum Lehrtext ist dieses Mal nicht viel zu sagen. Entweder – oder, heißt es da. Entweder du glaubst an Jesus Christus und empfängst von ihm das Leben, das er dir geben will, oder du glaubst nicht und gehst leer aus. Vielleicht läuft es letzten Endes darauf hinaus. Aber Jesus sagt zu uns nicht "Vogel friss oder stirb". Er geht uns vielmehr nach wie ein Hirte seinem Lamm, das sich verlaufen hat, um uns in die Gemeinschaft mit Gott zurückzubringen, - wenn uns denn daran liegt, dass wir uns von ihm finden lassen wollen.
Martin Luther hat in solchen Fällen, wenn sich Dinge ereignet haben, bei denen der Glaube an Gott zu zerbrechen drohte, gesagt: Fliehe von dem strafenden und strengen Gott zu dem barmherzigen. Denn Gottes Wesen ist nicht Zorn, sondern Liebe. Der Zorn vergeht, die Liebe bleibt.
Nachdenklich grüßt

Hans Löhr

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Streit in der Kirche hl

A. Losung: Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Sprüche 1,7
B. Lehrtext: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3

Liebe Leserinnnen und Leser,

heute mute ich Ihnen /Euch einen etwas längeren Abschnitt zum Lesen und Mitdenken zu.
Die Kirchenleitung unserer bayerischen Landeskirche (1) möchte die Präambel (2) des Grundartikels unserer Kirchenverfassung durch einen Zusatz verändern, der das Verhältnis unserer Kirche zum Judentum beschreibt. Darüber ist in unserer Kirche ein Streit ausgebrochen. Denn in der Präambel der Kirchenverfassung steht, was die evangelischen Christen in Bayern
glauben und bekennen. So sollen wir alle miteinander künftig bekennen und glauben, was in der Ergänzung steht: "Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ... bezeugt mit der Heiligen Schrift die bleibende Erwählung des Volkes Israel und weiß sich dem jüdischen Volk geschwisterlich verbunden."
Unstrittig ist, dass wie unser Volk so auch unsere Kirche eine besondere historische Verantwortung und Verpflichtung den Juden gegenüber hat, dass keinerlei antisemitische Tendenzen mehr geduldet werden dürfen. Verständlich ist, dass man dies auch nach außen hin deutlich machen möchte. Ich persönlich hätte auch kein Problem damit, die "bleibende Erwählung des Volkes Israel" zu bezeugen und "dem jüdischen Volk geschwisterlich verbunden" zu sein. Mein künftiger Schwiegersohn Brian ist beispielsweise eine liebenswürdiger und feinsinniger amerikanischer Jude. Aber hier geht es nicht darum, wozu ich persönlich bereit bin oder was mir sympathisch ist, sondern ob das, was in der Ergänzung zur Präambel steht, durch die Bibel (= das Wort Gottes) gedeckt ist. Und das ist es meines Erachtens nicht!
Damit sind wir bei der heutigen Tageslosung. "Die Furcht des Herrn", das ist der Respekt vor seinem Wort und den Menschen in der Bibel, die sein Wort bezeugt haben wie zum Beispiel die Propheten, Evangelisten und Apostel. Wenn man die Bibel im Ganzen liest und nicht nur einzelne Stellen heraus nimmt, kann von einer "bleibenden Erwählung des Volkes Israels" so nicht die Rede sein. Gerade in dem Abschnitt der Bibel, auf den sich die Befürworter der Ergänzung stützen (3), lesen wir, dass der dreieinige Gott selbst die Zweige (das sind die Anhänger des alten jüdischen Glaubens) aus dem heiligen Ölbaum (4) ausgebrochen hat bis auf einige, die zum Glauben an Jesus gekommen sind (5). Stattdessen hat er die Heiden "eingepropft", Nichtjuden, die sich haben taufen lassen und Christen geworden sind. Ihnen sollen es die Juden gleich tun (6). Wenn aber, so Paulus, die Juden nicht im Unglauben bleiben (und nun ebenfalls Jesus Christus als ihren einzigen Herrn und Gott annehmen), kann der dreieinige Gott sie in den Ölbaum wieder einpfropfen (7). Dann sind auch sie wie die anderen Christen bleibend erwählt und werden (!) unsere Geschwister durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus. Dann werden auch sie Gottes Barmherzigkeit erlangen (8). Anders gesagt, Juden sind
auf Hoffnung hin (in einer zukünftigen Zeit) erwählt und auf Hoffnung hin Geschwister im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus. Dann aber ist es unsere Aufgabe, sie als Christen jetzt schon zu diesem Glauben einzuladen.
Mir mag das gefallen oder nicht. Das mag nach unseren heutigen Maßstäben tolerant erscheinen oder nicht, politisch korrekt sein oder nicht. Das alles spielt keine Rolle. Einzig und allein zählt das Zeugnis der Bibel. Von mir wird zu Recht verlangt, in diesem wie in allen anderen Fällen, Gottes Wort zu respektieren aus Ehrfurcht vor dem, der es uns gegeben hat und um zu erkennen, was es besagt (Losung). Diese Einsicht gewinnen wir in Christus selbst, in dem die Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind (Lehrtext).


