Donnerstag, 24. Mai 2018

Schlüsselgeschichten hl

Losung: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Psalm 32,1 

Lehrtext Jesus sagt über die Frau: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Lukas 7,47 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Geschichte, aus der der heutige Lehrtext kommt, ist eine Schlüsselgeschichte. Sie steht nicht für sich, sondern mit ihr und ähnlichen Schlüsselgeschichten, Schlüsselpsalmen und Schlüsselworten der Propheten (siehe unten) kannst du dir die ganze Bibel erschließen. Sie gibt dir einen Einblick in das Herz von Jesus und damit in das Herz Gottes. Vielleicht sollte man darum solche Geschichten auch Herz-Gottes-Geschichten nennen. Sie zeigen uns sein wahres Wesen. Alles was sonst in der Bibel im Alten wie im Neuen Testament von und über Gott gesagt wird, muss sich daran messen lassen. Alles was mit solchen Geschichten vereinbar ist, ist von allergrößter Bedeutung für den Glauben und damit auch für das Leben. Was sonst noch in der Bibel steht und damit nicht vereinbar ist, kannst du getrost hintanstellen. Denn die Tatsache, dass irgendein Wort in der Bibel steht, bedeutet noch nicht viel. Entscheidend ist, ob in ihm Gott aufleuchtet, wie wie er in Jesus zu uns Menschen gekommen ist und kommt. Das gilt auch für Losung und Lehrtext. Vieles was sonst noch in der Bibel steht, ist vielleicht nützlich und interessant zu lesen. Aber Gebote und Verbote, Laster- und Tugendkataloge und was es sonst noch für moralische Vorschriften gibt, das kannst du auch in anderen Religionen und deren heiligen Büchern finden. Dafür hat es Jesus nicht gebraucht. Aber auch eine Geschichte wie die, auf die der Lehrtext hinweist, bringt dir nicht viel, wenn du sie nur kennst, vielleicht sogar auswendig vortragen kannst oder gar nach allen Regeln der theologischen Wissenschaft auszulegen imstande bist. Das ist bestenfalls eine Vorstufe. Entscheidend ist, dass dich die Schlüsselgeschichten der Bibel im eigenen Herzen berühren. Dann beginnen sie zu leuchten. Dann beginnen sie zu wirken und verändern Menschenleben.
     
Und nun zur Schlüsselgeschichte mit dem heutigen Lehrtext. 
     Eine Hure, eine von den Frauen, die bis heute verachtet werden, sieht in ihrem dunklen Leben plötzlich Licht. Sie hört von einem Mann, der so ganz anders ist als alle anderen zu ihrer Zeit. Sie hört, was er von Gott sagt und wie er mit Menschen umgeht, die am Rand der Gesellschaft leben wie sie, mit solchen, die körperlich und seelisch krank sind oder die man wegen ihres schlechten Rufs Sünder nennt. Vielleicht hat sie sich auch, wie der betrügerische Zachäus (Lukas 19,1-10), einmal unter die Menschenmenge geschmuggelt, um mit eigenen Augen zu sehen, wer und wie Jesus ist. Und dann spürt sie, wie in ihr eine Liebe zu diesem Mann wächst, eine Liebe, die sie sich nicht erklären kann, die sie weinen lässt, wenn sie nur an ihn denkt. Für ihn, so fühlt sie, bin ich nicht Luft. Er verachtet mich nicht. Er stößt mich nicht weg. Er macht mir keine Vorhaltungen und belehrt mich nicht. Vielleicht kann er mein kaputtes Leben heilen. Und die Liebe zu ihm, die in ihr wächst, wird so groß und stark, dass sie ihre Scheu und Angst überwindet. Sie begeht einen unverzeihlichen, gesellschaftlichen Tabubruch. Sie geht trotz ihres schlechten Rufs einfach in das Haus des hochgestellten Pharisäers Simon und zeigt Jesus ihre Liebe und Verehrung. Sie fällt zu seinen Füßen auf den Boden und weint und weint. Sie trocknet mit ihren Haaren die Tränen von seinen Füßen und salbt sie mit kostbarem Salböl. Nein, sie bittet nicht um Vergebung. Sie bittet nicht darum, in die gutbürgerliche Gesellschaft aufgenommen zu werden. Wie sollte sie auch angesichts der Lehre ihrer Religion darauf hoffen können? Alles was sie will, ist, ihm zu zeigen, wie sehr sie ihn liebt, wie wichtig er für sie ist, was er ihr bedeutet. Und Jesus? Er lässt sich diesen zweideutigen Auftritt gefallen. Mehr noch, er stellt die Hure dem ehrenwerten, tadellosen Pharisäer als leuchtendes Beispiel vor Augen, was Liebe ist und was sie vermag und sagt: »Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben; und darum hat sie mir so viel Liebe erwiesen. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.« Zu der Frau sagte Jesus: »Deine Sünden sind dir vergeben. Geh in Frieden. Dein Vertrauen (Glaube) hat dich gerettet!« (Lukas 7,47-50)
     Liebe Leserin, lieber Leser, es ist nicht das Glaubensbekenntnis, das uns rettet und hilft. Es sind nicht die kirchlichen Dogmen. Es ist die Liebe zu Gott wie er sich uns in Jesus zeigt. Es ist die Liebe zu dem, der uns zuerst geliebt hat (1. Johannes 4,19). Es ist deine und meine Liebe, die wir darauf vertraut, dass Gott uns vorbehaltlos annimmt und eine neue Chance gibt (vergibt). Es ist die Liebe jener Hure mit der auch ich ihn lieben soll und will. So kommt sein heilendes Licht in mein Leben, auch und gerade in meine dunklen Ecken.

