Donnerstag, 30. März 2017

Liebe, das Kind der Freiheit hl

LosungMose sprach: Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun. 5.Mose 13,1 

LehrtextJesus spricht: Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Matthäus 19,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin zur Zeit nur wenige Kilometer Luftlinie von dem Berg im Sinaigebirge entfernt, auf dem Mose die 10 Gebote empfangen haben soll. Vielleicht war es auch auf einem anderen Berg im Sinai. Vor etlichen Jahren war ich bei Sonnenaufgang dort oben und hatte einen atemberaubenden Blick über die rot leuchten Gipfel ringsum. Überall nur Fels und Stein. Eine karge, lebensfeindliche, "harte" Gegend bis heute. 
Wer da überleben will, dem nötigt die Natur feste Regeln auf, der muss sich ständig auf die Suche nach Wasser und Nahrung machen und Schutz vor der Sonnerhitze des Tages und vor dem Frost in der Nacht suchen.
Die Beduinen schaffen das seit Jahrtausenden.Doch sie überleben nur deshalb, weil sie feste Regeln für das Zusammenleben haben: religiöse und soziale Gebote wie die 10 Gebote des Mose.
Im Grunde kann jede Gemeinschaft und Gesellschaft nur dann bestehen, wenn die Menschen solche Gebote beachten. Meines Erachtens sind gerade die religiösen Gebote lebensnotwendig, weil eine Gesellschaft von solchen Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht schaffen kann.
Doch ein Missbrauch dieser Gebote führt dazu, dass damit das Zusammenleben zu stark eingeengt wird, die Menschen ihre Freiheit verlieren und ihre Fähigkeiten und Gaben nur unzureichend entfalten können. Einzelgebote aus vergangenen Jahrhunderten dürfen nicht starr auf die Gegenwart angewendet werden.
Die islamischen Gesellschaften sind für mich dafür ein trauriges Beispiel. Die Unterdrückung der Frauen, mangelnde Bildung sowie die fehlende Religionsfreiheit hindert sie daran, das vorhandene geistige Potential zu nutzen. Das hemmt Forschung und Wissenschaft und ebenso die wirtschaftliche und technologische Entwicklung.
Das Wort des Mose in der Losung birgt ebenfalls eine solche Gefahr. Demgegenüber sagt Jesus im Lehrtext, dass man sich nicht mit zahllosen Geboten und Verboten verzetteln soll, sondern sich auf das wesentlich Gebot konzentrieren, das die Erfüllung aller anderen Gebote enthält: "Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst." (Matthäus 22,37-40) Denn Liebe lässt Raum zum Leben und Atmen. Sie ist ein Kind der Freiheit und nicht des Zwangs. Sie dient freiwillig, doch sie herrscht nicht. Sie ist das Band, das uns untereinander und mit Gott verbindet. Doch sie ist keine Fessel. Sie ist das Größte, noch größer als Glaube und Hoffnung. (1. Korinther 13,13)

GebetHerr, du hast uns mit deiner Liebe" die herrliche Freiheit der Kinder Gottes" (Römer 8,21b) geschenkt. Dir zuliebe will ich diese Freiheit nicht missbrauchen, sondern in ihr dich allein ehren und meinen Mitmenschen dienen. Amen