Das glaubt

Ihr / Euer Hans Löhr

PS: Bei Interesse bitte nachlesen Neues Testament, Brief an die Römer Kapitel 9-11, besonders Kapitel 11,1-32
Anmerkungen:
zu (1)
Bestehend aus Landesbischof, Landessynode, Landeskirchenrat und Landessynodalausschuss
zu (2) Eine Präambel (Einleitung) soll der Darstellung von Motiven, Absichten, Zwecken durch ihre Verfasser dienen und darlegen, was in unserer Kirche geglaubt und bekannt wird.
zu (3) Neues Testament, Römerbrief Kapitel 9 bis 11
zu (4) Ein Bild für das Volk Israel, das Gott sich in Abraham erwählt hatte, damit es sein heiliges Volk sei.
zu (5) Siehe Römer Kapitel 11, Verse 17-20
zu (6) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 11
zu (7) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 23
zu (8) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 31

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Der Fürsprecher hl

A. Losung: Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. Psalm 27,8

B. Lehrtext: Christus ist eingegangen in den Himmel, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen. Hebräer 9,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

was in der heutigen Tageslosung steht, ist für mich Glaube. Ich soll dem, was Gott mir in der Bibel Gutes zusagt, vertrauen. Und wenn ich ihn dann brauche, soll ich im Gebet zu ihm kommen und ihm kühn seine Zusagen vorhalten. Etwa so:
"Ich bin gerade so mutlos, doch du, Herr, hast gesagt »Ich wohne bei den Verzagten und gebe ihnen Hoffnung und neuen Mut (Jesaja 57,15b)«. Also tu was du sagst, bitte!" Oder "Ich trage schwer an meiner Schuld. Doch du, Gott, hast versprochen, dass du sie mir vergibst" (Jesaja 43,25) Oder "Du, Herr, hast mir doch dein Wort gegeben, dass du mit mir sein, mich stärken und mir helfen willst (Jesaja 41,10). So halte nun dein Wort, denn ich brauche dich jetzt."
Das ist ein Glaube, wie er Gott gefällt. Und er wird dich nicht übersehen.
Doch damit ich Gott sein eigenes Wort vorhalten und ihn bitten kann, es zu halten, muss ich es kennen. Gott erfüllt nicht irgendwelche Wünsche, sondern seine Verheißungen (D. Bonhoeffer). Mit ihnen komme ich zu ihm (= vor sein Angesicht) und vertraue, dass er sie auch für mich erfüllt.
Doch wo finde ich das Angesicht des Allmächtigen? Ich finde es in Jesus, der von sich sagt: "Wer mich sieht, der sieht den Vater." (Joh 14,9) Und der zu dir und zu mir sagt: "Bittet, so wird euch gegeben. Klopft an, so wird euch aufgetan!" (Lukas 11,9) Er, Jesus, bringt unsere Bitten vor Gott. Gut, dass wir diesen Fürsprecher haben.


Herzliche Grüße

Ihr / Dein Hans Löhr

Dienstag, 12. Oktober 2010

rabig hl

A. Losung: Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und irrefliegen, weil sie nichts zu essen haben? Hiob 38,41

B. Lehrtext:
Jesus sprach: Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Lukas 12,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

ausgerechnet die Raben! Warum kommen diese schwarzen Vögel in der Bibel nur so gut weg? Es hat gerade zu den Anschein, dass Gott sie besonders mag. Noah ließ einen Raben aus der Arche fliegen um herauszufinden, ob sich die Wasser der Sintflut verlaufen hätten. Aber der kam unverrichteter Dinge zurück. Im 1. Buch der Könige gibt Gott Raben den Auftrag, den Propheten Elia vor dem Verhungern zu bewahren und ihm Brot und Fleisch zu bringen. Im Buch der Psalmen ist davon die Rede, dass Gott den jungen Raben, die ihn anrufen, Futter gibt. So ist es auch in unserer heutigen Tageslosung aus dem Buch Hiob. Und auch im Lehrtext heißt es, dass Gott die Raben ernährt. Nur von Stefan Raab ist in der Bibel nirgends die Rede.
Was könnte das alles bedeuten? Vielleicht, dass Gott, das, was er alles schon für Rabenvögel tut, erst recht für dich tut. Dass er dich nicht im Stich lässt, wenn du mal ein Unglücksrabe bist und einen rabenschwarzen Tag hast. Nein,
Gott ist kein Rabenvater, aber ein Vater aller, denen es gerade "rabig" geht.