Gebet: Herr, deine Liebe heilt. Du schenkst sie allen, die ihrer bedürfen und sich danach sehnen. Du stillst mein Verlangen, verstanden und anerkannt zu werden, Du hältst bei mir aus, hilfst mir meine Lasten tragen und gehst mit auf meinem Lebensweg. Du hältst deine schützende und segnende Hand über mir. Das alles erfahre ich, wenn ich dich wiederliebe. Ja, Herr, das will ich. Nichts soll mich daran hindern. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Eine kleine Auswahl biblischer Schlüsselgeschichten, -psalmen, -worte: Psalm 23; Psalm 63; Psalm 139; Psalm 145 (jeweils ohne die Vergeltungswünsche), Jesaja 25; Micha 4,1-5,
Lukas 4,14-44; Markus 2,23-27; Lukas 6,27-35; Lukas 10,25-37; Markus 10,46-52; Lukas 15,11-32; Matthäus 19,13-15; Johannes 13,1-15; Kolosser 1,15-17
[auch die Schlüsselgeschichten des Alten Testaments müssen von den Schlüsselgeschichten des Neuen Testaments korrigiert werden. Vergleiche z.B. Lukas 4,16-19 mit Jesaja 61,1-2]

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 23. Mai 2018

Von der Kraft der Geduld und ihrer Grenze hl

Losung: Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt. Sprüche 16,32 

Lehrtext: Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander. Römer 14,19  

Liebe Leserin, lieber Leser,

was soll man noch viel zum heutigen Losungswort sagen? Geduld und Selbstbeherrschung gelten seit jeher und überall als Tugenden in nahezu allen Lebensbereichen. Und es bleibt wohl für jeden eine lebenslange Aufgabe, Geduld zu bewahren und sich in Selbstbeherrschung zu üben - für mich jedenfalls. Beide Seelenkräfte kommen eher unscheinbar daher und entfalten doch eine starke Wirkung. Sie entscheiden über Gelingen und Misslingen, Sieg und Niederlage. Ich glaube, dass wir uns ohne sie nicht ertragen und auch nicht lieben könnten und dass Gott das vielleicht auch nicht könnte. Darum spricht man nicht zu Unrecht von der "göttlichen" Geduld, die erst Raum schafft für Barmherzigkeit, Gnade und Liebe. Ein Uhrmacher braucht viel Geduld, ein Schachspieler, eine Gärtnerin. Am meisten Geduld aber brauchen Eltern. Oder braucht man mit sich selbst nicht noch mehr Geduld, täglich und lebenslang? 
     Beherrsche dich selbst und du bist ein König, andernfalls ein Sklave. - Klingt gut, oder? Diesen Satz kannst du bedenkenlos in ein Poesiealbum für kleine Mädchen schreiben. Aber auch Geduld und Selbstbeherrschung haben ihre Grenzen, wenn Missstände nicht mehr länger ertragen werden dürfen. Wir Theologen sprechen gern von Jesus als dem sanften Lamm Gottes, das geduldig "die Sünd' der Welt" trägt. Aber er hat auch in heiligem Zorn die Tische der Geldwechsler im Tempel umgeschmissen und die Händler mit ihren Opfertieren davongejagt und, wie vor seiner Zeit schon der Prophet Jeremia, hat er gebrüllt: "Dieses Haus ist zum Beten für alle da und ihr habt aus ihm eine Räuberhöhle gemacht!"  (Markus 11,17) Das erfuhren die Bischöfe, Pfarrer, Theologieprofessoren und "die Angesehensten des Volkes" (!) und sie, die religiösen und politischen Führer, trachteten danach, dass sie ihn umbrächten (Markus 11,18, Lukas 19,47). 
     Und noch etwas. Hätte es jemals die Reformation gegeben, wenn Martin Luther ein so geduldiger und beherrschter Mensch gewesen wäre? Wenigstens in Ausnahmefällen muss der Geduldsfaden auch mal reißen und muss man der Empörung freien Lauf lassen. Darum sollten auch die Mächtigen die Geduld derer, über die sie Macht haben, nicht allzu sehr auf die Probe stellen.
     Doch, der Apostel Paulus hat schon recht, dass man in der Regel »nach dem streben soll, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander« (Lehrtext). In der Regel; denn auch Paulus konnte ganz schön heftig und aufbrausend werden.

Gebet: Herr, ich danke dir für die Geduld, die du mit mir hast. Ich hätte sie nicht. Doch du bist langmütig und barmherzig. Du verstehst und verzeihst. Das soll mich motivieren, mit meinen Mitmenschen und mit mir selbst geduldiger zu sein. Gib mir die Weisheit zu unterscheiden, wann Geduld nötig ist und wann sie ein Ende haben muss. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 22. Mai 2018

Von der Kraft der Schwachen hl

Losung: Wenn ich schwach bin, so hilft mir der HERR. Psalm 116,6 

LehrtextPaulus schreibt: Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. 2.Korinther 12,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     als meine Kinder klein waren und beim Spazierengehen müde wurden, habe ich sie öfter, wie das ein Vater eben so tut, auf meinen Schultern getragen. Sie hatten kein Problem damit, sich und mir ihre Schwäche und Müdigkeit einzugestehen. Sie haben sich einfach darauf verlassen, dass sie schon getragen werden, wenn die Kräfte sie verlassen.
     Warum nur tun wir Erwachsene uns so schwer, in Gegenwart anderer auch mal schwach zu sein bzw. Schwäche zu zeigen? Gerade Männer beißen lieber die Zähne zusammen und leiden als sich oder anderen einzugestehen, dass sie im Grunde nicht mehr können. Schließlich will man ja kein Weichei sein, kein Softie, kein Warmduscher oder wie die Ausdrücke alle heißen, sondern ein echter Kerl. Ich kenne das auch von mir. Besonders intelligent ist ein solches Verhalten nicht, weil man weder sich noch anderen nützt, wenn man sich überfordert hat. Aber wann sind wir Männer schon intelligent, wenn sie meinen, anderen imponieren zu müssen?
     Gott jedenfalls brauche ich bestimmt nicht zu imponieren, am wenigsten mit meiner Kraft. Vor ihm darf jeder schwach sein. Auf ihn darf jeder vertrauen, dass ihm dann geholfen wird. Denn was ein menschlicher Vater kann, kann unser himmlischer Vater sowieso. Er hat uns bisher immer wieder getragen gerade dann, wenn wir das gar nicht gemerkt haben. Er wird das auch in Zukunft tun. Wie heißt es in der Bibel? So spricht der Herr: „Ja, ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet. Ich will es tun, ich will heben und tragen und erretten.“ (Jesaja 46,4)
     Den Apostel Paulus im heutigen Lehrtext verstehe ich so, dass man auch mal schwach sein können muss, um die Kraft Jesu Christi zu spüren genauso wie man beim Beten auch mal schweigen muss, um Gott reden zu hören. Paulus hat am eigenen Leib erfahren, was Jesus Christus gesagt hat und was seitdem viele getröstet hat: »Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.«