Herzliche Grüße aus dem Sinai, 

Hans Löhr

Mittwoch, 29. März 2017

Das Geschenk der Treue hl

LosungDer HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Klagelieder 3,24 

LehrtextDurch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Römer 5,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ist das bei dir? Für viele ist die Religion, der Glaube und somit auch Gott ein Teil ihres Lebens. Immerhin. Aber eben nur ein Teil. In anderen Lebensbereichen, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, im Verkehr spielt Gott eher eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Im Unterschied dazu heißt es in einer neuen Übersetzung der heutigen Losung: „Ich setze meine Hoffnung auf ihn, der Herr ist alles was ich brauche.“ Alles! Nicht nur ein Teil. 
     Wie ist das bei mir? Mir rutscht Gott den Tag über auch immer wieder mal weg. Dann lebe ich, als ob es ihn nicht gäbe. Aber das stimmt nicht. Gott ist in jedem Augenblick die alles bestimmende Wirklichkeit. Immerzu. Ob ich daran denke oder nicht. Ich kann dir das nicht beweisen, aber mir. Jeder neue Tag, den ich erlebe, ist mir ein Beweis dafür, dass Gott mich am Leben erhält und mit mir seine Schöpfung und dass er alles bestimmt und regiert, sonst würde alles im Chaos untergehen. Stimmt schon, das ist nur ein Gedanke. Aber für mich ist er plausibel und bringt mich dazu, jeden Tag für mein Leben dankbar zu sein.
     Doch es gibt noch eine andere Dimension als das alltägliche Leben. Davon ist im Lehrtext die Rede. Da heißt es in einer neuen Übersetzung: Christus hat uns die Tür zu diesem neuen Leben geöffnet. Im Vertrauen haben wir dieses Geschenk angenommen, auf das wir uns jetzt gründen. Und mehr noch: Wir werden einmal an Gottes Herrlichkeit teilhaben. Diese Hoffnung erfüllt uns mit Freude und Stolz.
Das neue Leben, von dem da die Rede ist, ist ein Leben in völligem Gottvertrauen. Auch das eigene Versagen soll und kann dieses Gottvertrauen nicht erschüttern, weil es nicht an meiner Kraft liegt, ob ich Gott vertrauen kann, sondern an ihm. Er ist und bleibt mir unbedingt treu, nicht nur jetzt, sondern für immer.

Gebet: Herr, du hast von deiner Seite aus alles für mich getan, damit ich mich auf dich verlassen kann. Du verlangst dazu von mir keine Vorleistung. Deine Treue zu mir ist dein Geschenk. Ich danke dir dafür, in dem ich mich darum bemühe, nun auch dir treu zu sein. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 28. März 2017

Entschlossen handeln hl

Losung: Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir. 1.Samuel 10,7 

LehrtextAlles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Losungswort sagt der Prophet Samuel dem zum künftigen König von Israel gesalbten Saul. Er sagt ihm Gottes Unterstützung zu und ermutigt ihn, ohne Zaudern und Zögern das Nötige zu tun. Wenn das nur so einfach wäre! Wenn man immer genau wüsste, was zu tun ist und man nur noch anpacken muss, was „vor die Hand kommt“ (Losung). 
     Natürlich hat auch Saul nachgedacht, bevor er etwas getan hat. Aber er hat gehandelt, auch auf die Gefahr hin, einmal etwas falsch zu machen, weil er darauf vertraute, dass Gott ihm grundsätzlich helfen würde. Und genau darum geht es meiner Meinung nach noch heute. Wer zu viel Rücksicht nimmt auf das Urteil der Leute, wer alles hundert Prozent richtig machen will und erst dann in die Gänge kommt, wenn er sich seiner Sache sicher ist, läuft Gefahr, die rechte Zeit zu verpassen, in der gehandelt werden muss.
     Deshalb muss man nicht drauflos wursteln. Der Lehrtext gibt einen guten Hinweis, dass man nur solche Sachen tun soll, die man im Namen des Herrn tun kann, aber dann umso entschlossener. Von meinen Großeltern weiß ich, dass sie sich erst hingekniet und ein Vaterunser gebetet hatten, bevor sie einen Acker eingesät haben. Davon sind heute die Bauern weit entfernt. Jedenfalls habe ich noch keinen vom Bulldog steigen und erst einmal beten sehen, bevor er über die Felder gerattert ist. Aber wo geschieht das auch sonst noch, dass man erst einmal betet, bevor man eine wichtige Sache beginnt?
     Vielleicht kommt das häufiger vor als ich denke und ich sollte mich erst mal an die eigene Nase fassen, ob ich selbst das tue, was ich mir von anderen wünsche.
 