In diesem Sinn alle guten Wünsche und Gottes Segen für den heutigen Tag!

Hans Löhr

P.s. Für alle, die noch ein bisschen mehr über Raben wissen wollen, hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Raben_und_Kr%C3%A4hen

Montag, 11. Oktober 2010

Einsam und gemeinsam hl

A. Losung: Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. Psalm 48,10

B. Lehrtext: Der Geheilte sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Apostelgeschichte 3,8


Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist schon so, wir brauchen nicht nur einen zeitlichen "Ort", an dem wir zu Gott beten und an ihn denken. Wir brauchen nicht nur eine bestimmte Tageszeit, an der wir das möglichst regelmäßig tun. Wir brauchen auch einen "räumlichen" Ort, zum Beispiel unser Bett oder eine bestimmte Ecke in unserer Wohnung. Je mehr wir beim Beten eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort aufsuchen, je regelmäßiger wir das tun, desto inniger wird unsere Beziehung zu Gott. Diese Erfahrung ist uralt und hat sich zum Beispiel im Klosterleben niedergeschlagen, wo es seit 1700 Jahren regelmäßige Gebete während des Tages gibt.
Doch das Gebet im "stillen Kämmerlein" kann nicht das Gebet und das Gedenken an Gott in der Gemeinschaft der Gläubigen ersetzen. Seit tausenden von Jahren versammeln sich Menschen in Tempeln, Synagogen, Kirchen und Kapellen, um sich gemeinsam ihres Glaubens zu vergewissern, gemeinsam Gott zu loben und von ihm zu hören.
In Burgoberbach haben wir die Besonderheit, dass eine Schul-Aula für kurze Zeit zum Gottesdienstraum wird, wo das alles geschieht. Vorher und nachher ist da nur Schule mit allem, was zu einer Schule gehört, mit Kindern und Lehrern, mit Klassenzimmern, Tafeln und Schulbänken.
Aber alle 14 Tage ereignet sich dort für für eine gute Stunde etwas Besonderes: Da kommen Menschen aus der ganzen Region und feiern miteinander Gottesdienst in einer guten Atmosphäre. Und sie kommen, weil sie in ihrem Leben Gottes Güte erfahren haben und ihm jetzt dafür danken möchten. Sie kommen, weil sie krank waren und wieder gesund geworden sind und Gott dafür loben möchten. Sie kommen weil ihre Partnerschaft oder Ehe wieder heil geworden ist. Weil die Beziehungen in der Familie wieder funktionieren. Oder auch, weil das alles eben nicht so ist und sie darum dringend Gottes Beistand und Kraft brauchen, damit sie die Durststrecken des Lebens überwinden können.
Doch, es ist gut allein zu beten, allein in der Bibel zu lesen und dabei über Gott nachzudenken und die Rolle, die er in Ihrem / Deinem Leben spielt. Aber es ersetzt nicht das Erlebnis der Gemeinschaft. Und darum freuen meine Frau und ich uns, wenn wir Sie / Dich das nächste Mal wieder zum Gottesdienst in unseren Kirchen oder zum Lichtblick in der Aula der Schule in Burgoberbach begrüßen dürfen. Er wird Ihnen / Dir gut tun.

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!

Hans Löhr

Freitag, 8. Oktober 2010

Wind & Feuer ebl

A. Losung: Du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern. Psalm 104,4

B. Lehrtext:
Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit. Epheser 1,11-12


Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde,

heute ist ein Ausschnitt aus einem begeisterten Lied über unsere schöne Welt die biblische Losung des Tages: "Du, Gott, machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern." (Psalm 104,4) Im reinigenden Sturm, in tanzenden Flammen, im klaren Licht, in wunderbaren Wokenformationen, im glitzernden Wasser sieht der Komponist unseres Psalms Spuren davon, wie genial Gott ist.
Auch der heutige Lehrtext bezieht sich auf die Genialität unseres himmlischen Vaters, diesmal stehen aber wir Menschen im Zentrum: "Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit." (Epheser 1,11-12) Die freie Bibelübersetzung 'Willkommen daheim' übersetzt diese Verse als ein Gebet, in das ich einstimme: "Wir preisen dich dafür, Vater, dasss du bei all dem, was du vorhast, auch an uns gedacht hast. Wir, die wir schon jetzt unsere ganze Hoffnung auf Jesus setzen durften und einen festen Platz in deinem Heilsplan haben, preisen deine Herrlichkeit. Amen."