Gebet: Herr, du hast mir dein Versprechen gegeben, dass du mich tragen willst bis an mein Lebensende. Darauf verlasse ich mich wie sich meine Kinder darauf verlassen haben, dass ich sie trage, wenn sie nicht mehr können. Meine Kraft ist begrenzt. Mit ihr komme ich nicht weit. Aber dein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Daraus schöpfe ich immer wieder neue Energie und Zuversicht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 21. Mai 2018

Bin ich ein Christ? hl

Losung: Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer. Sprüche 14,31 

LehrtextEure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Philipper 4,5 

Warnung! Nicht weiterlesen, wenn du in den heutigen Bibelworten Trost und Erbauung suchst!

Liebe Leserin, lieber Leser,

ungefähr 2500 Jahre ist unser Losungswort alt. Lassen wir die ersten 500 Jahre mal beiseite und nehmen nur die letzten 2000 Jahre Christentum. Wie verhielt es sich da mit der Gewalt gegen Geringe? (Losung)
- Im allerchristlichsten Russland waren die Bauern bis Anfang des 20. Jahrhunderts Leibeigene der adeligen Großgrundbesitzer, die man nach Lust und Laune ausbeuten, schlagen und nach Sibirien deportieren konnte. 
- In den allerchristlichsten Südstaaten der USA wurden offiziell bis ins 19. und inoffiziell bis ins 20. Jahrhundert Menschen aus Afrika versklavt, mit Bullenpeitschen geschlagen, gefoltert, misshandelt, missbraucht, erniedrigt und manchmal willkürlich getötet. 
- Im allerchristlichsten Deutschland, im Land von Luther, Goethe und Immanuel Kant,  herrschte bis vor 73 Jahren ein politisches System, das Millionen Menschen als Untermenschen denunzierte, in Kriegsgefangenen- und Konzentrationlagern versklavte und in Vernichtungslagern vergaste und verbrannte. Darunter allein 1.200.000 Kinder, einemillionzweihunderttausend. In dieser Zeit wurden auch in in den Dörfern unserer Kirchengemeinde die behinderten deutschen Kinder abtransportiert und in der Kreisstadt Ansbach zu tausenden tot gespritzt, mit Krankheitserregern infiziert oder man hat sie einfach verhungern und an Entkräftung sterben lassen. Das geschah durch Christen unter den Augen der evangelischen wie katholischen Kirche, zum Teil mit deren Billigung.
     In allen diesen Ländern gab es zu jenen Zeiten Bibeln, in denen unser heutiges Losungswort stand oder auch der Lehrtext. Gab es Pfarrer und Priester, die die Nächstenliebe predigten. Wie war, wie ist sowas möglich? Wie konnten getaufte Menschen in christlichen Ländern nur solche Gräueltaten verüben? Warum sind noch immer so viele Christen in den Vereinigten Staaten, in Südafrika und auch in unserem Land rassistisch? Warum nur haben die Kirchen so erbärmlich versagt, auch meine Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern? Und wie geht es den Geringen in christlichen Ländern heute?
     Offenbar bedeutet es gar nichts, wenn ich Mitglied einer Kirche bin und nicht auch Mitglied einer Gemeinschaft, die Gottes Heiliger Geist stiftet. Offenbar bedeutet es gar nichts, wenn bei der Taufe mein Kopf nass gemacht wurde, aber mein Herz nicht getauft wurde. Offenbar bedeutet es gar nichts, wenn in den Kirchen religiöse Riten und Rituale gefeiert werden, aber der persönliche Glaube dabei keine Rolle spielt.
     Nein, Christen sind nicht solche, die getauft und Mitglied einer Kirche sind, die Weihnachten feiern und Kirchensteuer zahlen, die ihre Kinder konfirmieren lassen und Kreuze als Folklore aufhängen. Christen sind, die in den "Geringen" unter ihren Mitmenschen Gott ehren und ihm dienen (Matthäus 25). Die wissen, dass vor Gott alle gleich sind und darum auf jede Form von Überheblichkeit verzichten. Die es nicht ertragen können, wenn einem anderen Unrecht geschieht. Die Gewalt verabscheuen und sich davor hüten, andere mit Worten und Taten zu verletzen. Die nicht vergessen, was wir Menschen Gott angetan haben, als er in Jesus zu uns kam, um uns seine Liebe zu schenken ... 
     Bin ich ein Christ? Oder tue ich nur so?

Gebet: Herr, ich möchte mich nicht nur mit dem Mund zu dir bekennen, sondern auch mit meinem Leben. Damit das wenigstens ansatzweise gelingt, musst du mir immer wieder mein Versagen vergeben. Gib mir den Willen und die Kraft , hilfsbereit zu sein gegenüber denen, die meine Hilfe brauchen. Barmherzig zu denen, die darauf angewiesen sind. Gütig auch zu denen, die meine Güte nicht verdienen. So will ich dir nachfolgen so gut ich kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 20. Mai 2018

Was darf ich hoffen? (Predigt) hl

Die etwas andere Pfingstpredigt von Hans Löhr
Bibelwort: Jesaja 25, 6-9 (neue Übersetzung)