Gebet: Herr, segne mein Tun, wenn ich anderen damit nützen und Gutes tun kann. Gib mir die nötige Energie und Entschlossenheit, das zu tun, was getan werden muss und hilf, dass es gelingt. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 27. März 2017

Der treue Menschenhüter hl

LosungDer HERR wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Psalm 121,3 

LehrtextJesus streckte die Hand aus und ergriff Petrus und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Matthäus 14,31 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Der treue Menschenhüter“, so ist der Psalm 121, aus dem das Losungswort stammt, in der Lutherbibel überschrieben. Ich musste ihn im Konfirmandenunterricht auswendig lernen und bin froh, dass ich ihn jetzt auch ohne Bibel beten kann.
     Doch bleiben wir beim Losungswort. Auch du bist schon einmal gestolpert, ausgerutscht, hingefallen und hast dir dabei weh getan. Stellt diese Erfahrung das Bibelwort nicht infrage? Aber du bist wieder aufgestanden und weitergegangen und selbst, wenn du dir das Bein gebrochen hattest, hast du wieder das Laufen gelernt, weil du so viel Selbstvertrauen hast, dass das mit dem Laufen schon geht.
     Auch der Verfasser vom Psalm 121 wusste das und hat trotzdem geschrieben: „Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen“. Und damit sagt er meiner Meinung nach: Bleib nicht liegen, bleib nicht sitzen, mach dich auf den Weg auch durch schwierige Zeiten und dunkle Täler und vertrau darauf, dass Gott dich behütet und hindurchbringt.
     Und wie ist es, wenn dir der raue Wind der Zeit ins Gesicht bläst und die Wogen der Angst über dir zusammenschlagen? Wirst du dich ängstlich im Boot verkriechen, wie die anderen Jünger oder wagst du es, aus dem Boot zu steigen und auch in schweren Zeiten dem Ruf deines Herrn zu folgen und zu ihm zu kommen, so wie es Petrus getan hat? Doch selbst wenn dich der Glaube verlässt und du zu sinken beginnst (Lehrtext), gilt doch, was Martin Luther in seinen Tischreden gesagt hat: »Christus lässt zwar sinken, aber nicht ertrinken.«

Gebet:
Berge mich in deinem Arm.
Schütze mich mit deiner staken Hand.
Ruh dich aus bei deinem Gott.Trau auf ihn und seine große Kraft.
 
Wenn die Meere toben, Stürme wehn,
werd ich mit dir übers Wasser gehen.
Du bist König über Wind und Flut,
mein Herz wird still, denn du bist gut.

(Lied von Hillsong United. Originaltitel: Still)
Herzliche Grüße

Hans Löhr

Sonntag, 26. März 2017

Ein Hoffnungswort für dich hl

Losung: Es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR. Jeremia 31,17 

LehrtextDie Nachbarn und die, die den Blinden früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Johannes 9,8 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer wollte sich das heutige Losungswort nicht gerne gesagt sein lassen? Weiß ich doch nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich vertraue darauf, dass Gott es weiß, der meine Zeit und alle Zeit in Händen hat. 
     Gibt es etwas in deinem Leben, bei dem du schwarz siehst? Deine Gesundheit? Deine Partnerschaft? Deine Kinder? … Sieh dich vor, dass sich deine eigenen negativen Prophezeiungen nicht erfüllen! Dass sich deine Schwarzseherrei am Ende nicht noch bestätigt, wenn du nichts mehr in Hoffnung investierst. Wenn du den Silberstreif an deinem Horizont übersiehst.
     Es ist die Hoffnung, die Gott schenkt, welche dich Möglichkeiten entdecken lässt, die du jetzt noch nicht siehst. Es ist diese Hoffnung, die dir Kraft gibt, schwere Zeiten auszuhalten bis sie sich wieder ändern. Darum nimm die Losung als dein ganz persönliches Bibelwort, das heute dir gesagt wird und zwar nicht von irgend jemandem, sondern von Gott selbst.
     Denn wer heute blind ist, kann morgen sehen. Wer heute bettelt, kann morgen für sich selbst sorgen. Wer heute schwarz sieht, kann genauso gut auf Gott sehen, bei dem kein Ding unmöglich ist.