Einen innerlich und äußerlich sonnigen Tag wünscht Ihnen / Euch

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ein Donnerstag von Gott ebl

A. Losung: Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern! Psalm 105,1

B. Lehrtext:
Wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland. Johannes 4,42

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

es gibt Tage, da schlägt mir der graue Himmel oder eine ärgerliche Begebenheit mächtig auf's Gemüt - und dann lese ich die Bibelworte von heute:
"Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!" - so steht es im Alten Testament im Psalm 105 und der Evangelist Johannes kennt auch den Grund für eine fröhliche oder zumindest gelassene Lebenshaltung: "Wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland." (Johannes 4,42)
"Na prima", denke ich mir, "eigentlich ist mir gerade so gar nicht danach zumute: Gott dankbar sein, mit ihm im Gebet reden, fröhliche Botschafterin seiner guten Nachricht sein." Und immer wieder werde ich auf wunderbare Weise aus dieser Ablehnung mit einem ganz kleinen und leichten Handgriff erlöst: Ich drücke auf 'play' am CD-Spieler und lasse mich von einem Lied auf der Lobpreis-CD mitnehmen. Nach ein paar Takten singe ich selber mit und im besten Fall bleibt mir das Lied als schöner Ohrwurm den ganzen Tag im Sinn - und ich kann ihn gut bestehen, "diesen Donnerstag, den der Herr macht."

Liebe Grüße Ihnen und Euch

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Unverdiente Hilfe ebl

A. Losung: Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Jeremia 14,7

B. Lehrtext:
Auch wenn das Herz uns verurteilt: Gott ist größer als unser Herz und erkennt alles. 1.Johannes 3,20

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

als Losung für heute lesen wir bei einem der Propheten im Alten Testament: "Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen!" (Jeremia 14,7)
Wir würden heute sinngemäß wohl so beten: "Ach Gott, ich weiß, dass ich in diesem oder jenem Fall Mist gebaut habe. Und jetzt bade ich die Folgen aus - und bitte dich trotzdem: Hilf mir! Auch wenn ich nur zu gut weiß, dass ich mir die Suppe selber eingebrockt habe ..."

Im Lehrtext aus dem Neuen Testament lesen wir zu diesem Thema: "Wenn unser Herz uns anklagt, weil unsere Liebe doch immer Stückwerk bleibt, (...) dürfen wir wissen: Gott ist größer als unser Herz und weiß alles, er kennt unser Bemühen wie unsere Grenzen." (1.Johannes 3,20)

Damit ist das Stichwort gegeben: "Unser Bemühen". Mehr will Gott, unser Freund und Lebensbegleiter, nicht. Weil er weiß, dass wir Schwächen und Grenzen haben, die wir in diesem Leben nicht loswerden. Das, was darüber hinaus geht, ist Gottes Sache. Bauen wir auf seine Vergebungsbereitschaft und seine Fähigkeit, uns auch dann helfend unter die Arme zu greifen, wenn wir es nicht 'verdient' haben.

Trotz grauer Nebelschwaden viel Sonne im Herzen wünscht Euch / Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 5. Oktober 2010

Augenstern ebl

Losung: Gott behütete sein Volk wie seinen Augapfel. 5. Mose 32,10

Lehrtext:
Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. 1. Johannes 4,16



Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

als unsere Kinder noch klein waren, habe ich sie manchmal abends am Bett noch einen Satz vollenden lassen, der sich ihnen ganz tief einprägen sollte: "Und nie vergessen: Du bist mein ----- ?" "Augenstern!" kam es von beiden, ohne überlegen zu müssen.
Diese Szene sehe ich vor meinem inneren Auge, wenn ich die heutige Tageslosung lese: "Gott behütete sein Volk wie seinen Augapfel." (5.Mose 32,10) Gott ging mit den Israeliten durch Niederlagen und Triumphe, er ließ sie nicht aus den Augen und blieb an ihrer Seite. Mit Jesus ist diese Liebe Gottes von einem auserwählten Volk auf uns alle übergegangen, die wir uns zu Gott zugehörig wissen.
Im Lehrtext lesen wir: "Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat." (1.Johannes 4,16) Damit wir ansatzweise ahnen können, was das bedeutet, dürfen wir die Gefühle, die wir geliebten Menschen entgegen bringen und sie uns, als helfendes Beispiel nehmen. Nur eines sollten wir dabei nicht vergessen: Sie sind nur ein Abglanz dessen, was Gott für uns einzusetzen bereit war und bereit ist.