Liebe Freunde,

heute rede ich zu euch über die Frage „Was darf ich hoffen?“. Jeder von uns denkt immer wieder einmal darüber nach, was wohl die Zukunft bringt. Und jeder denkt darüber nach, was nach dem Tod sein wird. Wird dann alles aus sein? Kommt dann das große schwarze Loch, in dem alles verschwindet? Oder gibt es ein Leben nach dem Tod? Und wenn ja, wie wird das wohl sein?
Das wäre schon interessant, wenn ich jetzt jeden einzelnen von euch fragen könnte, welche Antworten er gefunden hat oder ob er es aufgegeben hat, auf diese Frage überhaupt eine Antwort zu finden. Und darum stelle ich jetzt die Frage noch einmal: „Was darf ich hoffen?“
Kann ich denn über die Grenze des Todes hinaus einen Blick werfen? Mit den Augen der Vernunft und des Verstandes gelingt mir das nicht. Aber vielleicht mit den Augen der Hoffnung?
Wer weit blicken will, wer über den Horizont des Alltags hinausschauen will, muss hoch hinauf, muss auf einen Berg steigen. Von da sieht er Dinge, die die Menschen im Tal nicht sehen.
2006 sind meine Frau und ich mit einer gemeinsamen Freundin auf den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo gestiegen. Man braucht dazu keine besonderen bergsteigerischen Fähigkeiten. Man braucht etwas Kondition und vor allen Dingen Zeit, vier bis fünf Tage für den Aufstieg, damit sich der Körper allmählich an die große Höhe gewöhnen kann. Immerhin geht es auf fast 6000 Meter hinauf, doppelt so hoch wie die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg.
Auf die Einzelheiten gehe ich jetzt nicht ein, da im Rahmen einer Predigt nicht die Zeit dazu ist. Nur so viel kann ich sagen: Es war in der dünnen Luft anstrengend, unglaublich anstrengend.
Die letzte Etappe zum Gipfel begannen wir um Mitternacht, damit wir zum Sonnenaufgang oben sein konnten. Und als es dann im Osten, über dem indischen Ozean dämmerte, wusste ich, dass sich die Mühen gelohnt hatten. Lange vor den Menschen, die in den Ebenen Tansanias leben, sahen wir das Licht. Während unten noch alles dunkel war, ging uns die Sonne auf. Wir waren überwältigt von dem Erlebnis und jeder von uns lobte und dankte Gott auf seine Weise.
Heute nun steige ich mit euch auf den Berg der biblischen Verheißung, von dem aus wir über den Horizont des Todes hinausblicken können, hinein in Gottes neue Welt. Dort, wo der Morgenglanz der Ewigkeit alles überstrahlt. Ich lese euch jetzt diese Verheißung aus dem Buch des Propheten Jesaja einmal vor. Ihr könnt den Text an der Leinwand mitlesen und von da an, wo „alle“ geschrieben steht, bitte ich euch laut mitzulesen:
Es wird geschehen:
Der Herr, der Herrscher der Welt,
wird den Trauerschleier zerreißen, der allen Völkern das Gesicht verhüllt;
er wird das Leichentuch wegziehen, das über den Nationen liegt.
Von jedem Gesicht wird er die Tränen abwischen.
und den Tod wird er für immer vernichten
Für alle Völker wird er ein Festmahl geben mit feinsten Speisen und besten Weinen.
Der Herr, der mächtige Gott, hat es versprochen!
An jenem Tag wird man sagen:
(alle) »Er, der Herr, ist unser Gott!
Auf ihn hatten wir unsere Hoffnung gesetzt und er hat uns die Rettung gebracht;
wir haben nicht vergeblich gehofft.
Nun können wir voll Freude singen, weil er unser Erlöser ist!«

Das, liebe Freunde, ist der hohe Berg, von dem aus wir sehen, was wir hoffen dürfen, Gottes neue Welt. Das habe nicht ich mir ausgedacht. Das steht so in der Bibel. Natürlich sind das menschliche Bilder für das, wofür wir Menschen keine Worte haben. Auch der Prophet Jesaja wusste, dass er von menschlichen Vorstellungen sprach, damit die Israeliten ihn auch verstanden. Ja, diese Sprachbilder sind noch nicht die Sache selbst. Aber sie enthalten eine göttliche Wahrheit. Denn sie sagen:
‚Habt keine Angst vor dem, was sein wird. Habt auch keine Angst vor dem Tod und dem was danach kommt. Freut euch vielmehr, dass ihr in Gottes unmittelbarer Gegenwart sein und mit ihm das große Fest feiern werdet. Er wird euch nicht verurteilen wegen eurer Schuld. Er wird euch nicht bestrafen wegen eures Versagens. Ihr müsst in keinem Fegefeuer brennen und vor keiner Hölle euch fürchten.
Stattdessen wird Gott den Schleier der Trauer zerreißen und das Leichentuch wegziehen. Er wird die Tränen trocknen und den Tod töten. Und er wird euch einladen zum großen Freudenmahl mit besten Speisen und köstlichem Wein. So werdet ihr‘, sagt diese Verheißung, ‚so werdet ihr eure Befreiung feiern, die Erlösung aus allem Bösen und dem Tod. So werdet ihr mit allen Geschöpfen Gottes das Leben feiern und die Liebe, die euch Gott mit Jesus geschenkt hat. Dann wird er alles vollenden, was er einst begonnen hat. Dann wird alles gut.‘
Und was der Prophet Jesaja in seiner Bildersprache sagt, soll jetzt nicht nur so dahingesagt sein. Was wir auf dem Berggipfel seiner Verheißung sehen, das wollen wir jetzt in diesem Gottesdienst vorwegnehmen. Wollen es darstellen und spielen. So wollen wir hören, sehen und schmecken, was wir hoffen dürfen.
Denn darum geht es: Wir müssen uns nicht vor einem bösen Ende fürchten. Wir dürfen auf einen neuen und guten Anfang hoffen. Denn das himmlische Licht aus Gottes neuer Welt strahlt in unsere alte Menschenwelt. Wenn das Alte vergangen ist, wird Gott mit seinen Geschöpfen neu beginnen. Das macht uns Hoffnung und Lebensmut.
Um diese Bibelworte darzustellen, brauche ich jetzt Gerd, der sich auf diesen Tisch legen soll. Gerd, du bist jetzt für ein paar Augenblicke tot. Aber dann, Gerd, aber dann… Lass dich überraschen. Christine bitte ich, sich neben ihn zu stellen und ihr mit einem Trauerschleier bedecktes Gesicht in ihren Händen zu verbergen. Und dich, Gerhard, bitte ich, dass du die biblische Verheißung noch einmal vorliest, so langsam, dass alles geschehen kann, was die Worte sagen:
[Das Vorlesen beginnt: Schleier wird zerrissen, Tuch wird weggezogen, Tränen werden getrocknet, Totenkopf auf Papier wird zerknüllt und in einer Blechbüchse verbrannt, alle kommen nach vorn, bekommen einen Schluck Wein, erheben ihr Glas auf Gott den Vater, Jesus den Sohn und den Gott den hl. Geist und preisen ihn mit einem „Halleluja – Gelobt sei Gott!“]
  Ja, liebe Freunde, das dürfen wir hoffen, für uns und die ganze Welt. Nicht das Böse wird triumphieren, sondern Gott. Er ist unsere Sonne. Sie geht auf über der Nacht des Todes und schenkt uns neues Leben. Wir hoffen nicht vergeblich. Darum loben wir den großen König und singen:
[Alle singen, wo sie gerade stehen, das Lied „Zehntausend Gründe“:]
Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing, bete den König an!
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn Und bete den König an!
Ein neuer Tag und ein neuer Morgen und wieder bring ich dir mein Lob,
Was auch vor mir liegt, und was immer auch geschehen mag -
Lass mich noch singen wenn der Abend kommt! …
Komm und lobe …]
[HL spricht mitten unter den Gottesdienstgästen das Schlussgebet und den Segen]