Gebet: Herr, du warst, du bist und du bleibst meine Hoffnung. Du hast mich immer wieder aus den Tälern meines Lebens herausgeführt. Du wirst das auch jetzt und in Zukunft tun. Auf dich sehe ich. Auf dich vertraue ich. Mit dir springe ich über alle Mauern. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Samstag, 25. März 2017

Er allein hl

LosungWer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe. Jesaja 41,4 

LehrtextGott hat Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Epheser 1,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich ein Bild malen sollte vom heutigen Losungswort, würde ich einen Menschen malen, der am Meeresstrand steht und die Wellen zu sich ruft, eine nach der anderen. So ruft Gott eine Generation nach der anderen aus der Ewigkeit in die Zeit, ins Leben bis er sie wieder ruft dorthin, von wo sie gekommen sind. So ist das Leben: ein Kommen und Gehen, und in dem allen bleibt Gott derselbe von der ersten Generation bis zur letzten. 
Er allein hat die Macht ins Leben zu rufen, dich und mich und mit uns alle anderen Menschen und Geschöpfe. Darum gebührt ihm auch allein alle Ehre und Anbetung.
Er allein hat die Macht von den Toten aufzuerwecken, Christus zuerst, aber auch dich und mich und mit uns alle anderen Menschen und Geschöpfe. Darum gebührt ihm auch allein alle Ehre und Anbetung
Er allein regiert durch Christus über alles, es sei im Himmel oder auf Erden, es sei in der Zeit oder in der Ewigkeit, auch über dich und mich. Darum gebührt ihm auch allein alle Ehre und Anbetung.
Er allein ist der Heilige. Und für dich und für mich ist es gut, dass uns etwas heilig ist in dieser vergänglichen Zeit, im Auf und Ab unseres Lebens, im Durcheinander dieser Welt. Für dich und mich ist es gut, dass Er uns heilig ist und bleibt, so haben wir einen Maßstab, an dem sich alles andere messen lassen muss. 

Gebet: Herr, dich allein will ich ehren  und dich allein anbeten, denn du bist der Heilige und Ewige, der Allmächtige, der Erste und der Letzte. Dir verdanke ich alles, was ich bin und habe. Durch dich ist, was ist. Ohne dich ist nichts, was ist. Wenn du es willst, treten wir ins Leben. Wenn du es willst, gehen wir wieder davon. Was auch wird, in deinem Willen bin ich geborgen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 24. März 2017

Hoffnung für die Armen hl

LosungEr wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande. Jesaja 11,4 

LehrtextJesus spricht: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer. Lukas 6,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

jetzt mal ehrlich, glaubst du das, was in Losung und Lehrtext steht? Glaubst du, dass es den Armen endlich einmal besser geht auf dieser Welt? Dazu zwei Überlegungen:
     1. Gegenüber früheren Zeiten geht es den Armen zumindest in unserem Land heute wesentlich besser. Damit will ich nicht sagen, dass es ihnen gut geht. Die Renten derer, die zu den unteren Einkommensschichten gehören, sind nach wie vor beschämend gering im Vergleich dazu, was anderen an Geld hinterhergeworfen wird. Aber für die Armen gibt es wenigstens eine Grundsicherung und vor dem Gesetz sind sie in der Regel den Reichen gleichgestellt. 
     Die Europäische Union hat dazu geführt, dass es den Armen auch in anderen Ländern Europas heute deutlich besser geht als früher. Und das gilt auch dort, wo Menschen im Frieden miteinander Handel treiben und nicht von korrupten und gewaltsüchtigen Eliten regiert werden. Ebenso soll nach neueren Untersuchungen die Armut weltweit auf dem Rückzug sein.
     2. Auch wenn man mir zahllose Beispiele dafür bringen sollte, dass Losung und Lehrtext heute nicht zutreffen, so halte ich dennoch daran fest. Denn das Gegenteil hilft schon gleich gar nicht. Würde es denn mir, würde es denn dir gefallen, wenn es hieße: „Den Armen widerfährt Ungerechtigkeit und Unrechtsurteile werden den Elenden gesprochen“ oder „Verdammt sind die Armen, denn ihnen ist die Hölle bereitet“? Nein, bestimmt nicht. Die beiden Bibelworte machen Mut, weiterhin an der Verbesserung der Lebensumstände der Armen zu arbeiten. Sie machen Hoffnung, weil die Armen Gott auf ihrer Seite haben - und mit ihm auch alle, die zu ihm gehören und ihm vertrauen.