Zieht daraus die Kraft für den heutigen Tag.

Ihre / Eure
Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 4. Oktober 2010

Sag's deinem Gesicht! hl

A. Losung: Herr, lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen. Psalm 40,17

B. Lehrtext:
Jesus sprach: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Lukas 19,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

nein, es genügt nicht, dass du es in deinem Kopf weißt, dass Gott dir in deinem Leben schon viel Gutes getan hat. Du musst es auch deinem Gesicht sagen. Freilich, jeder ist mal schlecht drauf. Jeder lässt mal den Kopf und die Mundwinkel hängen. Und eine aufgesetzte Fröhlichkeit macht noch keinen Christen aus. Aber ein Trauerkloß auch nicht. Und ein moralinsaures Zeigefingerchristentum erst recht nicht.
Evangelium heißt auf Deutsch Froh
-Botschaft und nicht Droh-Botschaft. Das Leben ist schon ernst genug, da soll wenigstens der Glaube Freude machen. Der Teufel und seine Gesellen kennen nur die Schadenfreude. Gott aber freut sich aufrichtig über jeden, der zu ihm findet und kommt ihm in Jesus entgegen. Grund genug, das auch deinem Gesicht zu sagen.
Gottes Freude spiegelt sich im Angesicht Jesu. Das wirkt befreiend und ansteckend. So hat es der betrügerische Steuereintreiber Zachäus erlebt und hat ein großes Freudenmahl gegeben, nachdem Jesus ihn vom Baum der Einsamkeit geholt hatte. Und das will er auch bei dir tun. Er will dein Gast sein und, wenn du magst, dein Dauergast.
Freilich, jeder ist mal schlecht drauf. Jeder lässt mal den Kopf und die Mundwinkel hängen. Ein Christ aber nur auf Zeit. Dafür macht uns Gott einfach zu viel Freude..

Er segne Sie / Dich in der neuen Woche!

Hans Löhr

Freitag, 1. Oktober 2010

Brocken in der Suppe hl

Losung: Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verlässt, sooft er dich den rechten Weg leiten will. Jeremia 2,17

Lehrtext:
Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Johannes 3,36



Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal rühren wir missmutig in unserer Lebenssuppe. Sie schmeckt vor allem dann nicht, wenn wir sie uns selbst eingebrockt haben. Dann müssen wir sie auch auslöffeln.
Was man sich da eingebrockt hat, weiß jeder selbst am besten: Wir haben falsche Entscheidungen getroffen und müssen nun mit den Folgen leben. Wir haben uns nicht richtig verhalten. Jetzt lassen die anderen uns das spüren. Unser Lebenswandel lässt zu wünschen übrig: zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol oder Süßigkeiten, zu wenig Bewegung, zu wenig Gemüse und zu viel Fleisch. Jetzt müssen wir es büßen. Wenn - dann, so heißt das Naturgesetz der Kausalität.
In der Bibel ist vom Tun-Ergehen-Zusammenhang die Rede: Was du tust oder unterlässt wirkt sich darauf aus, wie es dir ergeht. Das leuchtet ein und stimmt auch mit unserer Erfahrung überein.
Aber merkwürdiger Weise gibt es auch etwas anderes. Du hast die falsche Berufswahl getroffen, aber das lässt sich korrigieren. Die ungesunde Lebensweise hat dich krank gemacht, aber du wirst wieder gesund. Du hast einen anderen beleidigt, aber er verzeiht dir ...
Hier kommt der Glaube, besser, hier kommt Gott ins Spiel. Es stimmt schon, wenn du nicht nach ihm fragst, gehst du leicht in die Irre. Aber wie der Hirte sein verlorenes Schaf sucht, so sendet Gott Christus, um dich zu ihm zurück zu bringen. Er ist es, der dir jeden Tag eine neue Chance gibt. Denn seine Treue und Gnade ist jeden Morgen neu. Gott ist immer für Überraschungen und Wunder gut, auch in deinem Leben. Verhängnisvoll ist nur das eine, wenn du dem lebendigen Gott und mit ihm Jesus Christus den Rücken kehrst und dich von ihm nicht mehr finden lassen willst. Dann hast du dich selbst von der Quelle des Lebens abgeschnitten und musst sehen, wie du allein zurecht kommst. Dann musst du die Suppe selber auslöffeln, die du dir eingebrockt hast, bis auf den Grund.

Herzliche Grüße

Hans Löhr