Samstag, 19. Mai 2018

Gott heilt, was zerbrochen ist hl

Losung: Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Psalm 147,3 

LehrtextJesus ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften. Lukas 9,11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, ich glaube, das stimmt, was die heutige Losung sagt. Dieses Wort wurde deshalb in die Bibel aufgenommen und steht noch heute in ihr, weil viele Menschen damals wie heute diese Erfahrung machen: »Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden«. Doch in dem Augenblick, wo das so ist, wo in dir etwas zerbrochen ist und deine seelischen Wunden bluten, ist das schwer zu glauben. Da überlagert der Schmerz den Glauben, das Leid die Hoffnung, die Angst das Vertrauen. Da helfen auch keine billigen Trostworte. Keine Aufforderungen zum Beten. Das aber kann helfen, dass einer den andern in den Arm nimmt, still für ihn betet und schweigend bei ihm aushält, ohne ihn mit Ratschlägen zu erdrücken. So kommt Gott von einem zum andern. So beginnt Heilung: leise, langsam, behutsam.
     Gott hat viele Möglichkeiten, Menschen in ihrer seelischen Not zu helfen. Doch die, dass ein Mensch dem andern beisteht, ist eine seiner wirksamsten. Er ist vor allem ein heilender Gott. Er heilt, was zerbrochen ist. Das macht ihn aus. Das zeigt sich in Jesus. 
     In ihm kommt er zu uns. An ihm sehe ich, dass ich nicht zurückgewiesen werde, wenn ich seine Hilfe brauche (Lehrtext). Er hat die Menschen damals geheilt. Er heilt auch mich heute. Gut, wenn mir das klar ist, bevor ich in eine Notlage komme. Dann weiß ich, woran ich mich halten kann, wenn ich jemand brauche, der hilft und heilt.
     Und noch ein letzter Gedanke: Es gibt Krankheiten, die sind, wie man so sagt, nicht heilbar. Doch ich kenne Patienten, deren Seele gesund ist und die es gelernt haben, ihre Krankheit anzunehmen und damit zu leben. Aber es gibt auch Krankheiten wie die Demenz, vor der wir alle Angst haben, die uns unsere Ohnmacht spüren lässt. Sie fordert uns heraus, einander nicht im Stich zu lassen, den Kranken ihr Los zu erleichtern und sie als Aufgabe Gottes an uns Gesunde anzunehmen. Sie fordert uns heraus, in unseren guten Tagen demütiger zu werden und alles, auch was wir nicht verstehen und nicht beherrschen, in seine Hand zu legen.

Gebet: Herr, warum gehört Kranksein zum Leben? Ich finde darauf keine Antwort. Aber ich weiß, dass du mir, wenn ich krank war, besonders nahe gekommen bist. Mich stärkt im Glauben und lässt dankbar sein, dass meine Wunden wieder heilten und ich immer wieder gesund geworden bin. Sei du bei denen, die dich um Heilung bitten. Hilf ihnen durch die, die sie behandeln und pflegen und segne sie beide. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 18. Mai 2018

Nach uns die Sintflut? hl

Losung: Moses trat vor Gott und sprach: Sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde! 2.Mose 32,31.32 

LehrtextWas mit Händen gemacht ist, das sind keine Götter. Apostelgeschichte 19,26 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Sie haben sich Götter von Gold gemacht.« (Losung). Wer? Die Israeliten? Oder müsste es nicht richtiger heißen "wir": Wir haben uns Götter aus Gold gemacht in unserer alles verschlingenden Gier? Unser Gott heißt „Profit um jeden Preis“, um jeden Preis! 
     Jeder, der das hier liest, kann, wenn er denn will, Bescheid wissen, wie hoch dieser Preis ist, wie es um unsere Umwelt steht, um unsere Wiesen und Felder. Um das Trinkwasser in Westmittelfranken. Um Insekten und Vögel, Rebhühner, Hasen und Igel. Um Hühner und Schweine in den Mastställen, Viehtransportern und Schlachthöfen. Um die sogenannten Hochleistungskühe in den Melkständen. Von den vielen anderen Missständen will ich gar nicht erst reden. 
     Kurz nach unserem heutigen Losungswort heißt es in der Bibel: Gott spricht »Ich werde die Israeliten für ihre Schuld zur Rechenschaft ziehen, wenn die Zeit dazu gekommen ist.« Das muss er bei uns nicht. Das besorgen wir schon selbst. Wir, und damit meine ich unsere Gesellschaft in Deutschland, wir ziehen uns schon selbst zur Rechenschaft mit allen Konsequenzen. Oder siehst du das anders, und in deinen Augen ist das alles gar nicht so dramatisch? Vielleicht hast du ja recht. Vielleicht.
     Geld regiert die Welt, sagt das Sprichwort. Gott regiert die Welt, sagt die Bibel. Was sagst du? Wer regiert dich?
Ehrlich gesagt, ich habe nicht die Kraft, aus dem "Tanz ums Goldene Kalb" (siehe Losung und ihren Zusammenhang) auszusteigen. Das beschämt mich. Somit habe ich auch nicht das Recht, mich moralisch über die zu erheben, die in der ersten Reihe "tanzen". Aber ich habe zunehmend ein ungutes Gefühl. Soll ich reden wie die Leichtsinnigen in der Bibel reden: »Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot«? (Jesaja 22,13; 1. Kor. 15,32) Oder wie es in der Neuzeit heißt: »Nach uns die Sintflut.«? Karl Marx, dessen zweihundertster Geburtstag vor kurzem begangen wurde, hat es in seinem Hauptwerk „Das Kapital“ so ausgedrückt: „Après moi le déluge! (Nach uns die Sintflut) ist der Wahlspruch jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation.“ (Wikipedia).
     Wo ist unser Moses, der vor Gott hintritt und sagt: „Vergib ihnen diese Sünde.“? 