Gebet: Herr, du warst von jeher die Hoffnung der Armen und wirst das auch bleiben. Lass auch mich und alle, die an dich glauben ein Hoffnungsfunke für sie sein, dass sie nicht vergessen sind. Ich danke dir für alle, die sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von armen Menschen bei uns und weltweit engagieren. Amen

Herzliche Grüße, Hans Löhr

Donnerstag, 23. März 2017

Das Licht sehen hl

LosungDie Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der HERR, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war. Hesekiel 36,36 

LehrtextSimeon betet: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel. Lukas 2,30-32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir Menschen sind schon seltsame Vögel. Oft scheren wir uns nicht um Gott. Aber wenn plötzlich ein Unglück eintritt, eine schwere Krankheit, ein Unfall, der Bruch einer Beziehung, - dann plötzlich fragen wir „warum kann Gott das zulassen?“ Und manche wenden sich dann endgültig von ihm ab, weil sie böse mit Gott sind. Mit einem Gott, der es zulässt, dass Kinder sterben, will man nichts mehr zu tun haben. Ich versuche zu verstehen, dass man in einem so großen Schmerz zunächst so denkt. Hoffentlich bleibt es nicht dabei.
     Doch als Gegengewicht will ich jetzt schon im Sinne von Losung und Lehrtext auf das schauen, was Gott aufbaut und pflanzt, wie er aus Chaos seine wunderbare Schöpfung geschaffen hat, wie nach Katastrophen das Leben immer wieder neu beginnt und blüht (Losung), wie nach dem Winter der Frühling kommt.
     Ich möchte, wie der alte Simeon, in dem Kind in der Krippe meinen Heiland sehen können und von ihm glauben, dass er nicht nur mein Retter ist, sondern das rettende Licht für alle Welt. Was hilft es, auf die Dunkelheit zu schimpfen? Was hilft es, in die Finsternis zu starren? Was hilft es, nur das Negative zu sehen? Dazu habe ich doch Augen des Glaubens, dass ich über das äußere Unheil hinweg auf das Heil Gottes sehen kann, das in Jesus Gestalt angenommen hat. Denn die Botschaft von ihm ist ein Ev-Angelium, auf Deutsch: eine Froh-Botschaft. Sie besagt, dass diese Welt trotz allem, was Schlimmes in ihr passiert, doch nicht des Teufels ist, sondern Gott gehört. Sie besagt, dass das Licht die Finsternis besiegt und das Leben den Tod, dass auf Karfreitag Ostern folgt und nach der Zeit die Ewigkeit.
Gott zwingt uns Menschen nicht, dass wir uns um ihn scheren. Aber er schenkt uns Glauben und Hoffnung, dass die Liebe siegt und das Leben nicht umsonst gewesen ist.

Gebet: Herr, es gibt so viele negative Nachrichten in den Medien, so viele Menschen mit ihrem Jammern und Klagen, auch Dinge in meinem Leben, die nicht so laufen, wie ich mir das vorstelle. Das alles könnte mich runterziehen, mich schlecht gelaunt oder gar depressiv machen. Aber ich wehre mich dagegen. Mithilfe des Glaubens, mit deiner Hilfe schaue ich auf das, was alles gut ist und freue mich an dem, was schön ist und mache, was mir gut tut. Das gibt mir Kraft, auch das zu sehen, was schwierig ist, es auszuhalten und, wo es in meiner Macht steht, es mit dir zu ändern. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mittwoch, 22. März 2017

Zeichen und Wunder hl

Losung: So spricht Nebukadnezar, der König von Babylon: Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für. Daniel 3,33 

Lehrtext: Jesus Christus spricht: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Lukas 12,32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ – so sagt man, wenn etwas Gutes unerwartet eintritt. Ich nehme mal an, dass du auch schon so gesagt oder gedacht hast. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Anlass für diesen Satz. Ja, nach wie vor geschehen Zeichen und Wunder, obwohl viele diesen Satz dann doch nicht so wörtlich meinen, wenn man sie fragt. Dann ist es doch bloß ein Zufall gewesen oder eben eine schöne Überraschung. Aber Gottes Zeichen und Wunder (Losung) sehen sie nicht darin. 
     Manche meinen, nur außergewöhnliche Ereignisse seien Zeichen und Wunder Gottes. Aber ist nicht das Leben überhaupt ein Wunder? Sind nicht die ersten Frühlingsblumen und Weidenkätzchen ein Wunder Gottes, ein Zeichen dafür, dass sein Lebensatem in der Schöpfung wirkt? Und nicht zuletzt du, bist du nicht ein ebensolches Wunder? Wenn du gesund bist und dein Körper funktioniert wie er soll, denkst du nicht darüber nach. Aber wenn du plötzlich nur den kleinen Finger nicht mehr rühren kannst, merkst du gleich, wie sehr du beeinträchtigt bist. 
     Noch viel wunderbarer aber ist, wie deine Sinneseindrücke in deinem Gehirn verarbeitet werden, sodass du dich selbst als ein lebendiges Wesen, als Mensch in dieser Welt und Schöpfung erleben kannst. Wie das alles so wunderbar ist, erkennt man dort, wo das, was uns normal scheint, nicht mehr möglich ist, wo Menschen blind oder taub sind, stumm oder dement. Doch selbst diese Menschen erleben Zeichen und Wunder, wenn sich andere um sie kümmern.
     Wer an Gott glaubt, erkennt, wie der Schöpfer alles regiert. Der lebt jetzt schon in Gottes Reich, weil er sich nach ihm richtet und nicht nach den Neunmalklugen und Siebengescheiten, die meinen, es gäbe keinen Gott und niemanden, der für uns sorgt.

Gebet: Herr, gib mir die Sinne und den Verstand, dass ich täglich deine Wunder erkenne und erlebe. Nichts, was ist, ist selbstverständlich. Alles hast du gewollt und geschaffen – für uns. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 21. März 2017