GebetHerr, wirst du mir meine Sünde vergeben auch wenn wir beide wissen, dass ich mich daraus nicht befreien kann? Und was wird einmal mit meinen Kindern und Enkelkindern sein? Werden sie die Folgen tragen müssen, dass 'der Tanz ums goldene Kalb' immer irrer und wirrer wird? Ich gestehe dir, ich bin ratlos und hilflos. Meine einzige Hoffnung bist du, dass du uns nicht uns selbst überlässt. Du weißt den Weg, den ich nicht weiß. Du hast die Kraft, die ich nicht habe. Sei barmherzig mit deiner unbarmherzigen Welt. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 17. Mai 2018

Ticket für Gott hl

Losung: Der HERR wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. Psalm 102,18 

LehrtextJesus spricht im Gleichnis: Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus. Lukas 18,13-14 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     ich kann Gebete „herunterbeten“, nur damit ich meine angebliche Pflicht getan oder mein Gewissen beruhigt habe. Ich kann das Vaterunser herunterleiern, ohne dass mir daraus  auch nur eine einzige Bitte aus dem Herzen kommt. Ich kann in einem Gottesdienst die Gebete aus einem Buch ablesen, ohne mit dem Herzen dabei zu sein, nur zu dem Zweck, um der Gemeinde zu demonstrieren, dass ich lesen kann. Oder ich kann ein Gebet zu meinem Herzensanliegen machen und Gott meine tiefsten Gefühle und Gedanken sagen. Ein Gebet, das diesen Namen verdient, hat eben genau damit zu tun: mit dem Herzen, mit dem, was mich berührt und bewegt. Herzlose Gebete kann man getrost vergessen, weil Gott für sie kein Ohr hat. Ein aufrichtiges Gebet aber, es sei eine dringende Bitte oder ein Lob und Dank, nimmt Gott an. Davon bin ich überzeugt.
     Wer von Menschen verlassen ist, denn verlässt Gott nicht (Losung). Wem es leid tut, dass er sein Leben so oft ohne Gott lebt, dem wendet er sich zu (Lehrtext). So sagt es die Bibel. So will ich es glauben. Ich weiß ja, dass ich vor Gott nicht im Recht bin. Ich weiß um meine Schwächen, meine Defizite und mein Versagen. Wenn ich sie ihm sage und zeige, dann sind sie so etwas wie die Eintrittskarte in seine heilsame Gegenwart. Doch mit dem Ticket der Selbstgerechtigkeit und des religiösen Hochmutes bekomme ich keinen Zugang zu ihm.

Gebet: Herr, Tag und Nacht wenden sich zahllose Menschen unablässig an dich. Manche aus Verzweiflung, manche, weil sie einen Herzenswunsch haben. Manche, um dir zu danken. Auch ich reihe mich immer wieder ein, um dir zu sagen, wie es mir geht und was ich mir für mich und andere erhoffe. Ich vertraue darauf, dass du mich hörst und danke dir, dass du es so oft schon getan hast. Ich weiß aber auch, dass du meine Bitten so erfüllst, wie sie deinen Plänen und deinem Willen entsprechen. Gib mir die Geduld, so lange warten zu können, bis die Zeit reif ist, dass du hilfst. Mach mich bereit, das anzunehmen, was du mir gibst, auch wenn es nicht meinen Vorstellungen entspricht. Vor allem aber bleibe mir nahe und zugewandt wie auch denen, für die ich bitte. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 16. Mai 2018

unermesslich hl

Losung: Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. Psalm 145,9 

LehrtextAuch die Schöpfung (alle deine Geschöpfe) wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Römer 8,21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