Ganz unten hl

LosungEr war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Jesaja 53,3 

LehrtextPilatus ließ den los, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen war, um welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen. Lukas 23,25 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum nur dieser maßlose Hass auf Jesus? Nicht einmal den Mörder und Aufrührer Barrabas hassten die damaligen Kirchenführer so wie ihn. Vielleicht sprach aus ihnen der Selbsthass, der, nach außen gewendet, so viel Jammer und Leid über andere gebracht hat und bis heute bringt. Weh dem, der dem Willen der Selbsthasser übergeben wird, der ihnen in die Hände fällt, an dem sie sich austoben! (Lehrtext) Man mag von dem Film „Die Passion Christi“ halten was man will. Aber er vermittelt eine Vorstellung davon, wie entsetzlich Jesus gefoltert und gequält worden ist. Ich konnte bald nicht mehr hinschauen. Doch nicht der ist der Folterer, der zuschlägt, sondern der, der die Peitsche befehligt und sich nicht selbst die Hände schmutzig macht oder sie gar, wie Pilatus, in Unschuld wäscht. Und diese Menschenquälerei im Namen „Gottes“ hat bis heute nicht aufgehört! Man denke nur an den sogenannten „Islamischen Staat“.
     Ich meine, Kirche heute, die Kirche Jesu Christi sein will, muss sich zu denen bekennen, die in unserer Zeit verfolgt, gefoltert und ihrer Menschenrechte beraubt werden. Sie muss sich zu denen bekennen, die die „Allerverachtetsten und Unwertesten“ (Losung) sind. Gott sei Dank hat die Kirche in Deutschland aus der eigenen Geschichte vor 70 und mehr Jahren gelernt und reagiert sensibel, wenn Menschen gleich welcher Religion und Herkunft abgewertet, verachtet und ausgeliefert werden. 
     Wie es aussieht, stehen wir in unserem Land wieder neu vor der großen Herausforderung, uns schützend vor die Schutzbedürftigen zu stellen, die von hasserfüllten Deutschen nicht nur verbal, sondern auch mit physischer Gewalt angegriffen werden. Ich habe erst letzte Woche einen solchen Hassausbruch in einem Laden miterlebt, als ein etwa 60-jähriger herumbrüllte: Es gäbe gar nicht so viele Bäume wie man bräuchte, um die Flüchtlinge und all die, die sich für sie einsetzen, aufzuhängen. Ich habe ihn dann deutlich widersprochen und gefragt, warum er denn so wütend sei. Er konnte nur sagen, er sei eben cholerisch und habe das von seinem Vater geerbt. Mein Eindruck war, dass sich dieser Mann selbst am meisten hasst.
     Man muss die gegenwärtige Flüchtlingspolitik nicht gutheißen. Man kann Änderungen besonnen und nach humanen Maßstäben diskutieren. Aber wer sich zu Jesus Christus bekennt, kommt nicht darum herum, nach unten zu schauen auf die, die unter den Gewaltmenschen leiden, und sich mit ihnen zu solidarisieren. Denn in ihnen begegnet uns unser Herr, in den Geringsten unserer Menschenbrüder, wie er selbst sagt.

Gebet: Herr, du bist tiefer ins menschliche Elend hinabgestiegen als die meisten von uns. Du weißt, wie es ganz unten ist. Du weißt, wie es ist, wenn man der Unterste ist. Und weil du Menschen, die ganz unten sind nicht im Stich gelassen hat, so hat Gott dich erhöht zum Herrn der Welt, zum Herrn über den Tod, zur Hoffnung für alle. Es tröstet mich zu wissen, dass ich gar nicht tiefer fallen kann, als wo du bist. Wo auch immer ich mich in meinem Leben befunden habe und noch befinden werde – du warst, du bist bei mir, in der Freude, aber erst recht im Leid. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 20. März 2017

Ehre sei Gott! hl

LosungDer HERR spricht: Wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden. 1.Samuel 2,30 

LehrtextJesus spricht: Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin's auch. Johannes 13,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist Gott eine beleidigte Leberwurst? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Seine Ehre kann durch nichts und niemanden angekratzt werden. Er ist in jeder Hinsicht souverän und steht über den Dingen, auch über mir, auch darüber, falls ich ihn verachten sollte; denn dann würde ich mich nur selbst verachten. Dann würde ich mir die Ehre nehmen, sein Geschöpf zu sein, sein geliebtes Kind.
     Ja, es ist eine große Ehre, ihm zu gehören. Und es ist ein großes Glück, das glauben und so leben zu können. Das gibt mir eine Würde, die mir niemand nehmen kann.  Und es ist ein genauso großes Glück, niemand sonst als Herrn über mir zu haben, als den Sohn Jesus Christus. 
     Mögen mich auch Menschen äußerlich zwingen, ihren Willen zu tun, deshalb werde ich sie nicht anerkennen und erst recht nicht ehren. Mögen sie auch nach menschlichen Maßstäben turmhoch über mir stehen - nach dem Maßstab meines Glaubens stehen sie mit mir auf gleicher Stufe vor ihm, dem einen Herrn, dem allein alle Ehre gebührt im Himmel und auf Erden:

Gebet:
Lob, Ehr und Preis sei Gott / dem Vater und dem Sohne
und Gott dem Heilgen Geist / im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreiein'gen Gott, / wie es im Anfang war
und ist und bleiben wird / so jetzt und immerdar.