denke doch bitte einmal darüber nach, welche Bibelworte und biblischen Geschichten deinen Glauben geprägt haben. Vielleicht kanntest du schon als Kind solche Geschichten, die dich besonders beeindruckt haben. Solche Worte und Geschichten haben dein Bild von Gott geformt. Aber auch, was Menschen dir gesagt haben. Gut, wenn sie dir so von Gott erzählt haben, wie es mit Jesus vereinbar ist. Schlecht, wenn sie dir mit Gott Angst gemacht haben, weil er dich strafen würde, falls du nicht so parierst, wie sie es gerne gehabt hätten. Solche negativen Vorstellungen von Gott haben sich in manchen Kinderseelen festgesetzt und den Glauben getötet oder sie vergiften ihn bis heute.
     Ich hoffe sehr, dass du solche Erfahrungen nicht gemacht hast. Aber auch wenn du kein klares Bild von Gott hast, weil man dir nur von einem alten Mann mit weißen Bart erzählt hat, kannst du es heute noch korrigieren oder sogar heilen. Und dazu dienen die jesusgemäßen Worte und Geschichten der Bibel.
Ein solches Wort ist die heutige Losung und mit ihr der ganze Psalm 145, aus dem sie kommt. Ich bringe es hier in seinem unmittelbaren Zusammenhang in einer neuen Übersetzung (HFA):
»Wenn die Menschen deines Volkes zurückdenken, werden sie deine unermessliche Güte besingen. Über deine Gerechtigkeit werden sie jubeln und rufen: »Gnädig und barmherzig ist der HERR; groß ist seine Geduld und grenzenlos ist seine LiebeDer HERR ist gut zu allen und schließt niemanden von seinem Erbarmen aus, denn er hat allen das Leben gegeben.« Darum sollen dich alle deine Geschöpfe loben.«
     Du kannst aber auch diesen Psalm Davids insgesamt lesen, weil er bis auf einen, für die Zeit vor Jesus typischen Seitenhieb auf die Gottlosen (Vers 20b) eines der schönsten Loblieder der Bibel ist. Zu den „Gottlosen“ ist Jesus den Evangelien zufolge zuallererst gekommen, nicht um sie hinzurichten, sondern um sie für Gottes Güte zu gewinnen.
     Denn unser schöner Glaube ist universal. Er schließt niemanden aus, sondern alle ein. »Grenzenlos ist Gottes Liebe« sagt David in seinem Psalm. Und weiter: »Der Herr ist gut zu allen und schließt niemanden von seinem Erbarmen aus, denn er hat allen das Leben gegeben.« Genau das ist die Begründung, warum der Gott der Verdammnis und der Strafe in Jesus überwunden ist. 
     Ist er auch in dir überwunden, oder führt er in deiner Seele noch sein schauriges Eigenleben? Gib ihm keinen Platz. Nimm aber den gütigen und gnädigen Gott in dir auf und vertraue ihm von ganzem Herzen. Sieh auch deine Mitmenschen daraufhin an, dass sie Gottes Geschöpfe sind, von ihm gewollt und von ihm geliebt – ausnahmslos!
     Im Lehrtext geht der Apostel Paulus sogar noch einen Schritt weiter, wenn er schreibt: »Alle Geschöpfe Gottes«, nicht nur die Menschen, »werden frei von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.« Was für eine wunderbare Hoffnung für Mensch und Tier! Gemeinsam leiden wir unter dem Diktat der Vergänglichkeit, gemeinsam sollen wir frei werden. Wir sind Lebensgefährten in der Zeit hin zu einem gemeinsamen Ziel. Das gibt auch Tieren ihre Würde, die wir Menschen zu respektieren haben.
     Von solchen Bibelworten wie heute lasse ich mein Bild von Gott und meinen Glauben prägen. Und du?

Gebet: Ja, Herr, wenn ich an meine Lebensjahre zurückdenke, habe ich allen Grund, dich für deine „unermessliche Güte“ zu preisen. Auch was schwierig und hart war, war doch nicht umsonst. Du hast mir geholfen, meine Lasten zu tragen. Das hat meinen Glauben gestärkt. Ja, ich will dich mit allen zusammen loben, mit allen Menschen und allen Tieren. Alles was dir seine Existenz verdankt, auch Pflanzen und Berge, die Erde und alle Sonnen – sie singen dir ein Loblied allein dadurch, dass sie sind. So lobt dich die ganze Schöpfung, auch der kleinste Wurm, selbst ein Sandkorn. Alles zeugt von deiner Größe und Güte, von deiner Kraft und Herrlichkeit. Alles was du geschaffen hast in der Zeit und unter das Gesetz der Vergänglichkeit getan hast, – das alles wirst du auch aus diesem Gesetz erlösen und vollenden zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Du bist ein wunderbarer Gott. Wunderbar sind deine Werke. Wunderbar ist deine Liebe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 15. Mai 2018

Mein erstes Gefühl hl

Losung: Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98,1 

Lehrtext: Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Epheser 5,19 

Liebe Leserin, lieber Leser,

eigentlich kommt es nicht so oft vor, dass ich gleich mit einem Lied im Kopf aufwache, zumal dann nicht, wenn ich mir zuvor mehr als die halbe Nacht mit Computerproblemen um die Ohren geschlagen habe (weiß jemand, woher dieser Ausdruck kommt?). Aber gestern war es so. Wenn irgend möglich, versuche ich unmittelbar nach dem Aufwachen als erstes Gott zu danken, auch dann, wenn es mir nicht so gut geht. Dann kann ich schon mal etwas zufriedener und gelöster in den Tag gehen. Gestern nun war plötzlich dieser Liedanfang da: »Mein erst' Gefühl sei Preis und Dank...«. Da ich dieses Lied relativ selten singe, wusste ich nicht, wie der Vers weitergeht. Jetzt weiß ich es: »... erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele!«
     Zugegeben, ein neues Lied ist das nicht, wozu uns die heutige Losung auffordert. Aber immerhin ein Lied, eines, das einen Menschen innerlich verändern kann, das mich auf andere, bessere Gedanken gebracht hat. Und darum geht es meines Erachtens, dass in mir und in dir solche "Schätze" liegen, die da vor sich hinschlummern und plötzlich, wenn man sie braucht, ans Licht treten. Das können Bibelworte sein oder Liedverse. Schön, wenn man dann auch noch die Melodie dazu im Kopf hat. Du musst dann ein solches Lied auch gar nicht laut singen. Es erfüllt schon seinen Zweck, wenn es in dir singt. Dann tust du, was der Lehrtext sagt und singst dem Herrn in deinem Herzen.
     Die meisten geistlichen Lieder habe ich in den Gottesdiensten kennen und lieben gelernt, alte wie neue. Da mit anderen laut zu singen, ist eine echte Wohltat. Ja, Gott tut an einem Menschen Wunder, der singt oder sich zumindest Lieder anhört, die ihn aufbauen. Und falls du nicht so oft in einen Gottesdienst gehst, kannst du dir in unserer Zeit nahezu jedes Lied auf CD anhören oder im Internet auf YouTube. Ich kenne Leute, wenn ich bei denen im Auto mitfahre, steckt da immer eine Lobpreis-CD im Player. Eine Frau sagte mir dazu: „Sooft ich früh auf die Arbeit fahre, höre ich Lobpreislieder. Dann ist der Tag gerettet, noch bevor er so richtig begonnen hat. Dann bediene ich in guter Stimmung meine Kunden, und die merken und schätzen es, wenn ich gut drauf bin. Dann färbt davon auch etwas auf sie ab.“

Gebet: Herr, ich danke dir für die Musik und für die guten Worte, die dadurch in mir zum Klingen kommen. So tust du mir schon früh am Morgen Gutes. So belebst du mich und tröstest mich, machst mich zufrieden und froh. Ja, mein erstes Gefühl an jedem neuen Tag, den du mir schenkst soll "Preis und Dank" sein. Ich will dich mit meinen Liedern und Gebeten loben, weil ich dir damit eine Freude mache – und mir auch. Amen

Mein erst' Gefühl sei Preis und Dank,
erheb ihn, meine Seele! 
Der Herr hört deinen Lobgesang, 
lobsing ihm, meine Seele! 

Mich selbst zu schützen ohne Macht
lag ich und schlief in Frieden.
Wer schafft die Sicherheit der Nacht
und Ruhe für die Müden?

Du bist es, Herr und Gott der Welt,
und dein ist unser Leben;
du bist es, der es uns erhält
und mir's jetzt neu gegeben.
(Christian F. Gellert, 1757)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 14. Mai 2018

Kreuz und Feindesliebe hl

Losung: Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5 

Lehrtext
Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 
Matthäus 5,44-45 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, die Erde ist voll der Güte des Herrn, aber nicht voll der Güte des Menschen. Und genau darum geht es, dass auch wir Menschen zueinander gütiger werden, um miteinander auszukommen im Kleinen, in der Partnerschaft, Ehe, Familie, Nachbarschaft, am Arbeitsplatz genauso wie im Großen, in der Gesellschaft, im Staat, in der Europäischen Union in den Vereinten Nationen.
     Zur Güte im Kleinen können du und ich etwas beitragen. Und zur Güte im Großen? Auf den  ersten Blick scheinen wir ohnmächtig zu sein im Hinblick darauf, was sich auf der Weltbühne abspielt. Aber was die Regierenden denken und tun, wird beeinflusst von dem was wir, die Menschen und Wähler in diesem Land, denken und tun. 
     Wenn die Mehrheit eine Hau-Drauf-Mentalität hat, neigen auch die Medien und die politisch Verantwortlichen in diese Richtung. Wenn wir uns bestimmen lassen von dem Gedanken „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil“, dann lassen sich auch die Regierenden davon bestimmen. Wenn wir die Welt einteilen in Gute und Böse und uns selbst ganz selbstverständlich zu den Guten rechnen, dann tun das auch die Politiker. Dann ist der Westen gut und die Russen sind böse.
     Aber das Umgekehrte gilt genauso: Wenn wir auf Ausgleich und Frieden bedacht sind, auf Verständigung und Versöhnung, auf Zusammenarbeit und Partnerschaft, dann bleibt auch den Regierenden nichts anderes übrig, als in diese Richtung zu denken und zu arbeiten, wenn sie wiedergewählt werden wollen. Und das geht nach dem Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ oder nach dem anderen „Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt“. Liebe Leserin, lieber Leser, gehen wir diesen Schritt, gehen wir ihn im Kleinen, setzen wir da einen Fuß vor den anderen, damit sich auch im Großen etwas bewegt.
     Die Weltlage ist wieder besorgniserregend. Wir meinen vielleicht, wir würden so schnell keinen Krieg mehr erleben, weil wir seit 73 Jahren Frieden haben. Aber das ist keine Garantie. Nicht die Statistik bewahrt uns den Frieden, sondern was jeder einzelne von uns dazu tut. Und dazu gehört nicht zuletzt, dass wir immer wieder für den Frieden beten und uns selbst darum bemühen, friedfertig zu sein. Ich sehe den politischen Fanatismus in den Vereinigten Staaten, in Israel, im Iran, ja auch in unserem Land mit großer Sorge. Ich sehe, wie sich Aggressionen gegenseitig aufschaukeln, wie Sanktionspolitik, militärische Provokation und Aufrüstung vor allem im Nahen Osten die Oberhand gewinnt. Wie internationale Verträge gebrochen werden, die den Frieden garantieren sollten. Wie auch in unserem Land wieder von mehr und mehr Rüstungsausgaben die Rede ist, weil man sich doch „verteidigen“ müsse. Gegen wen eigentlich? Gegen einen Feind, den man sich durch eigenes, haltloses Gerede und eine verantwortungslose Politik erst schafft?
     Wie wäre es, wenn Politiker statt symbolisch Kreuze in Amtsstuben aufzuhängen, das auch glaubten und täten, was der fordert, der an diesem Kreuz gestorben ist? Wie sieht es denn aus mit Jesu Gebot aus dem heutigen Lehrtext: »Liebet eure Feinde«? Ist das Kreuz nur politisches Heimatssymbol, so was Ähnliches wie ein „religiöses Hirschgeweih“ (Heribert Prantl), das man sich in die Stube hängt, oder ist es nicht gerade die immerwährende Aufforderung zur Feindesliebe? Als Jesus von den Religionsführern und den Regierenden seiner Zeit am Kreuz umgebracht wurde, da hat der Sterbende für sie, seine Feinde, gebeten: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.« Genau dafür steht das Kreuz, dass den Gottlosen, die sich selbst für fromm halten, vergeben wird und wir alle unterschiedslos, ob wir Gerechte sind oder Ungerechte,Christen oder Muslime, Russen oder Deutsche erlöst werden.
     Ja, die Erde ist voll der Güte des Herrn (Losung). Es ist an der Zeit, dass sie auch von unserer, der Menschen Güte voll wird.
     
Gebet: Herr, was hast du für eine grenzenlose Geduld und Güte, dass du trotz allem, wie sich das Menschengeschlecht seit jeher an dir versündigt, deine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte. Was würde auch aus uns werden, würdest du das nicht tun? Wohnt nicht im Herzen eines jeden von uns Gut und Böse? Ist nicht jeder von uns zugleich gerecht und ungerecht? Gib uns die Kraft, damit auch wir miteinander barmherzig sein können und danach streben, miteinander auszukommen allen Unterschieden zum Trotz. Wehre du allen, die auf Gewalt sinnen und hilf uns zum Frieden auf Erden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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