(EG 321,3 von "Nun danket alle Gott". Hier als Schlusschoral der Kantate BWV 192 von Johann Sebastian Bach)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s. Dies ist die Auslegung von Losung und Lehrtext für Montag, 13. März. Damals habe ich aus Versehen die Bibelworte von heute, Montag, 20. März ausgelegt, siehe hier. Ich bitte um Entschuldigung.

Sonntag, 19. März 2017

vollendet hl

LosungDer HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben. 5.Mose 4,31 

LehrtextPaulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Philipper 1,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du mit diesen Sätzen leben und glauben: „Du sollst den Herrn deinen Gott nicht verlassen und zu deinem Nächsten barmherzig sein! Du sollst das gute Werk, das er in dir angefangen hat, mit all deiner Kraft vollenden!“ Vielleicht sagst du jetzt: „Warum nicht? Solche Sätze sind mir vertraut. Sie gehören zu meinem Glauben.“
     Und jetzt lies bitte noch einmal langsam und konzentriert die beiden heutigen Bibelworte Losung und Lehrtext. Das, liebe Leserin, lieber Leser, ist mein Glaube. Viele Jahre hatte ich gedacht, dass Glauben bedeute, Gebote und Weisungen zu erfüllen und sein Bestes zu geben. Bis ich nach und nach herausgefunden habe, dass ich im Glauben an, im Vertrauen auf Jesus Christus alles auf Gott werfe. Alles. 
     Dass ich aufhöre, mich selber vor Gott zu optimieren (zu verbessern), so wie viele Menschen in unserer Gesellschaft heutzutage mit Selbstoptimierung beschäftigt sind. Dass ich aufhöre, zu scharren wie die Hühner, zu kratzen wie die Katzen, zu beißen wie die Hunde, zu rennen wie die Pferde, zu buckeln wie die Höflinge, zu schmeicheln wie die Aufsteiger, Fleißpunkte zu sammeln wie Streber, Rekorde zu brechen wie Sportler, mich selbst auszubeuten wie Selbstständige, nach Anerkennung zu gieren wie meinesgleichen, nur um zu... - ja wozu eigentlich?
     Schluss damit! Schluss damit vor allem und in erster Linie Gott gegenüber! Stattdessen: Ruhe geben vor ihm statt geschäftig sein. Hören statt reden. Empfangen statt geben. Und sich endlich einmal Gott gefallen lassen und alles, womit er dich und mich beschenken will: Seine Barmherzigkeit und Treue (Losung), seine Liebe und Führung … Endlich mal ihn machen lassen, nur ihn, auch was meinen Glauben betrifft. 
     Er wird ihn vollenden und alles andere auch, dich und mich und die Menschen, mit denen wir zu tun haben und die Welt, die er geschaffen hat – bis er einmal sagen wird: Jetzt ist alles gut! - - - Und jetzt erst, da ich das glaube, mich dankbar zeigen, indem ich Gott liebe und meinen Nächsten wie mich selbst.

Gebet: Herr, unablässig sorgst du für mich. Warum sollte ich mir deinetwegen Sorgen machen? Immerzu umgibst du mich mit deiner Liebe. Warum sollte ich Angst vor dir haben? Ständig arbeitest du an deiner Schöpfung, auch an mir, bis du alles vollendet hast. Ich will dir nicht mehr ins Handwerk pfuschen, indem ich mich dem Wahn hingebe, alles im Griff haben zu müssen. Ich will auf dich schauen, dich machen und mir gefallen lassen, was du für mich tust. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr